27.12.2016
Dienstag: Abflug

... er (der Bus) kommt aber nicht! Leider haben wir auch keine Telefonnummer. Um 7.00 Uhr werde ich nervös und nehme sehr gerne das Angebot von Gerry an, mich zu fahren. Herzlichen Dank!
Das Auto wird vollgepackt mit Leuten. An der Kreuzung zum Hasimo Block können wir den Leuten nur kurz Bescheid sagen, dass der Bus nicht kam. Sie sind entspannt und wollen mit dem PMV hinterherkommen.
Meine ganze PMG- Familie hält die Security auf dem Flugplatz in Atem. Es ist nicht erlaubt, sich irgendwo hinzusetzen und eigentlich ist es überhaupt nicht erlaubt, sich in diesam Bereich aufzuhalten... .
Schließlich geben wir nach: Ein letztes gemeinsames Gebet und ich gehe in die Abflughalle. Paul verspricht zu warten,  bis der Flieger tatsächlich in die Luft gegangen ist... man wisse ja nie...
Das ist der Anfang meiner langen Rückreise nach Deutschland über Port Moresby, Singapore und Dubai.

Auf Wiedersehen und Tschüß ihr Lieben! ( ich hab jetzt schon Heimweh nach PNG).

Im harten Winter von Deutschland tröstet mich meine komplette Familie am Hamburger Flugplatz. Danke ihr Lieben!

Meine Arbeitgeberin gibt mir eine Woche Urlaub zum Eingewöhnen! Danke!

Ich werde gerne von Land und Leuten berichten und warte auf neugierige Fragen. Wirklich, je besser ihr fragt, desto lebendiger werden euch die lieben Menschen im fernen PNG.

Danke für alle Gebete, Freundschaft und Unterstützung

(God is good, all the time, all the time, God is good)


26.12.2016
Montag: 2. Weihnachtstag


Kleine Nachtschicht und erholsamer Schlaf bringen meine Gesundheit wieder auf Vordermann.
Heute muss ich: packen, Huhn bezahlen, online einchecken, Malangton, Agnes und Eva treffen, Kleingeld besorgen, Essen verschenken, Bücher zurückgeben... und und und ...
Zuerst kommen Tande und Jonathan. Ich dachte, sie wollen übernachten und mich morgen mit zum Flieger bringen, aber sie verabschieden mich nur kurz und wollen gleich wieder gehen.

Auch so typisch: welch ein Aufwand: Einen ganzen Tag unterwegs und ein halbes Vermögen Busgebühr für eine Stunde Abschied. Hier machen sie es so. Und zwei Bilums haben sie auch noch mitgebracht. Danke, ihr Lieben.

Noch einmal koche ich die Reste aus dem Gefrierer: Huhn mit Gemüse in Kokosnusscreme, Kartoffeln und Ananas.

Jane, Pastor Luke und Malangton finden sich spontan zur Gesellschaft ein. Etwas muss für Agnes bleiben. Sie ist schon auf dem Weg. Am Spätnachmittag kommt sie an und gleich ist Arbeit für sie vorgesehen: Schlichtung mit dem besagten Jugendlichen und der Geschädigten, sowie Vertretern des Frauencenters.

Eigentlich wollte sie mir nur an meinem letzten Abend Gesellschaft leisten und einen Bus organisieren....

Die Schlichtung war erfolgreich: 1.000,-- K um den Schaden am Haus zu beseitigen, ein Schwein als Wiedergutmachung für die Bedrohung, aber vor allem: Einsicht in das Unrecht und echte Reue.

Meine letzte Kaffeerunde geht heute abend noch bis 23.00 Uhr. Jetzt aber schnell ins Bett, der Bus soll morgen 6.30 Uhr abfahren...


25.12.2016
Sonntag: 1. Weihnachtstag

Gottesdienst mit Predigt von Pastor Luke. Wir, jeder einzelne, also ich bin das Geschenk Gottes zu Weihnachten, für unsere Familie, Mitmenschen, Kollegen oder die Kirche. Interessanter Gedanke. Auch, dass das Geschenk Gottes von niemandem zuende beschrieben werden kann.... .

Es ist erster Weihnachtstag und in den umliegenden Gemeinden ist deutlicher Pastorenmangel. Dabei sind heute fast überall Taufen und Konfirmationen angesagt. Scheint so eine Tradition zu sein. Also wurde gestern spontan Pastor Luke in die Gemeinde links vom College eingeladen. Zu mir hatte der Kirchenvorsteher von rechts vom College schon vor Tagen gesagt, ich möge die Taufen und Konfirmationen in seiner kleinen Gemeinde ansehen. Ich hatte das nicht so ganz ernst genommen und habe erstmal Eva besucht. Hier ist heute gemeinsames Geschenke-auspacken.

 Gestern sind die Kinder einfach im Gottesdienst eingeschlafen und den ganzen Abend nicht wieder wach geworden. Im Versteck unterm Tannenbaum sind viele Geschenke. Sie werden einzeln hervorgeholt und gründlich gewürdigt und bespielt. Schön, so Weihnachten mit kleinen Kindern.

Endlich wieder zu hause, stelle ich mir vor, ein bisschen auszuruhen und zu sehen, was ich heute so essen kann...wird aber nichts.

Der Kirchenvorsteher kommt eigens mit einem geliehenen Auto auf mein Grundstück gebraust und will mich, und möglichst noch einen dienstwilligen Pastor abholen. Ein Pastor ist aber nicht zu haben, also lasse ich mich zu Gottesdienst Nummer zwei für heute überreden.

 In Kulikamba gibt es einen Pastor für zweiundzwanzig Taufen, über zehn Konfirmationen und neun wiedereingetretene Gemeindemitglieder, sowie Abendmahl.

Ein ewig langes Programm. Alles wunderbar liebevoll gemacht, aber leider macht mein Körper nicht so recht mit: Kopfschmerzen wegen Reizüberflutung.
Am späten Nachmittag kann ich nach einem üppigen Essen wieder nach hause gefahren werden. Ich bin den Rest des Tages nicht mehr zu gebrauchen.

Aber die Feier in Kulikamba hatte einen Farbtupfer aus dem College, und ich hab´ mein Versprechen eingelöst, lecker gegessen, Früchte und ein Bilum geschenkt bekommen.


24.12.2017
Sonnabend: Heiligabend

Der Heiligabend fängt mit Einkäufen an. Ente gibt´s leider nicht. Also besorgen wir ein Huhn von Pita Driver.
Die Einkäufe in Geschäften und auf dem Markt sind schnell erledigt. Das ist auch gut so, denn als wir gehen kommen die Menschenmassen und die Polizei tritt mit Gewehren auf... nichts wie weg hier.

Zu hause wird gemeinschaftlich das Essen vorbereitet: mit Jane frittiere ich endlos die Süßkartoffeln, das Huhn kommt vorbereitet ins Haus geliefert und ich muss es nur noch würzen und in den Ofen schieben.

Nach einer Andacht von Pastor Luke sitzen wir gemütlich am Tisch und schlagen uns die Bäuche voll.

Der Weihnachtsgottesdienst beginnt erst um 20.00 Uhr. Mr. Fumapa hält die Predigt. Jeder bekommt eine Kerze mit nach hause, die wir im Zwiegespräch mit unserem Gott anzünden sollen: Wie sieht es ganz persönlich mit meiner Gottesbeziehung aus ?
Hm....

Am späten Abend ruft mich Agnes an, um die besten Weihnachtswünsche zu überbringen...dankeschön!

Also insgesamt wird Weihnachten hier eher nicht als Familienfest gesehen. Der Gottesdienst dagegen ist obligatorisch.
 Viele Lehrereheleute sind z. B. getrennt in ihre Heimatorte gefahren um dort mit den jeweiligen Verwandten zu feiern. Für mich am unbegreiflichsten war ein Lehrerehepaar, das mit der kleinsten Tochter für die Weihnachtstage wegfuhr und die übrigen fünf Kinder einfach in Banz ließ. Kinder passen auf Kinder auf... geschieht hier alltäglich. Oder Anna, die bis über den Heiligen Abend zu einer Trauerfeier "muß" und ihre beiden Jungs einfach zu Hause lassen will. Ginge bei uns gar nicht!

Aber schon durch das laue Sommerwetter immer und dadurch, dass die Vorweihnachtszeit so gut wie ignoriert wird ist die Weihnachtsstimmung bei mir nicht recht vorhanden. Dabei haben sie mir sogar einen Baum besorgt, und ich hab´ meinen Lieblingsweihnachtsschmuck aufgehängt (war Eva´s Tip).




23.12.2016
Freitag: Zukunftspläne

Paul hat sich angekündigt. Anna und die Jungs haben sich schon verabschiedet, Deborah ist schon heute morgen losgefahren.

Paul hat mehrere gute Partnerschafts-Ideen:

1.Gedankenaustausch für junge Leute anregen, besonders auf Gemeinde Ebene. Leicht in PNG, schwierig in Deutschland, denke ich.

2. Wenn hier in PNG neue Leute die Partnerschaftsbeziehungen übernehmen Handover Takeover, wie jetzt im Wabi, ist es klug, Zeugen vor Ort zu haben. Das könnte in gegenseitiger Partnerschaft zwischen Wabi und Hasimo geschehen.

Paul geht wie gewohnt am Nachmittag wieder nach Hause, diesmal essen wir aber zusammen Mittag. Er war krank und sieht immer noch recht dünn aus.

Der Abend ist gemütlich mit Pator Luke und Jane: Bilder gucken und Kaffee.


22.12.2016
Donnerstag: Abschiedsstimmung

 Alles ist gepackt und sortiert. Domape kommt zum helfen (statt Freitag) und auch Anna mit allen drei Kindern.

Zum Essen sind wir zu acht: Jane, Malangton, Mama Frieda, die vier Nicksons und ich.
Der Strom geht und kommt wie er will.

Jane und Malangton berichten ausführlich, was es mit dem nächtlichen Lärm gestern auf sich hatte. Ein betrunkener (?) Jugendlicher ist außer sich geraten und lärmte und drohte in der Gegend herum. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert. Ich bin mehr gefrustet als ängstlich.

Pastor Luke macht spontan einen kleinen Gottesdienst zu Ruth.

Annas Jungs holen mit Jane einige von "meinen" Kaukau vom Feld und später wollen sie auf dem Computer einen Tierfilm gucken.
Anna nutzt die Einheiten auf meinem Handy. ... die Stimmung ist gedrückt, Abschied....


20.12.2016
Dienstag: Besuche und Besprechungen

Mit Jane bin ich zum Einkaufen verabredet, aber vorher besucht mich ein Wabi Mitarbeiter: Ken Randa. Er hatte angerufen und ich bin etwas skeptisch, aber ein Kaffee ist immer ´drin. Er berichtet von den Kirchenwahlen im Wabi. Seine Aufgabe wird sein, den Kontakt zwischen Agula und Burg wieder zu beleben.

Meine Skepsis legt sich, als er erzählt, dass er Student in Banz war und nun u. a. die Lehrer der Alphabetisierungsprogramme trainiert. (Zwei Sandwiches zum Kafee). Sehr brauchbar für die Bedürfnisse, die die Frauen (und Männer) im Wabi selbst benannt haben. Er besucht Verwandte in Banz und will einen Gruß für Burg schreiben. Und schon ist er wieder weg. Er hat einen kompetenten Eindruck gemacht.

Kurz darauf mach ich mit Pastor Luke und Jane Banz unsicher. Deborah bewacht das Haus.

Zum Glück funktioniert die Bank auch noch, als ich an der Reihe bin. Dann werden meine Vorräte wieder aufgestockt und Jane findet eine Meri blaus.

Um 14.00 Uhr ist eine Lehrerkonferenz angesagt, der Chef aus Lae, Ps. Whesley Karenga ist extra gekommen. Sie wollen mich ruhig dabeihaben, also nehme ich zum letzten Mal teil.

Bedauerlicherweise verabschiedet sich Malangton nach Kundiawa. Bis nach Weihnachten. Ich werde trotzdem versuchen, eine Ente aufzutreiben. Sonst gibt es Huhn. Jane, Pastor Luke und vielleicht Mama Frieda werden zumindest Heilig Abend mit mir essen.

Meine Tage sind gezählt. Die Gedanken gehen nach Deutschland und wie kalt es wohl werden wird. Das letzte Tagebuch-Kapitel wird wohl an meinem heimischen Schreibtisch entstehen... Und einiges sollte ich vielleicht übersetzen...


19.12.2016
Montag: Frauenarbeit...


Relativ früh muss ich aufbrechen, in Banz haben sich die Gemeindefrauen aus Sipil angesagt. Verabschiedung, wie man sich denken kann. Ein kleiner Gewaltmarsch zum Kindeng Markt und der Bus ist schnell gefunden. Deborah kommt mit und Paul bringt uns bis Banz.

Die Frauen sind auch schon bald da, sie reinigen aber zuerst nochmal den Garten von Frauenzentrum.

 In meiner Küche wird geschnibbelt und geschmiert: Sandwiches, Fruchtpunsch, Ananas und Gurken mit Maggipulver (schmeckt!).

Jane hat die Übersicht und drüben braten sie noch Würstchen.
Ich suche alle "meine" Stühle zusammen zu einer großen Runde. Pastor Timoti Luke hält die Andacht. Die Bibelstelle hab´ich vergessen, aber es ging darum, dass der Prophet einem Kirchenvorsteher eine Axt wieder aus dem Wasser fischt... Eliah glaube ich. Interessant. Die Gruppenarbeit für dieses Jahr wird mit diesem Gottesdienst abgeschlossen. Das machen hier alle so, die Gruppenarbeit des Jahres mit einem Gottesdienst abschließen und nächstes Jahr mit einem Gottesdienst eröffnen.

Die Frauen haben mir grüne Kaffeebohnen mitgebracht (hoffentlich geht das mit) und ein bilumcap. Ich hab nur ein Foto zu geben, das ich von ihnen gemacht habe. Bemerkenswert finde ich, dass viele Generationen in diesen Gruppen zusammenkommen. Letztes Mal war eine Teilnehmerin noch schwanger, nun hat sie ein süßes kleines Baby. Und eine klizekleine Großmutter ist auch dabei. Und natürlich reichlich das "Mittelalter".
Wir haben Erdnussbutter machen gelernt und hatten einen Gottesdienst. Jane hat sie noch ein paarmal mehr besucht und die Gruppe ist gewachsen.

Deborah macht den Großteil des Abwaschs und alle helfen "klar Schiff" machen. Ein schöner Nachmittag.

Ein "Dinner" muss abends trotzdem sein, ich koche mit Deborah.


18.12.2016
Sonntag: Ein langer Tag...

Frühstück am Feuer, Kaukau, Bananen und Cream-cracker. Für die Verpflegung nach dem Gottesdienst hat Anna auch Essen vorbereitet. Es kann ein langer Tag werden, denn sie haben heute drei Veranstaltungen zusammengelegt:

"Zurück von der Schule"-Willkommens-Gottesdienst, Partnerschaftsgottesdienst und eine Talent-Show der Jugend. Es haben sich zwei Frauen aus unserem Kurs angesagt, die kommen extra vom Tiria Seket angereist, damit sie sich nochmal verabschieden können. Es ist eine tagesfülllende Sache für sie.

Als wir an der Kirche ankommen, gewaschen und gebügelt, wird schon das Programm angesagt. Das bedeutet, dass wir ungefähr eine halbe Stunde Sing- along verpasst haben. Paul ist aber auch noch nicht da. Das Programm hat 20 (!!) Punkte.

Ein Beitrag von mir ist anstelle der Epistellesung vorgesehen. Ich mache es hier kurz, weil ich weiß, dass Anna noch jeder Gemeinde ein Altartuch überreichen will. Sie bekommt dafür zögerlich einen Platz im Programm und als wir dann auch noch die Frauen aus Tiria und das Frauencenter mit drei Worten vorstellen, ist der Master of Ceremonie total angesäuert.

Die Gottesdienst- Teilnehmer zum Glück nicht und Paul trägt mit seiner Rede sehr zu meiner Beruhigung bei (ich wollte schon gehen). Das (freundliche) letzte Wort hat Rauke Rawa.

Nach dem Segen debattieren sie gefühlt endlos, ob die Talent-Show denn nun noch stattfinden soll. Die Jugendlichen wollen nicht mehr. Eine Gruppe zeigt noch einen Kreativ-Dance. Es ist auch wieder Pauls Sohn Consi gekommen, der versucht, die Veranstaltung in den Post-Courier zu bringen. Wir beide fotografieren fleißig.

Ich hab´schon wieder keine guten Kräfte mehr und will nach Hause. Die Jungs begleiten mich. Hinterher kommt Anna mit der Einladung von Rauke Rawa zum Tee. Ich muss mich wirklich entschuldigen, aber die Einladung kommt etwas zu spät. Ich bin schon wieder gefühlte drei Kilometer durch den Matsch zu Annas Haus gelangt und mag nicht nochmal los. Paul bestätigt, dass eine freundliche Absage politisch korrekt ist.

Die Kinder sind völlig selbstständig und kochen ein großes Essen und das bedeutet u. a. Feuer machen und Huhn schlachten, rupfen und ausnehmen... Hut ab!

Soll ich ´mal von so einer Nacht in der Hütte uner dem Moskito-Netz schreiben?... Abends ist es furchtbar laut wegen der Frösche. Ist aber gut, dann hört man nicht jede Ratte. Es ist angenehm warm und eine Decke reicht. Wenn sich der Nachbar, in meinem Fall Anna und Israel umdrehen, wackelt das Häuschen. Und wenn es regnet, knallt es auf´s Blechdach. Ist aber gut, dann gibt es frisches Wasser.
Nun muss ich leider regelmäßig nachts aufs Klo: Taschenlampe an und Mut gefasst. Die Jungs haben extra für mich in der Nähe ein Busschklo gegraben, mit Sichtschutz. Vorsicht bei der Verrichtung, die Standfläche ist mit Lehm abgedeckt und der macht was wenn es regnet????
Richtig, er wird Matsch. Ich bin nicht in das Loch geraten, hab mich nicht verirrt und hab nicht das Klopapier vergessen, also alles gut ;-)
Ich freu mich aber wieder auf Banz ;-)


17.12.2016
Sonnabend: Bananenkuchen zum Frühstück und eine abenteuerliche (Zoll-)Brücke

...den Rest (Bananenkuchen) gibts zum Frühstück. Ich hab´ein bisschen zu lange geschlafen, darum müssen wir in Banz ziemlich lange auf den Bus warten, der nach Kindeng ´reinfährt.

Als erstes schau ich mir die Bruchstelle der alten Straße an. Der Fluss gibt immer noch keine Ruhe und überflutet die Gärten in unregelmäßigen Abständen. Er brachte Steine und Schlamm, so dass Gärtnern hier zwecklos geworden ist. Obwohl es heute nicht geregnet hat, fließt das Wasser im neuen Flussbett mit Macht. Drüben haben die Anwohner für Fußgänger eine Hängebrücke errichtet die sie gegen eine kleine Gebühr benutzen. Was die Behörden mit dieser Situation zu tun gedenken, steht in den Sternen. Wir kommen auch am Haus von Sarah, unserer 2014 Gastgeberin vorbei. Sie ist aber nicht da.

Wir wandern durch das Überschwemmungsgebiet zur Kirche von Hapa Weia. Die ist nur einen Meter über dem Flutspiegel. Die Leute wohnen hier provisorisch auf dem Kirchengelände. Die Mücken nerven mich und wir verabschieden uns bis zu Gottesdienst morgen.
Vom Kindeng Markt zu Anna´s Haus ist es ein ganzes Ende. Ich bin schlapp und die Sonne brennt. Was sollen erst die beiden Mädchen sagen, die unsere Einkäufe und das Gepäck tragen?

 "Mein" Bett ist fertig, ein paar Bananen, Orangen und einen Kaffee später falle ich hinein, erstmal ausruhen.

Nicht lange, denn Paul ruft an und ist sauer, dass wir nicht zuerst zu seiner Familie gekommen sind. Sie haben gekocht und geschmückt und vor allem Kene, seine Frau, macht Druck. Als er uns abholen kommt habe ich zum Glück ein bisschen geschlafen.

Wir laufen wieder los. (Frauen von 2014: der Matsch ist hier schwarz statt braun und klebt an den Schuhen!).

Feierliche Andacht und Essen in Paul´s Haus-kuk. Fast die ganze Großfamilie ist gekommen, alle machen Weihnachtsferien auf dem Dorf.
Es ist dunkel, als wir wieder losgehen und es regnet. Und... Deborah hat auch gekocht. Also in Anna´s Rundhaus nochmal essen und klönen. Im Moment sind vier Jungs da und ein Mädchen (Deborah). Zwei Besucher-Jungs werden nach den Ferien wieder gehen, aber auf die beiden Brüder wird Deborah aufpassen müssen, wenn Anna für die Kirche unterwegs ist.


16.12.2016
Freitag: Verabschiedung von den Lehrern...

Mein letztes Brot essen wir auf. Heute ist die Verabschiedungsfeier mit den Lehrern für 14.00 Uhr angesagt.

Morgens kommt Domape mit einem kranken Kind. Es schaut nach den Gerbers aus, die kennt es schon. Domape und Anna geben mir Infos und Eindrücke über das Schulsystem. Das ist meine Hausaufgabe: ein Kurztext über das System in PNG.

Die Feier starte jedenfalls nicht um 14.00 Uhr. Mr. Fumapa schickt mich nochmal nach hause, bis des läutet. Dabei habe ich schon großen Hunger. Also esse ich erstmal mit Anna meine letzten Würste mit Gartengemüse. Dann ist es so weit... denke ich und warte dementsprechend lange vor dem Lehrerzimmer. Andere sind auch schon da. Die Tür ist zu, es ist geschmückt. Irene hat wohl das Zepter in der Hand.

Eva kommt und schenkt mir eine Karte mit lieben Worten und einen Bananenkuchen, er ist noch warm.
Die Andacht hält Mr. Fumapa. Dann Grußworte und freundliche Reden, zuletzt ich. Das kenne ich ja inzwischen, und es übt sich. Meine Erlebnisse sind Schätze im Himmel für mich.

Die Frauen haben großartig gekocht und ich packe für Anna etwas ein, sie war zu schüchtern mitzukommen, stellt euch vor.

Am Abend haben wir Klön- und Kaffeestunde mit Handarbeit. Erst bei Kerzenschein, dann kommt der Strom wieder. Der Bananenkuchen wird fast alle.....


15.12.2016
Donnerstag: Ein Ausflug mit Problemen: Bank - Post - Polizei ...

Sieben Uhr pünktlich fahren wir los. Zuerst bei der ANZ Bank checken, ob es hier dieses IBAN/BIC System gibt... gibt es nicht. Schade.

Dann zur Post: Mein Paket ist nicht da. Ich möchte mein "Testament" machen und für Malangton eine handschriftliche Vollmacht hinterlassen.... geht nicht, sie akzeptieren nur Getipptes!!!!!! Unglaublich, Chaos auf der einen Seite und schlimmste Bürokratie auf der anderen... ich bin genervt.

Als drittes will ich noch ein paar Fotos drucken. Das geht hier in der Pharmacie, allerdings muss man (lange) auf die Bedienung warten. Immerhin unterhalte ich mich nett mit zwei Frauen. Die eine ist aus Jalibu und hat die toten Fische aus ihrem Teich fotografiert (Trockenheit). Die andere ist eine Verwandte von der Rose, die mich bei der 2014 Reise mit Bilum und Meriblaus beschenkt hat und die Frauenarbeiterin in Ogelbeng ist. Ich lass mir die Adresse geben.

Malangton wollte eigentlich um zwölf wieder in Banz sein, aber ich glaube, das war ein Spruch. Wir trinken noch einen Kongo-Kaffee in meiner Lieblings- Kaffebude. "Lieblings" erstens, weil sie die besten Sandwiches haben und zweitens weil sie mich hier anstandslos auf´s Klo gehen lassen.

Auf dem Rückweg gibt es eine denkwürdige Begegnung mit der Polizei: Sie stoppt "unseren" PMV und verlangt die Papiere. Mit denen fährt sie denn davon, und der PMV hinterher. Nun stehen wir vor dem Polizeigebäude und warten. Was ist falsch? Im Stadtgebiet dürfen keine Passagiere einsteigen, nur an der Bushaltestelle. Wollen die Polizisten Bestechungsgeld??? Große Diskussion unter den Passagieren. Wir verlassen den Bus und laufen zur selben "Nicht- Bushaltestelle" vor der Pommes- Bude. Hier liest uns nach noch nicht mal einer Minute Wartezeit derselbe PMV verbotenerweise wieder auf ;-) .

Nachmittags kommt Anna, wie abgemacht. Wir kochen. Als nachts der Strom wiederkommt legt Anna eine Stick-Nachtschicht ein.


14.12.2016
Mittwoch: Power-Point, Waschen, Besprechungen ...

Vormittags versuche ich mich an einer Power-Point-Präsentation zum Thema "Kinder...."
Es ist also Strom da, das muss genutzt werden.
Paul ist unterwegs, und diesmal soll er etwas zu essen bekommen: Kohl mit Wurst und Kartoffeln.

Die Waschmaschine läuft auch. Das geht so: Wasser ´reinfüllen und Pulver, laufen lassen, auswringen, abpumpen und mit Spülwasser nochmal laufen lassen, wringen und an der Leine auf der Veranda aufhängen. Nicht die Wäschespinne benutzen, da wurde letztesmal geklaut.

Paul erkläre ich, welche vorbereitenden Arbeiten für eine Projekt-Beantragung nötig sind. Malangton ist dabei und eine gute Unterstützung, er hat da mehr Erfahrung. Wir unterhalten uns den ganzen Nachmittag und Paul erzählt auch, dass 2010 sein Haus abgebrannt war mit sämtlichen Büchern. Er interessiert sich sehr für die Bücher, die im NWTC Frauentrainingszentrum vorhanden sind.
Als alle wieder weg sind gehe ich kurz zu Eva und Gerry und versuche bei Mr. Attem herauszubekommen, was an dem Gerücht vom Abschiedsessen dran ist. Ja, es ist geplant, dass Sonnabend die Lehrer einen Abschied mit mir feiern. Ich unterbreite ihm meine Hasimo-Pläne, und er verschiebt die Veranstaltung kurzerhand auf Freitag, danke!

Im Haus-kuk von Malangton und Mama Frieda staube ich noch eine Kaukau ab. Dann malaolo, denn morgen wollen wir das letzte Mal nach Mt. Hagen.


13.12.2016
Dienstag

Einkaufen, Malangton und Israel sind meine Leibwache. Sori wegen so viel Arbeit, aber Jane ist immer noch nicht da und die anderen beiden waspapas haben sich irgendwie verdrückt (viel zu viel eigene Arbeit).

Während des Wartens vor dem Haus fressen mich die Mücken auf. In Banz bekomme ich alles was ich brauche und fahre voraus. Die beiden wollen noch für Israel ein Bankkonto eröffnen und das kann dauern!

Ich nutze den Strom und das inzwischen benutzbare Datenvolumen zum Arbeiten. Es sind viele Mails angekommen. Und mein Bericht ist wieder nicht abgeschickt, weil die Daten nicht reichten. Mannmann!

Immerhin sind die Fotos sortiert, und immerhin komme ich mit dem tippen voran... man wird ja bescheiden in seinen Ansprüchen.

Gestern hat ein Pastor erzählt, dass hier im Lande Alle darum kämpfen, Leute in ihre Kirchen zu bekommen. Leider hat das manchmal seltsame Auswüchse zur Folge: z. B. würde er selbst seinen Sohn verstoßen, wenn er sich von den Sieben-Tage-Adventisten nicht wieder zur Lutherischen Kirche bekennt.
Das kann doch nicht im Sinne des Erfinders sein ...


12.12.2016
Montag

Margret frühstückt nach einiger "Benötigung" und will früh aufbrechen.

Ich mach mich auf die Suche nach Flex Karten zur Aufladung des Telefons. Nix. Eine Bekannte bietet an, sie mir zu besorgen und scheint gar nicht wieder zu kommen. Sie ist bis nach Banz gegangen und will nicht einmal Fahrgeld haben ...
Danke!

Ich gehe ´mal zu Eva zum Klönen. Bei ihr ist wenigstens die Weihnachtszeit ausgebrochen. Adventskalender für die Kinder, so etwas ähnliches wie Tannenzweige ... hübsch.

Meine sonstigen Pläne für den Tag scheitern am Stromausfall und der sch... Technik mit dem Handy.

Immerhin hab´ich meine Meriblauses gewaschen und trocken bekommen.
Der Abend wird noch ganz gesellig mit drei Tees und viel Besuch im Kochhaus von Malangton. Ich schnorr auch noch eine Kaukau und eine Banane.


11.12.2016
Sonntag

Foto: Gottesdienst Foto: Gottesdienst Foto: Gottesdienst Vor dem Gottesdienst nehmen mich die Frauen mit zum Bambusrohr-Wasserfall. Ziemlich steiler Pfad, aber es lohnt sich. Die Waschstelle der Frauen ist gut besucht und auch die Babys werden gnadenlos eingeseift und mit kaltem Wasser abgespült.

Die große Kirche ist heute voll. In der Tamburingruppe machen alle Programmofficers mit und Agnes und ihre Tochter.

Ihr Mann predigt. Auch anschaulich, klar und mit lauter Stimme.

Leider ist mir nach dem Gottesdienst übel mit Kopfschmerzen. Hinlegen und Pfefferminzöl hilft einigermaßen. Und lieber nicht so viel essen, sonst endet es, wie das letzte Mal ...

Alle Frauen verabschiden sich ungern von mir. Wann ich denn wiederkomme...hmm...?

Eine besondere Freude ist für mich, dass die kleine Maria mir die Hand geben mag, nachdem sie Freitag noch sooo ängstlich war.

Die Regelung der Rückfahrt ist einigermaßen schwierig. Ich darf mit dem ersten Fahrzeug los und Magret begleitet mich von Kundiawa aus mit dem PMW bis nach hause. Für ihre Rückfahrt ist es zu spät und sie übernachtet. Sie ist hier zur Schule gegangen und macht nun die Verwaltung des Chimbu-Frauenprojekts (ein Gasthaus). Sie war auch schon einmal mit dem Jugendaustausch in Bayern. Eine fitte Frau, zurückhaltend.


10.12.2016
Sonnabend

Konferenzprogramm.
Am Vormittag besichtige ich lieber mit Agnes´Tochter Cäcilia den Ort und Agnes´Mutter. Die weint fast vor Rührung, dass eine weiße Frau zu Besuch kommt.

Es ist ziemlich gebirgig hier und der Rückweg auf den Berg macht mich kurzatmig. Am Nachmittag höre ich mir die Konferenz an und sie schafen tatsächlich bis zum Abend die 30 Tagesordnngspunkte. Dann gibt es u. a. Noch Lob für die Frauenkurse im NWTS, die wir gemacht haben, und ich verabschiede mich von den liebenswürdigen Frauen und den PO´s. Eine schöne Gemeinschaft.

Abends geben sie uns wieder Mumuschwein. Das gehört diesmal zum haus krai. Eine Trauerveranstaltung, denn ein Bruder von Agnes ist verstorben. Er ist in einem großen Zelt auf dem Familiengrundstück aufgebahrt. Die Frauen der Konferenz bringen scones und Feuerholz und haben sich für den Gottesdienst bereit erklärt. Der katholische Diakon stellt uns vor und erklärt sich einverstanden mit dieser evangelischen Unterstützung. Zuerst warten wir lange auf die fehlenden Verwandten, die aus Richtung Mt. Wilhelm kommen sollen. Wir singen uns schon einmal ein. Es sind die Lieder, die ich auch aus den anderen Gottesdiensten kenne. Dann predigt Agnes und ermahnt den Rest der Familie mit für meinen Geschmack ziemlich starken Worten.

Ich darf mit einigen PO´s vorausgehen. Agnes bleibt noch länger. Es geht wieder den Berg hinauf und ich finde, dass ich meine Sportübungen heute wirklich getan hab.


09.12.2016
Freitag: Über Kundiawa nach Omkolei

(Die Veranstaltung ging gestern noch ziemlich lange und Malangton hat den Leuten später einfach einen Film vorgesetzt ;-)

Heute ist Anreise zur Frauenkonferenz nach Omkolei, Heimatort von Agnes und ihrem Mann.

Erste Etappe: Kundiawa. Hier gibts erstmal Schnittchen und ich mache einen Mittagsschlaf, während Agnes den Transport der über zwanzig Frauen regelt.

Kilometerweit fahren wir duch schroffe Berge, allerdings auf Teerstraßen.

Die Begrüßung fällt herzlich und üppig aus. Agnes kommt in ihr "Jerusalem" zurück. Sie war hier lange nicht. Der Höhepunkt heute abend ist ein Gottesdienst für und mit der Gemeinde. Agnes predigt wie eine Pastorin.

Nach dem gemeinsamen Essen versuche ich mein erstes Buai (Bethelnuss). Das ist irgendwie stressig, weil man den Matsch nicht herunterschlucken darf. Die wirkung auf mich ist total entspannend, abschlaffend. Nix Wachmacher, wie sie behaupten.

Wir sind in einem Haus der ehemaligen Missionare untergebracht. Lampe und Wandbehang in unserem Zimmer sind urdeutsch: Arche Noah und Max und Moritz!

Wie schon bei der Frauenkonferenz in Muaina bekomme ich ein Bett.


08.12.2016
Donnerstag: Entlassungsfeier und (?) - Essen

Großeinkauf auf dem Markt, u. a. Fünf Hühner....

Dann schnell wieder nach Hause. Um 14.00 Uhr geht es angeblich los mit der Entlassungsfeier. Stimmt aber nicht, es ist schon um 10.00 Uhr angefangen und wir kommen gerade noch rechtzeitig zur Verteilung der Abschusszeugnisse.

Israel hat außerdem Preise in mehreren Fächern abgeräumt und ist Schulbester (von über 130 SchülerInnen)! Das bringt ihm ein Stipendium für die Klassen 11 und 12 ein und er kann wahrscheinlich zwischen den Schulen des Landes wählen. Super Chance. Herzlichen Glückwunsch!

Zum Festessen bin ich auch eingeladen. Das besondere Aroma kommt heute von der Soyasoße, lecker, danke.
Die üblichen Reden dürfen auch nicht fehlen. Ich verdrück´ mich rechtzeitig, bevor mir das Beschwören der Vergangenheit zu viel wird.





07.12.2016
Mittwoch

Mit den Hühnern stehe ich auch wieder auf. Das Wasser ist alle. Dem Radio hab´ich zum Glück Batterien verpasst und es läuft "dreaming of a white Chrismas..." hoffentlich hier nicht!! Das wäre das Ende der Fruchtbarkeit.

In den Letzten Wochen wollen noch einige Besucher kommen. Gleich nach dem Ausflug ins Chimbu hat sich Pastor Wokenuwe angesagt. Tande und Jonathan wollen mir meine vergessenen Sachen bringen, bestimmt kommt Anna nochmal.

Was mit Jane ist, kann ich nicht wissen. Sie sprach davon, dass sie unbedingt zu Weihnachten wieder hier sein will. Nun ist sie aber so gut wie verheiratet und muss Kompromisse machen.

Mit Malangton verabrede ich, morgen früh Zutaten für ein Schulabschluss-Essen zu kaufen. Israel wird morgen aus der 10. ten Klasse entlassen, ich soll Fotos machen.


06.12.2016
Dienstag: Der Nikolaus kommt auch nach Papua-Neuguinea

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Ich hab´ein N i k o l a u s Geschenk! Danke Ev... äh, Ger....ähhhh Nikolaus!
Noch am Vormittag haben wir es fast verputzt!

Von den Erdnüssen versuche ich gebrannte Erdnüsse zu machen. Sind ziemlich lecker, Zimt hab ich von den Gerbers entliehen.

Irene hat es geschafft, meinen Scheck in Mt. Hagen zu cashen. Danke Irene.
Ansonsten stelle ich mich dem ewigen Stromausfall und gehe mit den Hühnern zu Bett.


05.12.2016
Montag: Kindergarten-Abschlussfeier

Es gibt letzte Vorräte zum Frühstück. Ich muss einkaufen. Anna organisiert, dass Israel in den Ferien mit nach Madang fahren kann.
Die Bank ist heute geöffnet und ich versuche (wieder mal) den Scheck einzulösen. Wird aber nichts. Die Unterschriftenliste des vor 4 Wochen eröffneten Kontos ist noch nicht im System!!! Auch die Kassenwartin selbst wird bei ihrem Versuch nach Hagen verwiesen. Was für ein System!

Anna und Israel fahren nach Hause und ich bin bei der Kindergarten-Abschlussfeier eingeladen. Eine kleine feine Veranstaltung mit etwas Überlänge für die kindliche Konzentrationsfähigkeit und für meine auch. Sie haben sich viel Mühe gegeben und der Programmablauf ist ähnlich wie bei der Graduesen: Gottesdienst, Ansprachen, Präsentationen der Kinder, Festessen: halbes Hühnchen!

Die Kinder sind mit Eifer dabei, auch wenn mir selbst manches ein wenig zu "gedrillt" vorkommt. Ich habe meine Memory card voll fotographiert.


04.12.2016
Sonntag: Gottesdienst

Heute wollte ich nochmal den Kindergottesdienst sehen, aber sie haben das Programm schon abgeschlossen.

Anna und Israel sind etwas gebessert, sie haben gut geschlafen und gefrühstückt. Israel ist im Gottesdienst dabei, singt alle Lieder mit und ist brav.

Heute klärt Anna mich auf: Sie hat Altartücher gestickt, die sie im Partnerschafts- Gottesdienst am 4. Advent verteilen will. Mein Abschiedsgottesdienst in Kindeng. Ich will etwas früher fahren und auch dort mal übernachten. Annas Kinder sind deswegen super aufgeregt. Sorri.

Nach dem Gottesdienst laden wir uns im Kochhaus der Nachbarn zum Kaffee ein. Anna redet wieder und ist in Form.

Abends sehen die beiden einen Film auf meinem Computer.


03.12.2016
Sonnabend

Es ist Strom! Jetzt aber los (pull your socks): 3 Ladungen Wäsche, Wasser pumpen, Radio an, Facebook gscheckt, Toast essen, Kühlschrank kühlt, Brot backt (geht aus ohne Strom ;-) Count wour blessings! Viele einfühlsame Nachrichten von Freunden und Familie.

Heute ist Jane abgereist.

Am späten Vormittag kommt Anna mit Israel, ihrem Jüngsten. Sie hat Bauchschmerzen und fühlt sich krank. Wirklich, sie redet kaum, sie muss krank sein.
Wir essen die Schweinebacke von der Graduesen und gehen früh schlafen.
Israel ist auch erkältet.


02.12.2016
Freitag: Graduesen-Feier, nochmal Mumu


Malangton hat mich eingeladen, bei der Graduesen seines Kurses dabei zu sein. Es sind alles Mitarbeiter im Kaffeegeschäft, deren Kursgebühr großzügig gesponsort wurden. Nun sind sie voll des Lobes für den Kurs, den sie bestanden haben. 35 Männer und vier Frauen.... immerhin. Zwei Wochen haben sie sich im Norden von Mt. Hagen in einem Resort mit dem ABC der Finanzen und mit persönlichen Haltungen zu Erfolg und Fortschritt auseinandergesetzt. Natürlich immer mit Gottesdienst am Tagesanfang und -schluß.
So auch heute: Gottesdienst, Danksagungen, Vergabe der Zertifikate, Abschlussfoto und .... tätääää:... Mumu!

Heute auf die Hagen-, Eastern- Highland- Art, das heißt: einige Schweineteile werden nochmal extra in ein Bananenblatt gewickelt zusammen mit z. B. Farn und das schmeckt dann ein bisschen wie Wurst. Es schmeckt alles schon wieder sehr gut. Offenbar auch den anderen vier weißhäutigen Gästen. Zwei davon gehören zur berühmten Leahy Familie, Pioniere des Hochlands, die nun teilweise im Kaffeegeschäft tätig sind. (Hierüber gibt es drei Filme).

Meine eigentlichen Missionen in Mt. Hagen: Waschmaschinenteil bei Brian Bell besorgen und Paket holen, schlugen beide fehl.
Für die Rücktour dürfen wir bei einem Mitarbeiter von Mr. Leahy mitfahren. Er holt zwanzig Kaffee- Sortiererinnen von ihrem Arbeitsplatz ab und bringt sie genau wie an allen sechs Tagen die Woche nach Kimil. Das liegt mitten im Hasimo Block Seket. Wir treffen die Frauen fröhlich lachend bei der Arbeit an.

Als ich anfange zu Fotografieren wollen sie alle aufs Bild! Soetwas hab´ich auch noch nicht erlebt. Ich dachte sie müssten müde sein nach einem ganzen Tag Kaffeebohnen- sortieren auf dem Betonboden. Aber die Stimmung könnte besser nicht sein, auch als sie sich zu zwanzig (!) auf die Ladefläche quetschen müssen. Wir umrunden das Rollfeld vom Flugplatz und kommen am Golf(!)- platz wieder auf den Highway. Was für Kontraste!

Der Fahrer heißt Goloe und erzählt von der Gegend. Er wohnt in der Nähe von Kudjip und arbeitet an sechs Wochentagen. Sonntag ist Gottesdienst und ein bisschen Familientrefen. Dann geht es wieder los: fahren und Wachdienst für die Kaffeebranche. Er macht einen zufriedenen und sympathischen Eindruck. Auch die Frauen sind fest angestellt, es gibt das ganze Jahr über etwas zu tun. Goloe ist ein überzeugter Lutheraner und erzählt: seit sie in seinem Gebiet drei Kirchen mit drei Pastoren haben. Es bewirkt, dass es hier nicht so viele Alkohol und Drogenexzesse gibt wie anderswo. Durchschnittlich 60 Leute sind jeden Sonntag in jeder Kirche dabei. Ok. Er hat gewonnen, auch wenn Luther aus Deutschland kam ...

In Banz ist der Strom wieder da, stellt euch vor! Wie mich das freut.
Der Abendkaffee mit Malangton dauert so bis 21.00 Uhr. Er brachte ein Stück Schweinebacke, sie haben ihm den Kopf des Mumuschweins mit nach Hause gegeben, mein Essen für morgen ist gesichert (abus= Fleisch/Beute).


01.12.2016
Donnerstag: Kabel- und Mumu-Diebe ...

Schon erster Dezember, unglaublich! Warm wie gestern und Stromausfall wie gestern. Wach war ich um 4.30 Uhr mit den Hühnern.

Also ich bin ja nicht so leicht zu verzweifeln, aber als ich heute mit Jane kurz im Garten war, sagte ein Passant, das sie ein Stück der Stromleitung geklaut hätten. Genauso wie ein Großteil des Mumu von Jane bei der Graduationsfeier! Ungeheuerlich!

Bei Eva und Gerry werde ich fragen, ob ich mein Handy bei ihrem Generator laden kann. Eva bietet mir auch an, ein bisschen zu computern, solange der Generator läuft. Das nehme ich gerne an, solange, bis mich die Mücken auffressen (nur zur Erinnerung, es ist 1. De z e m b e r).

Morgen ist Mt. Hagen geplant, um 7.00 Uhr soll´s losgehen.
Ein paar Körperübungen, was mir noch so einfällt aus Yoga, Tai Chi und sonstiger Gymnastik und weiter "gesund-schlafen".


30.11.2016
Mittwoch: Zuviel gegessen...

Ich habe lange geschlafen. Die Übelkeit fing nach dem Frühstück an. Nach den üblichen Verrichtungen ging es, aber ich habe ja freie Zeiteinteilung und lege mich lieber nochmal hin. Überfressen würde ich sagen. Meiner Nachbarin Jane scheint es ähnlich zu gehen. Sie ist nicht zu hören und zu sehen.

Strom ist auch noch immer nicht da, also verpasse ich nichts, wenn ich nur ein bisschen Haushalt mache, z. B. den Kühlschrank nach dem vielen Fleisch ...
Nachts ging für eine Sekunde das Licht an, ich hab´s genau gesehen!


29.11.2016
Dienstag: Graduesen

Um 6.00 Uhr werde ich wach und fange mit dem Frühstück- machen an. Die eine Kuh haben sie ja schon aus dem "Kühl(haha)-"schrank geholt, aber die andere???

Wir schaffen eins von meinem frisch gebackenen Broten. Und Agnes kümmert sich um ihre Praktikantin, die anscheinend in ihrer "Landesteil- Gruppe" kein Festessen hat.
Vor der großen Zeremonie versuche ich mit Agnes noch die Telefone im Restaurant aufzuladen. (ihr wisst: der Stromausfall)

Um 10.00 Uhr dann geht es los: Singsing von zuerst zwei, dann drei Gruppen gleichzeitig. Stellt euch das Ton- Chaos vor. Begrüßung der Beteiligten, Gottesdienst, Reden mit mehrfacher neuer Begrüßung aller Gäste und umfangreichem Dank. Dann werden die StudentInnen entsendet und die Besten bekommen eine Anerkennung. Schluss und Abrundung durch das Schlusslied und den Segen so gegen 14.00 Uhr gefühlt.

Paul ist auch da und hat seinen Sohn mitgebracht. Der studiert Journalistik in Madang und versucht einen Artikel im Post Courier zu platzieren.

Wir sind bei den geladenen Gästen zum Essen. Für die menschlichen Bedürfnisse und einen Kaffee gehen wir zu mir nach Hause und da werden wir wieder zum Essen eingeladen. Diesmal bei meiner Nachbarschaft, wie ich es auch abgemacht hatte. Hier schmeckt es noch mal so gut.
Bis zum Regen um 18.00 Uhr sind wir pappsatt und haben einige neue Anekdoten von der Küste gehört und weitere fünf Dankesreden.


28.11.2016
Montag: Backen - Kochen - Mumu "mal anders"

Zeit, endlich die Gasflasche zu besorgen. Malangton schraubt sie in aller Hergottsfrühe ab. Er selbst unterrichtet zwei Wochen in Mt. Hagen. Also organisieren wir etwas mit dem Truck der Schule.
Susan muss sowieso die Kochzutaten kaufen und begleitet mich, genauso wie einige Studenten und Peter, der Fahrer, fährt.
Die Bank hat halb zu, d. h. meinen Scheck kann ich nicht einlösen, aber die Automaten funktionierten. Das Auto schafft alles so mit Ach und Krach: der Anlasser, die Reifen, die Ladefläche.... oo.

Zu Hause nutze ich erstmal aus, dass ich wieder Gas habe: Kochen und Backen. Agnes meldet sich an und sagt, ich solle nicht kochen....

Sie kommt gegen Spätnachmittag und hat wieder ein Stück Mumu-Schwein dabei. Wir leihen einen Topf von Jane und machen Mumu auf dem Gasherd. Bei weiterhin völligem Stromausfall. Uns und den Jungs hat es auch bei Kerzenschein geschmeckt. Morgen ist der große Tag der Entlassungsfeierlichkeiten, und Agnes ist Ehrengast. Wir sind so satt, dass wir nur noch in die Betten fallen können. Die beiden "Bodygards" schlafen im senta=nebenan.


27.11.2016
Sonntag: Gottesdienst

Ein richtig sonntäglicher Sonntag: Gottesdienst, Handarbeit und Kaffeestunde mit Lehrerin/Pastorin Susan Fumapa. Sie hat gute Ideen zur Frauenförderung, wird aber höchst wahrscheinlich nach Lae gehen. Schade für Banz.

Draußen klingen exotische Geräusche und Gesänge. Ich glaube, sie üben schon für Dienstag. Viele Angehörige sind schon angereist. Auch meine Nachbarschaft ist voller Besucher.


26.11.2016
Sonnabend: "Partnerschaft, was ist das eigentlich?"

Inzwischen ruft mich die Arbeit in Deutschland ziemlich. Aber dank der modernen Technik ist das ja kein Problem (wenn denn der Strom da ist).

Mit den Studenten des Entlass-Semesters verbreitet sich hier irgendwie eine Aufbruchstimmung. Alles ist "das letzte Mal"... und ich hab´noch nicht einmal eine Idee für Weihnachtsgeschenke.

Paul kommt, wie verabredet, mit Jonnie Mape, dem Verantwortlichen für die Partnerschaft. Am 18. Dezember wird in Kindeng der Partnerschaftsgottesdienst sein und Jonnie Mape braucht Unterstützung für die Klärung: "Partnerschaft, was ist das eigentlich?"

Immer noch erwarten viele Kirchenmitglieder von ihm, dass er aus Deutschland das große Geld besorgt. Jahrelang wurde ja auch bei uns so gedacht, dass die " Armen" es nicht selbst zustande bringen könnten und Geld die beste Hilfe ist. Nun glauben die Ältesten ihm nicht, dass Partnerschaft zunächst einmal bedeutet, sich zu kennen und zu respektieren und gemeinsam am Reich Gottes zu bauen. Dabei können sie Unglaubliches schaffen mit ihrer Methode der Zusammenarbeit/wok bung. Zum Beispiel ist nur durch Kollekten gerade ein Pastorenhaus fertig geworden und die Kirche in Mandan, Spatenstich 2014, ist fast fertig. Da sag noch einer: Die Armen ...
...
An Gottvertrauen können wir uns eine Scheibe abschneiden.
Natürlich ist manchmal Not, wie in Hapa Weia, als der Fluss die Gärten wegspülte. Dann muss eben Hilfe hier und da organisiert werden, wie es auch geschehen ist. Paul wird berichten.

Die Unterstützung der Altersvorsorge möchten wir auch gerne weiter fördern, so die beiden Partnerschafts-Experten. Das hat viele motiviert, die Kirchenarbeit weiter zu machen. Ich werde berichten...

Ansonsten habe ich in der Vergangenheit erlebt, dass der Umgang mit ungewohnt viel Geld die Partnerschaftsbeziehung eher kaputt gemacht hat. Hier sprechen sie viel von finanziellem Analphabetismus.

Allmählich setzt sich die Meinung durch, "nicht abhängig werden" zu wollen. Das richtige Maß ist gefragt und immer auf der Basis des gegenseitigen Respekts. Da muss man schon genau hinsehen.

Am Seminar laufen die Vorbereitungen für die Graduesen/Entlassungsfeier auf Hochtouren. Zwei Gruppen haben bei mir Fleisch zum kühlen abgegeben. (ich kann hier verraten: es ist nicht richtig gut gegangen: Stromausfall!)

Mit unserer kleinen Nachbarschaft haben wir einen gemütlichen Plauder- und Kaffeeabend.


25.11.2016
Freitag: Letzte Morgenandacht - Lehrerkonferenz - Verabschiedung der Entlassstudenten - Iceman

Letzte Morgenandacht für dieses Semester sagen sie. Den Tagesanfang mit Musik und Andacht werde ich wirklich vermissen.

Domape ist schon da und will saubermachen. Als sie schon fast fertig ist holen die Studentinnen den Fisch ab, der bei mir eigentlich hätte kühlen sollen.... aber ... Stromausfall! Also macht Domape sich auch noch über den Kühlschrank her und ich muss ihr die Bezahlung schuldig bleiben, weil ich meinen letzten Hunderter nicht gewechselt bekomme.

Diesmal nehme ich an der Extra-Lehrerkonferenz teil. Ein Dauerproblem ist es, daß sogar im dritten Semester, also jetzt kurz vor der Entlassung, noch nicht Alle die Schulgebühren bezahlt haben. Die Feinabstimmung dauert lange und ist nicht einfach.
Nachmittags ist ein Essen der Lehrer mit den Entlassstudenten angesagt. Ich falle wieder auf die Zeitansage herein. 16.00 Uhr ? Nix. Zweimal Gongt es vernehmlich, aber noch immer kein großer Andrang.
Um 17.15 Uhr geht es allmählich los, obwohl immer noch nicht alle Lehrer da sind. Dann kommt der Gottesdienst und die Reden. Meine war kurz, denn als ich ankam waren fast alle Studenten des 3. Semesters schon im Praktikum.

Eva hat da mehr Herzblut in die Klasse gesteckt und macht eine eindrückliche Rede mit Tok Piksa= Bildersprache. Dann das Essen, es war wieder super gut. Und weitere gefühlte 3-5 Reden. Der Nach- Hause- Weg ist dunkel.
Foto: Iceman auf der Terrasse Ich muss mal von dem Hund schreiben: "Iceman". Er passt auf mich auf. Eigentlich mag ich ja Hunde nicht so gerne und hab ein bischen Angst. Aber Iceman ist echt gut. Er hat mich irgendwie adoptiert. Er wacht auf der Terrasse und bellt, z. B wenn der unbekannte Elektriker kommt und heute hat er vorm "Lokal" gewartet und ist mit mir nach Hause gegangen (es war dunkel). Von den Jungs lässt er sich auch anfassen, aber sonst ist er zurückhaltend freundlich. Danke Iceman.








24.11.2016
Donnerstag

Wäsche die Zweite und Frisör die Zweite. Beides klappt heute wunderbar und wir haben noch Zeit für Pommes im Schnellimbiss. (Mein Gas ist nämlich noch immer alle.)

Hier treffen wir einen ehemaligen Studenten mit seinem Baby. Er hat (in der Nähe?) einen Schmuckverkauf und lädt uns ein, ´mal vorbei zu schauen, dann brauchen wir es nicht teuer in Pt. Moresby am Flugplatz zu kaufen ;-) Kommt auf die Ausflugsliste.

Heute bekomme ich außergewöhnlich viele Anrufe. Anscheinend haben alle die Happy- Hour gebucht: Johannes Eka aus dem Wabi, Anna mit Erziehungssorgen und Paul verabredet uns mit Jonnie Mape, dem Partnerschaftsausschussvorsitzenden von Hasimo.


23.11.2016
Mittwoch: Bettenwaschtag - Nach Banz - Krankenhausbesuch

Heute ist Waschtag für Betten, auf daß wieder neue BesucherInnen kommen können.
Foto: Mutter und Kind im Krankenhaus
Nachmittags muss ich unbedingt zur Bank und will endlich Haare schneiden.
Wieder ist das alles nicht so einfach getan: die Bank in Banz ist zu und wir müssen zum dritten Mal nach Kudjip, 1,- K Bus- Entfernung. Gut, denn wir nutzen die Chance, Carol mit ihrer Tochter und dem Baby im Krankenhaus zu besuchen. Ein Winzling bisher ohne Namen und Carol schon Oma! Ich glaube es nicht.
Glücklich wieder in Banz aber der Frisör muß ausfallen, Stromausfall. Total dunkel im Salon und draußen werden keine Haare geschnitten. Eine lose Verabredung für morgen ist aber gemacht.

Ich decke mich noch mit Lebensmitteln, einem neuen Tagebuch und Wolle für ein Weihnachtsgeschenk ein. Unglaublich, dass schon bald Weihnachten ist. Die rechte Stimmung kommt hier wirklich nicht auf. Es ist halt immer und immer Sommer....
Heute abend ist der letzte Abend- Gottesdienst. Ich nutze die Chance, mich schon mal bei der Gemeinde und den Studenten zu bedanken.


22.11.2016
Dienstag

Ich drücke mich vor der Morgenandacht, Ausrede: Besuch von Anna.

Hier ist alles auf die Graduation ausgerichtet, nächsten Dienstag ist es so weit. Ich steck in der Vorbereitung nicht so ´drin und nutze die Zeit (und den Strom) zum Schreiben und Waschen. Anna bricht auf, mit Sack und Pack. Beim Frühstück hat sie auch ein paar Familien- Sorgen durchblicken lassen. Sie ist als Frauenarbeiterin viel unterwegs und macht sich Sorgen um die große Tochter. Der Vater ist weit weg in Port Moresby und die Wege der Pubertierenden gefallen der Mutter nicht...ist irgendwie wie bei uns, nur dass sie hier noch einen größeren Kontroll-Anspruch haben. Die ganze erweiterte Familie soll nun ein Wörtchen mitreden. Ich bete für Mitgefühl bei den Erwachsenen.

Ich koche mein Essen im Center, weil ich keine Chance auf Gas- holen hab (Malangton ist in Hagen beschäftigt). Zwei Zuschauerinnen, die entzückenden Mädels von Janes Verlobten, bekommen ihren fairen Anteil.

Abends besucht mich Familie Sonny. Heute ist Lehrerkonferenz gewesen, ich hatte eine Fehlinformation. Eva bringt mich auf den Stand. Geduld und Vertrauen für die Vorbereitung der Graduation/Entlassfeier. Die Ausschussvorsitzende war auch nicht bei der Lehrerkonferenz.

Der abendliche Stromausfall ist heute zum Glück nur kurz.


21.11.2016
Montag

Tande hat hier irgendwie auch ein Zimmer und übernachtete. Der Frühstückstisch ist schon gedeckt. Letzte heiße Eimerdusche und Aufbruch.
An der Bushaltestelle verabschieden wir (Anna und ich) uns von allen Anderen. Der Busfahrer ist von hier und muss versprechen, uns in Hagen an der Banz- Bushaltestelle ´rauszulassen.

Das ist auch gut so, denn in Hagen ist großartiges Gewimmel. Jeder versucht uns in seinen Bus zu schwatzen. Athmen, Ruhe bewahren und selbst denken. Bis Banz kommen wir in einem neuen PMV und der Fahrer fährt ruhig und besonnen, was nicht

selbstverständlich ist.
Wir müssen noch einkaufen und Anna schleppt ihre schweren Taschen durch die Gegend.
Endlich zu Hause, beschließt sie, noch eine Nacht hier zu bleiben.
Sie erzählt mir und Malangton von dem Bibelcamp. Sie ist schwer beeindruckt von der spirituellen Kraft der Frauen, die in einem Fall mit vier (!) Generationen erschienen waren. Sie fühlt sich bestärkt, die Arbeit als Frauenarbeiterin für den Hagen Distrikt nun auf zu nehmen. Ihre Namensschwester, Anna Mathew hat diese „Mission“ auch Bestärkung in der Arbeit gegeben. Beide wollen in Zukunft partnerschaftlich zusammen arbeiten, als Partner von Dithmarschen und in der Frauenarbeit.

Am College ist heute eine Kuh „verunfallt“. Sie musste (so gern es mir leidtut) geschlachtet werden (daher der „Aufstand“ vor unserem Haus). Jane hat uns ein Stück „schieres“ Rindfleisch gekocht. Ich find´s lecker, Anna ist ein bisschen übel geworden.


20.11.2016
Sonntag: Gottesdienst

Gottesdienst. Zu diesem Anlass hatte mich Tande eigentlich eingeladen: die Gottesdienste seien irgendwie andersartig und emotional.

Ich geselle mich schon im Kindergottesdienst dazu, ich bin nämlich neugierig.
Große Beteiligung von Kindern aller Altergruppen. Viele Lieder, die ich auch kenne. Ich werde begrüßt, aber sie machen zum Glück keine große Sache davon. Auch der Textteil ist kindgerecht-kurz. Dann wieder Singen und Segen. Die Kinder dürfen ´rausgehen oder bleiben zum anschließenden Gemeindegottesdienst.

Es ist wirklich ein bisschen anders. Das Singen ist laut schön und intensiv und dauert etwas länger und auch in seiner Predigt hat der Pastor immer die Gitarre „im Anschlag“. Alles wird in Pigin und Tok Ples (Imbo Ungu?) parallel verkündigt.

Jonathan hat sich ausgedacht, dass wir eine Lied beitragen sollten. Es ist „Nun danket alle Gott“. Wir singen solo, obwohl es eine Pigin- Version im Lotu Buk gibt. Hier soll ich mich auch kurz selbst vorstellen und ich hoffe, dass mich nun einige Leute weniger für Jonathan´s Mutter halten ;-)

Obwohl heute Sonntag ist, gehen wir nochmal ins „Dorf“ Wagum und besorgen etwas zu Essen. Die Annas fangen an zu kochen, aber Tande ist zur Stelle und übernimmt, kocht, räumt auf, macht sauber und ist irgendwie nicht zu bremsen. Wir schnacken gemütlich den Abend und machen früh Feierabend.


19.11.2016
Sonnabend

Heute soll die Landleitung für Tandes Haus gezogen werden und Jeder der Kräfte hat, wird gebraucht. Jonathan geht nach dem Frühstück los. Auch der Generator wird abgeholt.

Ich beschäftige mich mit Feuerhüten, und veranstalte zwischendurch eine ziemliche Räucherbude, bevor mein Teewasser kocht.

Pastor Rombe schaut auf seinem Weg zu einer Konferenz herein und schnackt kurz.
Mittags bringt Janet Tande den Lohn für Jonathan: großer halber Hahn mit Gemüse. Das Essen ist ein Fest.

Die beiden Annas sind inzwischen angekommen und erzählen von ihrer erfolgreichen Mission. Sie sind auch recht erschöpft.

Das Mittagessen war zwar lecker, doch Abends findet Tande, dass er noch einmal kochen muss, nicht, dass die Damen Hunger leiden müssen: nochmal Reis mit Gemüse und Tunfisch. Zugegeben passt schon wieder etwas hinein.
Jonathan schmeißt den Generator an und es gibt zwei Filme für die Annas, und Aufladung für sämtliche Handys.


18.11.2016
Freitag

Gemeinsames Frühstücksflocken- Essen und Jonathan ist schon wieder fleißig. Mich besucht Lepo Tande, die Mutter des Ganzen. Ich mach Werbung für unseren nächsten Frauenkurs. Sie ist eine schwer arbeitende Frau aus der Gegend, die sich mit dem Schreiben schwer tut. Bibel lesen geht sagt sie. Dabei ist sie die hetmeri/kirchenleitend in der Gemeinde.

Tande kommt auch und checkt mich und ich erwähne dezent, dass das Feuerholz nass ist: Sofort wird ein 100 kg Stück Hartholz herangescheppt und zu dritt bearbeiten die Männer es (Jonathan, Win, ein Kumpel und Tande).
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Beeindruckend und zum Heulen, das schöne Holz....brennt einwandfrei.
Tande versucht seine Bücher zu studieren, denn er ist für eine Friedensstifter- Mission ausgesucht worden. Wir reden aber auch viel....

Dieses Haus ist multifunktional: Freiwilligen- Haus, Büro des Good News Direktors (Tande) Apotheke für kleinere Wehwehchen, Gästehaus (im Moment). Der Standard ist schon gehoben: Spülklo, Dusche, Generator, Solar.... und dieser Ofen!!

Draußen hat Jonatan alle Blumen angesiedelt, die er finden konnte. Das Bienenprojekt nimmt seinen Lauf.

(Ich bekomme ein Geschenk).


17.11.2016
Donnerstag: Bei Jonathan und Tande

 Huh, es ist nachts kalt hier. 2.200 m über dem Meeresspiegel. Wunderschön zwischen den Bergen gelegen, am Fuße des Mt. Ialibu. Dabei recht dicht an der Straße. Das Haus von Jonathan wurde von den Bibelübersetzern gebaut und genutzt. Robust und praktisch. Das Highlight: ein Bollerofen aus Guß. Großartig.
Vor dem Kerosin Kocher dagegen fürchte ich mich ein bißchen. Matrus ist heute früh aufgebrochen um das Auto zurück zu bringen. (Danke für alles.). Jonathan ist viel beschäftigt mit Holz- Bauarbeiten. Ich finde ein Buch und bin glücklich. Was für eine Ruhe.

Wir laufen auch ein bisschen in der Gegend ´rum und sehen uns Tande´s Haus- Baustelle an. Auch hier ist freundliche Begleitung inclusive: Bellinda, eine Adoptivtochter Tandes ist zur Stelle, begleitet mich und nimmt sich meiner Wäsche an. Wir trinken Kaffee und ich erzähl ein bisschen von Banz, weil sie dort vielleicht zur Schule gehen möchte.

Zwischen den Schauern gehen wir mit Jonathan „schnell“ zum Markt Gemüse kaufen. Jonathan ist schnell. Ich nicht. Es ist matschig und rutschig. Wie die Niuguinies in Flipflops die Banance halten, kann ich nicht begreifen. Für mich ist barfuß das Beste.
Abends gibt’s Schmorgurken mit Wurst auf dem Ofen gekocht.
Endlose deutsche Unterhaltung. Zum Schlafen zieh´ ich in ein wärmeres Zimmer gleich hinter dem Ofen um.


16.11.2016
Mittwoch: In Sugu bei Pastor Salap

  Aufbruch am Morgen: zuerst gehen die weitgereisten Pastoren und Evangelisten los, mit ihnen auch Ruth Buka. Ich freu´ mich, sie kurz getroffen zu haben, obwohl die Männer das Wort führten. Sie lebt gegenüber von ihrem Sohn Jonathan und ist nach dem Anschlag auf ihr Haus offenbar wieder wohlauf (Grüße an Christel Sievers!)
Wir sind heute bei Pastor Salap eingeladen. Pastor Raymond begleitet uns, es ist eine dreiviertel Stunde mit dem Auto auf glibbriger Piste. Man hat den Eindruck, als ob man durch ein Schrebergarten Gelände führe: Gärten und Pflanzen überall, sanfte Hügel...
In Sugu angekommen gibt es ein Tor. Eine kleine Schar hat sich versammelt, wir stellen uns vor und dürfen dann zum Kaffeetrinken in Pastor Salaps Haus. Ich frage ihn nach seiner Krankheit. Der Fuß oder das Bein ist betroffen, er kann keine weiten Strecken mehr laufen. Ansonsten hat er aber alles im Griff. Seine Familie unterstützt ihn ganz offensichtlich und ich glaube, dass er in Sugu bleibt bis ans Ende seiner Tage. Es ist sein Zuhause.

Nun wird in der Nähe eine Straße gebaut, die bis nach Port Moresby führen soll. Das würde natürlich alles hier verändern und das Wabi/Kaguagebiet irgendwie mehr in die Mitte rücken. Zur Zeit ist auch die Gemeinde von Pastor Salap sozusagen das Ende einer Sackgasse (vom Autofahrer Standpunkt aus gesprochen). Der Alltag ist voller Arbeit für die tägliche Ernährung und mühsam, aber auch relativ abgeschieden von äußeren Einflüssen, was immer man davon halten mag.

Nicht einmal der weitgereiste Matrus ist jemals hier gewesen.
Nach den „refreshments“ ist ein Gottesdienst. Pastor Raymond predigt zu Ruth (!). Wir drei Besucher: Anna, Matrus und ich bekommen noch einen besonderen Segen von Pastor Salap mit auf den Weg.

Hatte er bei der Begrüßung behauptet, es gäbe nichts zu Essen, so ist es nun das zweite mal/Mahl, dass wir uns in seine Wohnstube setzen und essen: Hähnchen mit Reis, Gemüse und Bananen. Danach müssen wir aber wirklich los, und leider sein Übernachtungsangebot ablehnen. Das Auto muss morgen in Goroka sein. Sori.
Ein kurzer, aber herzlicher Besuch.

Anna wird mit ihrer Namensverwandten ein Bibelcamp in einem anderen abgelegenen Dorf machen. Wir nehmen die Frauen mit bis sie den Fußweg erreicht haben. Matsch und ein bisschen Regen. Nach dem Grenzfluss wird es schlagartig besser. Teerstraße. Ich bin schlapp und keine gute Unterhaltung für Matrus, der wach blaeiben und fahren muss.
Als es gerade dunkel wird erreichen wir Wagum. An der Tankstelle will Matrus nach den Straßenverhältnissen fragen und da ist plötzlich Pastor Tande da!
Wir fahren bis vor die Haustür von Jonathan, dem ZMÖ-Freiwilligen, und sind nun bei ihm einquartiert. (Danke für die Zumutung ;-).

Ich mache ein Nickerchen und darf heiß duschen, Tande kocht und nutzt die Gelegenheit, mit Matrus zu schnacken.


15.11.2016
Dienstag: Einkaufen und nach Kagua

Um 7.00 Uhr pünktlich steigen wir in das große Auto mit Vierradantrieb und reisen erstmal bis Hagen. Mein Plan, in der Vorstadt einen Großeinkauf zu machen und schnell weiter zu fahren, zerschellt an den leeren Bankautomaten... das heißt, wir müssen in die Stadt. Schlangestehen beim Geldautomaten und dann glücklich die Hälfte der Summe ausgezahlt bekommen.

Einkaufen für zwei Orte: Kagua und anschließend Besuch bei Jonathan und Pastor Tande. Der Weg ist lang durch die schöne Berglandschaft.

Wir überqueren den Grenzfluss zum Wabi, river Yalo, und sind in einer anderen Gegend: die Straße wird plötzlich nogut tru: Schlammig und rauh. Dafür nämlich der Vierradantrieb. Matrus fährt ausgezeichnet!
Gegen 13.00 Uhr sind wir da und das Programm fängt gleich an. Gottesdienst und Geprächsrunde ohne Pause. Die Versammlung wartet ja leider schon seit gestern und nun wollen alle wissen, warum genau wir gekommen sind. So ist es, wenn man sich selbst einlädt ;-) .
Ich versuche die verscheidenen Ebenen der Partnerschaft zu erläutern: Privat, Gemeinde, Kirchenkreis, Kirchlicher Entwicklungsdienst, mit und ohne Geld einbezogen... meine Frage ist: wie geht es weiter, wenn nun ja Gisela nicht mehr mitwirkt?...
Nun brauchen sie erstmal Redezeit untereinander. Es sind viele gekommen, die wir 2014 kennengelernt haben. Pastoren, Evangelisten,überwiegend Männer, um Teil von weit her.
Folgendes Bild ergibt sich: Der Kirchenkreis Wabi ist im Moment nicht gut organisiert.
Es gibt in Kürze Wahlen aller Exekutiven inclusive der Frauenarbeiterin. Dann haben wir von Deutschland aus auch wieder klare Ansprechpartner. Hoffentlich kommen auf diesem Wege auch ein paar junge, ausgebildete Leute in die Positionen. Ich sah hier nur wenige.
Ein laufendes Konto besteht auch nicht. (Hier laufen die Konten aus, wenn nicht genug Bewegung vonstatten geht).

Nach dem offiziellen Teil bekommen wir ein Quartier und leckeres Essen. Dann möchten viele Pastoren, Evangelisten und der Jugendkoordinator noch Briefe und Erzählungen loswerden und wir reden bis in die Nacht. Die großen
Entfernungen untereinander, sowie Kämpfe und Analphabetismus sind hier Realität.
Es gibt auf diesen Gebieten eine Art Unterentwicklung, selbst für PNG Standarts.


14.11.2016
Montag

Heute in aller Frühe ist Agnes mit dem Team schon wieder abgereist. Anna und ich warten auf Matrus aus Lae. Er ist der Chef vom kirchlichen Projekt Büro und wir sind verabredet, gemeinsam nach Wabi/Kagua zu fahren.

Nachfrage ergibt: Probleme mit dem Auto, es wird wohl spät werden. Macht nichts, denn ich hab es hier mit Anna gemütlich. Wir Kochen im Center, mein Gas ist noch alle ;-)

Gegen abend kommt er dann an und wir beschließen morgen früh loszufahren.


13.11.2016
Sonntag: Mumu satt!

Das Mumu hat schon angefangen: Das hübsche Schwein liegt tot auf dem Rasen. Die Frauen sind seit 5.00 Uhr wach und schrappen Gemüse. Die Hühner sind geschlachtet, haben sich wunderbar vermehrt (es sind insgesamt ca. 20) und werden separat gebraten.

 Feuerholz wurde vor Stunden gehackt. Das Feuer brennt über den Steinen.
Das Schwein wird über dem Feuer entborstet und aufgeschnitten. Dabei ergibt sich ein Disput zwischen den Frauen von der Küste, Ruth und Ecki, dem Studenten aus Menyamya: Wie ist es korrekt?

Jede Gegend hat da so ihre eigene Praxis. In diesem Fall: doppelter Kaiserschnitt, Innereien ´raus, Kopf ab. Rippen öffnen und als Ganzes auf die heissen Steine. Gemüse, Kaukau, Taro, Tapiok ´drauf, mit Bananenblättern abdecken und zum Schluss Erde ´drauf.

Das Garen geht erstaunlich schnell. Zum Mittag bekommen wir Leber, Herz und Sonstnochwas mit Tapiok. Das ist wunderbar für mich, denn mein Gas ist alle (hatte ich das schon mal erwähnt?).


Alle Gäste sind gegen 15.00 Uhr da und das Programm beginnt (alles hat hier ein Programm): Irene ist die MC (Masterin of Ceremonie) und Susan macht das Gebet. Es sind erstmal fünf Reden vorgesehen, bevor wir essen dürfen. Alle finden freundliche Worte für den Anlass. Sie weisen darauf hin, dass es eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Frauencenter gibt und dass sie gerne immer einen Volunteer/Freiwilligen hier haben würden.
Sie haben Waltraut Behrmann und Chynthia nicht vergessen und sind in erster Linie unserem Gott dankbar für die Unterstützungen. Agnes erzählt von unseren Erlebnissen in Karamui und ich bin wohl als PNG- Meri nun akzeptiert. (Nicht zuletzt weil ich mit Genuss Schwein essen mag ;-) ).

Bei so viel freundlicher Anerkennung weiß ich gar nicht, was ich sagen soll (obwohl es schon besser geworden ist). Dank, in erster Linie, Gott und den lieben Menschen hier, und ich kann berichten, dass ich den Alltag hier erleben wollte, was von Banz aus wirklich gut geht.
Wir hatten ein paar erfolgreiche Seminare und die „Lücken“, z.B. Analphabetismus sind deutlich geworden. Auch die Studenten haben mich freundlich akzeptiert und waren aufmerksam. Die Lehrerkonferenz erinnerte mich an meinen deutschen Arbeitsplatz: nicht immer bestens organisiert und einmütig....

Erstaunlich, wer hier heute alles zusammensitzt: Die Frauenarbeiterinnen von Goroka und Kainantu, die im Beirat vom Center sitzen, die meisten Lehrer, auch ehemalige, StudentenvertreterIn. Paul und Anna sind auch gekommen, und natürlich Agnes mit zwei „Programmofficers“ Lydia und Betty. ... insgeamt ca. 35 Leute.

Eine wunderbare Runde und das Treffen des Beirats findet anschließend abends bis 22.00 Uhr statt.


12.11.2016
Sonnabend: Vorbereitungen zum Mumu-Essen

Ein bemerkenswertes Wochenende. Zuerst gehe ich mit Jane einkaufen. Wir müssen nach Kudjip, weil die Banz Bank zu hat.
Sie sagt, dass wir viel Grünzeug besorgen müssen, es gibt Mumu!
Foto: Mumu-Anlieferung mit einem Geländewagen.
Das ist die Idee von Agnes Gabee. Es ist nämlich ein Treffen des Beirats und für einige Frauen die letzte Chance mich zu sehen. Also stiftet Agnes kurzerhand ein Schwein und lädt zum Abschiedsessen ein. Ein Phänomen, die Frau!
Nach dem Einkaufen bin ich so schlapp, dass ich Mittagsschlaf brauche. Power Napping ist die schöne Umschreibung.

Dann bietet sich folgendes Bild: Ein blauer Geländewagen erklimmt „mein“ Grundstück. Aus ihm steigen zwei Jungs und drei Frauen, ein Schwein, fünf Hühner und abgeladen werden etliche Gemüsetaschen.
Das ist Agnes, Frauenarbeiterin aus dem Chimbu. Sie hat ihren Sohn angeheuert, um sie nach Banz zu bringen. Sie selbst macht einen völlig schlappen Eindruck. Aber das hält bei ihr nie lange an.


11.11.2016
Freitag

Kurs Abschluss, very emotional! Die Chimbu Frauen haben extra ein Danke- Lied gedichtet. Alle sind zufrieden und entspannt. Und die LehrerInnen bekommen Geschenke!

Ein Laplap und ein Bilum, fast wie Weihnachten.

Leider ist den ganzen Tag kein Strom und... hab ich schon erwähnt, dass mein Gas alle ist?

Domape sagt, dass ich nicht die einzige bin mit Zahnweh. Das verbreitet sich hier wohl wie Schnupfen....Danke Jane für Ingwer Nachschub.


10.11.2016
Donnerstag

Inzwischen macht mir das Unterrichten sogar Spaß, das hätte ich nie gedacht. Besonders, wenn das Thema etwas langweilig ist gibt es beim Unterrichten Sicherheit.

Wir haben immer wieder einmal Besucherinnen im Kurs, die zuschauen wollen. Die Frauenarbeiterinnen vom Jiwaka Distrikt sind wohlgesonnen und zurückhaltend.

Die (abgewählte) Frauenarbeiterin von Hagen verbreitet aber eine üble Stimmung. Zum Glück durchschaut Lehrerin Irene das und begrenzt den „Schaden“.

Eine besondere Freude heute: die Studentinnen haben meinen Garten wieder schick gemacht. Sie hätten ein Schwein verdient! Ich mag sie alle.... und keine miesepetrige Leiterin kann das trüben (und kein Donald Trump!)


09.11.2016
Mittwoch: Gottesdienst, Frauenkurs, Unterricht

Heute hab´ ich den Frauenkurs, Unterricht und erstmal den Gottesdienst am morgen.
(Luk. 6, 46-49: Das Haus auf Fels gebaut.)
Foto: Der Frauenkurs
Es geht aber alles besser als befürchtet. Die Studenten der Buchführungsklasse haben sich sogar bedankt! Ich freu mich.

Abends gehen wir alle in die Kirche weil Malngton mit Predigen ´dran ist.
Ich habe Zahnschmerzen, aber ich versuche sie mit Ingwer zu beherrschen.


08.11.2016
Dienstag

Heute ist die Leiterin der Frauenarbeit wieder abgereist. Sie war nach eigenen Worten beeindruckt von dem Kurs und kann sich gut vorstellen, dass Vertiefungskurse
stattfinden. Sie hat sich mehrmals umfangreich bedankt.

Meine erste Counceling Stunde geht in Iren´s verlängertem Leitungskurs unter.
Ist mir nicht unrecht, denn ich bin noch unsicher über den genauen Inhalt. Diese Gruppe ist doch etwas größer und anders „gestrickt“.
Auf jeden Fall gibt es in der ersten Stunde etwas zum Rollenverständnis als Counceler. Mit der Schweigepflicht nehmen sie es hier sonst zu ungenau.


07.11.201
Montag: Der erste volle Kurstag

Erster voller Kurstag.
Malangton hat Mr. Fumapa und Irene als Lehrer engagiert. Beide machen hervoragenden Unterricht. Die Themen sind wieder: Leitung, Kassenführung, Coaching, oder Administration, Leaderchip und Counceling wie es in englisch heißt.
Das ist alles auf das Grasswurzel- Niveau zugeschnitten, da auch hier nicht alle lesen und schreiben können.

Eine Teilnehmerin des ersten Kurses bringt ihre Bewerbung als Buchführerin/ Lehrerin. Ich drücke ihr die Daumen!


06.11.2016
Sonntag

Jane ist (endlich) wieder da. Sie holt mich aus dem Bett. Sie war unterwegs zu ihrem „Verlobten“ und zwar zwei Wochen. Hart für mich, ich mit Einkaufen und auch sonst ein bisschen auf sie angewiesen. Sie hat einiges Obst von der Küste mitgebracht u.a.
Mango Leckerst!!
Foto: Der Frauenkurs
Heute Nachmitag ist full House: wir bereiten den Kurs vor und ich dachte mir, so ein Fischessen mit allen Beteiligten kann ich ja mal anbieten. Allen hat es geschmeckt.
Es stellte sich heraus, dass ich irgendetwas nicht mit bekommen habe. Der Kurs fängt heute schon an. Kathy Mui, die nationale Frauenarbeiterin ist gekommen, um sich einen Eindruck zu verschaffen... oh my goodness!!

Der Kurs wird von Susan mit einem Gottesdienst über „Licht“ eröffnet. „Licht und Salz“ sind das Moto für diese Woche. Es sind insgesamt fünfzehn Teilnehmerinnen, eine große Steigerung.


05.11.2016
Sonnabend

Morgens entdecke ich, dass ich gestern kein Wasser gepumpt habe. Zum Glück ist heute Strom da und es kann nachgeholt werden. Ab 11.00 Uhr dann: Stromausfall.

Außer einem Kaffeeklönschnack mit Malangton ist heute nichts Besonderes los.


04.11.2016
Freitag

In der Morgenandacht ist heute ein Student spontan eingesprungen. Der Vorgesehene ist einfach nicht erschienen. Dafür legt er eine ziemlich gute Predigt hin: 1. Timotheus ???:
Ihr sollt nicht euren Glauben kaputt machen dadurch, das ihr das Geld vergöttert und zu sehr liebt. Zusammen mit den „Schätzen im Himmel“ meine Lieblingsstellen,..Schwarzbrot für die Seele.

Domape hilft heute wieder mit dem Saubermachen, während ich die Tests korrigieren muss. Etwas frustrierend, dass so wenig „hängengeblieben“ ist.
An den Gedanken einer Haushaltshilfe musste ich mich ziemlich gewöhnen. Aber meine Vorgänger haben sie auch beschäftigt und hier gibt es nicht viele Einnahmequellen für Frauen. Sie ist lieb und kennt sich aus und stellt sogar neue Blumen auf. Manchmal trinken wir noch einen Kaffee. Ich mochte sie einfach nicht wegschicken. Und für mich bringt es Schwung, selber öfter Hand an zu legen.

Ich versuche den ganzen Nachmittag den Computer zu beschleunigen indem ich alten Kram lösche.

Abends gibt’s Selbstgekochtes, was sonst. Pac Choi mit Reis


03.11.2016
Donnerstag

Gestern haben sie fast überall den Strom abgestellt, weil die Rechnungen nicht bezahlt waren.... Ich war glücklich, der Strom bei mir bleibt an.

Heute schreibe ich mit den Studenten den zweiten Test. Danach geht es steil auf die Graduation zu. Ich rechnete mit 45 Minuten, doch alle brauchten volle 90 Minuten und mehr. Hier ist die Schule wirklich ganz anders als bei uns.

Paul kommt zu Besuch. Er war in Banz unterwegs weil eine Beerdigung anstand und er hat es schon wieder eilig. Nicht einmal Zeit zum Essen, dabei ist er so dünn geworden, nachdem er krank gewesen ist.

Abends lese ich mich durch die Gerbersche Bücherecke. Heute ist es ein italienischer Krimi auf deutsch.


02.11.2016
Mittwoch

Heute abend bin ich mit der „Predigt“ dran und ich hab´noch Nichts fertig gebracht...

Die Studenten aus dem Hochland sind mit der Liturgie und Musik an der Reihe und wir wollen heute Nachmitag üben.
Schließlich entscheide ich mich für die Geschichte in der Eliah auf dem Berg Gott im leisen Flüstern begegnet.
Die Musik ist auch schön und passend und mein Pigin fast flüssig. Alle sind zufrieden.


01.11.2016
Dienstag: Heimweh...

Meine eine Arbeitskollegin meldet sich von Zeit zu Zeit. Auch dort steht die Zeit nicht still.
Wenn ich so gar kein Programm habe, kommt schon manchmal Heimweh auf. Zum Beispiel merkt man hier gar nicht, das es langsam auf Weihnachten zu geht. Und einige Leute vermisse ich auch.
Aber gleichzeitig weiß ich jetzt schon, was ich zu Hause alles wieder vermissen werde: den gemeinsamen Morgengottesdienst zum Beispiel, und das ich jederzeit jemanden um Hilfe ansprechen kann, mir wurde noch nie Hilfe abgelehnt oder verschoben.
Überhaupt ist es erholsam, das enge Zeitkorsett los zu sein und zur Besinnung zu kommen.


31.10.2016
Montag: Ein freier Tag

Heute ist ein unverplanter Tag. So dass ich zum Lesen und Sticken komme.
Ein paar Anrufe gibt es auch:
Anna kommt diese Woche zu Besuch und Pastor Tande lädt mich ein zu Besuch zu kommen.


30.10.2016
Sonntag: Reformation

Heute ist im Gottesdienst die Reformation und Martin Luther ´dran. Das wird hier wirklich groß geschrieben.
Zum Glück ist Eva die beste Adresse, wenn es um Lebensgeschichte und Inhalt der Reformation geht:
Die Lebensgeschichte wird untermalt von einem Drama. Das macht es wirklich anschaulich auch für mich. Sie sind hier Künstler in Veranschaulichung!
 Foto: Die Lutherrose Zum Inhalt der Reformation predigt Eva ganz wunderbar. Es ist nämlich hier so ein bisschen die Tendenz, mit viel Gebet oder Gottesdienst den lieben Gott gnädig stimmen/beeinflussen zu wollen.
Dass die Gnade umsonst und im voraus gegeben wurde ist ja nun gerade die (Wieder- ) Entdeckung Luthers. Den Aufruf zur Umkehr haben wir hier gemeinsam konkretisiert mit persönlichen Umkehrwünschen an der "95- Thesen-Wand".


Foto: Die Thesenwand
Damit noch nicht genug für diesen Sonntag:
Ein Thanksgving, klein und fein, folgt für die hiesige Studenten- Gemeinde. Es war recht spontan angekündigt, und dafür kam eine Menge guter Sachen zusammen.

Damit ich auch in Reformationsstimmung komme besuche ich mal Eva und habe eine nette Unterhaltung.

Abends versuche ich es mal bei Malangton und Familie im Kochhaus, er hatte so etwas von Fischessen erwähnt. Tatsächlich, der Fisch aus Madang ist da und er kocht ihn lecker mit Tomatensoße auf dem offenen Feuer. Ich brauch´ nur zuzugucken. Mama Frieda kocht Yams. Nach und nach trudeln auch Israel und Ecki ein, die zum Haushalt gehören. Wir haben einen wunderbaren Abend. Ich kann noch etwas Verdauungskaffee beisteuern. Danke!


22.10.2016
22.10. - 29.10.2016: Stromausfall, Einkäufe und besuch von Susan

Einschließlich des Wochendendes ist für diese Zeit nicht so viel Neues zu berichten.

Ich mühe mich ab mit Stromausfall und ohne Datenvolumen. Ein voller Tag geht über die Wocheneinkäufe hin, die ich dank Gerry mal wieder in Hagen machen kann. So komme ich zu neuem Tee, Honig, und "Protein", wie sie es hier nennen: Hähnchenteile, Wurst und Kochschinken.
Eine Schokolade muss auch ´drin sein, denn mein Paket ist noch nicht angekommen. Nun bin ich wenigstens persönlich bekannt bei der Post und die nette Dame wird mich anrufen, wenn es ankommt.

Das ist wieder etwas, was sich von Deutschland her niemand wirklich vorstellen kann:
Die Post ist nur in Mount Hagen, also eineinhalb Stunden einfache Fahrt, wenn man ein Auto hat. Jeder kleine Brief muss hier abgeholt werden. (Die Partner wohnen übrigens eine Tagesreise einfache Strecke entfernt.) Es gibt keine genauen Zeitangaben, wie lange ein Paket, Brief oder Päckchen brauchen wird. Eva hat die Erfahrung gemacht, dass es ewig beim Zoll liegt und wenn sie nicht nachgefragt hätte wäre es verschwunden, wie so manches mal. Das ist hier alltägliche Wirklichkeit.

Auch den Stromausfall oder die fast verschwundene Internet Verbindung muss man hinnnehmen wie das Wetter..... und mein Garten wächst mit über den Kopf.......
Ja, ich hab´ein bisschen Heimweh. Ich vermisse Einige(s) und werde das nächstes Jahr bestimmt besser zu würdigen wissen.
Aber ich weiß auch jetzt schon, was ich dann von hier vermissen werde:

Die gemeinsame Morgenandacht
Die freundlichen Menschen und die Natur
Dass jederzeit sofort jemand bereit ist, mir bei etwas zu helfen (ich bin noch nie vertröstet worden (!).

Die diskrete "Überwachung":
Jetzt, wo Jane nicht da ist, kommt einfach mal Susan mit Stickzeug vorbei um mich zu "checken". Wenn ich beschäftigt wäre.... nein bin ich nicht, bitte gerne mit mir Kaffeetrinken und schnacken, Danke.

Malangton kommt sowieso alle paar Tage. Er hat seinen Kurs verschoben und wird den Frauenkurs voll mitmachen können, zum Glück.
Mein anderer Waspapa, Pastor Michael ist zu einem Kurs nach Madang gefahren.... Ein kleines Bisschen bin ich also allein auf weiter Flur, wie Freundin Anke es sagen würde.


21.10.2016
Freitag

Jane klopft schon früh, sie reist heute für zwei Wochen (!!) nach Lae, Siassi und so. Sie wollen dort auch die Verlobung klar machen und außerdem will sie auf Fortbildung. Das ist immer ein Papierkram mit der Zentrale in Lae.
Was mach´ich bloß?
Meine Mit- Einkäuferin für zwei Wochen weg???
Malangton ist auch immer so beschäftigt.
Erstmal mach ich ein ruhiges Wochenende und hoffe, dass der Schwindel weggeht.....


20.10.2016
Donnerstag: Noch nicht besser...

Sie haben sogar ein Drama gemacht und der Gottesdienst sei schön gewesen und lustig.
Jane erzählt es mir heute morgen kurz. Ich muss mich zur Morgenandacht und zum Unterricht zwingen. Malangton performt heute gut und vertritt mich.
Den Besuch der Schulveranstaltung sage ich ab und kurier mich lieber weiter.


19.10.2016
Mittwoch: Ich bin krank

Ja, tatsächlich, Müdigkeit, Schlappheit, Magengrummeln...
Der Unterricht wird heute abgesagt, weil der Festbeitrag zur Schule gebracht werden muss. Gut für mich, ich geh schlafen.... und verpasse Jane´s Abendgottesdienst.


18.10.2016
Dienstag: Einkaufen und Lehrerkonferenz

Ich hab´Jane zum Einkaufen überredet. Geld ist nämlich alle (der Kredit bei Pastor Wokenuwe...). Leider hat der Bankautomat kein Geld. Am Schalter kann ich meine Karte nicht benutzen. Es soll gleich jemand kommen, also warten wir erstmal.... eine Stunde.

Dann gehen wir wieder zur Kreuzung und probieren noch einen Schalter aus...nixda. Dann müssen wir wohl den Bus nach Kudjip nehmen. Da steht der nächste Automat. Geagt getan, ein Kina ist ja noch da. So dauerte mein kleiner Einkauf mal schnell von 9.00 Uhr bis 13.30 Uhr. Immerhin hab´ ich mal mehr von Kudjip gesehen als die Highway- Kreuzung, nämlich den Markt und das Krankenhaus aus der Nähe. (und sie sagten noch: erwarte das Unerwartete...)

Heute ist Lehrerkonferenz. Viele Themen, viele offene Fragen... ganz wie ich es aus meiner Arbeit auch in Deutschland gewohnt bin.
Über meinen Unterricht hatten sie sich letztes Mal in meiner Abwesenheit unterhalten...
Foto Der Klassenraum
Dabei hab ich nun doch eine Kandidatin für den Buchführungsunterricht.... Wenig Resonanz in dieser Konferenz. Ich weiß ehrlich nicht, woran das liegt. Vielleicht muss der Dean of Studies anwesend sein, und das wird er erst übernächste Woche.

Am Wochenende ist schon wieder ein Ereignis: die Lutherische Schule feiert Einweihung neuer Klassenräume und Sport- Spielfelder. ...
Ich klink´mich aus. Ich glaub´ich hab´ne´Krankheit im Anmarsch.


17.10.2016
Montag: Abreisetag

Heute reisen alle in alller Frühe wieder ab. Jonathan hat ungefähr alle Pflanzen der Umgebung im Gepäck, die er noch nicht bei Pastor Tande gesehen hat.

Und ganz schnell soll nun wieder Alltag sein....aufräumen, waschen, unterrichen.....alles Liegengebliebene erledigen...und erstmal den Blogbeitrag wegschicken....


16.10.2016
Sonntag: Ordination von Pastor Gerry

(Der Strom lässt wieder auf sich warten!!)
   Unsere kleine Wohngemeinschaft macht ein ausgiebiges Frühstück und gemütlichen Klönschnack. Dann geht es mit singsing und Umzug gemeinsam in die festlich geschmückte Kirche. Ich trau´mich nicht zu fotografieren und hoffe auf Stefan Zwilling. Der ging immer ganz dicht ´ran, bei der Predigt und beim Segen...

In den Ansprachen liegt die Betonung eindeutig auf der schweren Aufgabe des Amtes und den Pflichten, die Pastor Gerry nun lebenslänglich hat. Die Stola wird mit einem Joch verglichen....

Foto: Eine Blumenvase Aber in Wirklichkeit ist diese Ordination eine große Freude und bestätigt vor Gott und der Gemeinde, dass Gerry nun in der ganzen lutherischen Christenheit Pastor ist. Die entfernten Glaubensgeschwister im Sepik haben große Hoffnungen in ihn und seine Familie. In der Kirche gibt es nach dem Gottesdienst nur vier Ansprachen.
Nach dem riesigen und leckeren Essen auf der Familien- Terrasse nimmt Lehrer Fumapa die Regie für die weiteren Reden in die Hand. Das letzte Wort haben Gerry und Eva und sie finden sehr persönliche Worte für ihre Erleichterung und Freude über diesen nächsten
Schritt auf ihrem großartigen gemeinsamen Lebensweg mit Gott.

Die Feier hat lange gedauert und am Abend will Martin Krieg noch ein bisschen mit Jonathan und Tande arbeiten. Aber auch für Klönschnack ist noch Zeit. Unser vierter Gast ist aufgetaucht: Pastor Wokenuwe. Und es stellt sich heraus, dass er ein Mitschüler von Pastor Rombe war. Die beiden machen heute Klön- Nachtschicht.


15.10.2016
Sonnabend

Die Präsentationen und Rückmeldungen der Frauen fallen wirklich ausgesprochen positiv aus. Ich habe Notizen für Lob, Kritik, und weiterführende Ideen (wie ich es bei MQF gelernt hab;-) ). Die Spalte für Kritik hab´ich umgewidmet in eine "Danksagungs"- Spalte: sie danken viel und in erster Linie unserem Gott. Dann erwähnt jede aber auch die Unterrichtenden, die Versorgerinnen, die schöne Umgebung und die nette Gruppe selbst.

Der Kurs wird jedenfalls weiterempfohlen. Alle erlebten ihn als persönliche Bereicherung.
Lehrerin Susan ist wieder gekommen, um einen feierlichen Abschluss mit Gottesdienst zu machen und sogar der Schulleiter vom LCCB ist dabei und findet freundliche Worte.

Wir haben einen nahtlosen Übergang zur Ordination von Pastor Gerry. Das Mittagessen für uns verzögert sich und die Frauen helfen auch bei der Versorgung der Ordination mit.
Erstmal kommt also mein Wochenend- Besuch: Pastor Tande mit Pastor Rombe und Jonathan.
Dann esse ich noch gemeinsam mit den Frauen.
Abends ist ein erstes Zusammensein für die Ordination und ich treffe Martin Krieg dort wieder. Wieder viele Ansprachen und Ratschläge für Gerry und manchmal auch für die ganze Familie.
Die Seminar- Frauen sind noch irgendwo, sie wollen gerne auch die Ordination miterleben. Leider hab ich wenig Zeit, aber sie scheinen zurecht zu kommen.


14.10.2016
Freitag: Schlechte Nachrichten

Anna besucht mich wieder zum Frühstück und hat große neue Pläne: In ihrem Heimatbezirk, Alkena, wird ein neuer Kirchenkreis eingeweiht und ich soll mit. Mal sehn´. Im Moment bin ich ziemlich ausgelastet. Und ich werde bestimmt nicht große Reden im Namen der Partner schwingen......

Heute ist jedenfalls letzter Tag vom Kurs mit vollen Inhalten. Morgen sollen Alle das Erfahrenen und Gelernte irgendwie präsentieren.

Wichtig zu erzählen ist mein Gespräch mit Anna Mathew aus dem Wabi am Abend. Sie hat über die üble Situation der Frauenarbeit dort einen Brief geschrieben, den ich an unser Kommittee weiterleiten soll.

Es ist nämlich so, dass das Haus der Schatzmeisterin, Ruth Buka, niedergebrannt wurde. Es waren Kämpfe, und so etwas scheint nicht selten vorzukommen. Ruth hatte uns 2009 besucht. Sie selbst ist unverletzt und wohnt nun bei Bekannten. Aber das Vermögen der Frauenarbeit ist verbrannt. Das ist Bargeld aus Verkäufen und Spenden und die fertigen Sachen wie Meri Blauses und Bilums. Die Frauen haben nicht aufgegeben, aber sind doch ziemlich erschüttert....Anna trägt unsere kleine Spende nun mit dorthin, um wenigstens etwas Material für einen Neuanfang zu besorgen.


13.10.2016
Donnerstag

Alle haben inzwischen ihren Rhythmus gefunden. Meiner Buchührungs- Klasse hab´ ich eine Aufgabe gegeben, so dass ich für den Frauenkurs frei bin. Heute Abend sind alle so müde, dass sie nur einen Film ansehen wollen und dann erschöpft in ihre Betten fallen.


12.10.2016
Mittwoch: Stromsorgen...

Die Seminarwoche macht sich gut. Die Frauen genießen auch die gute Versorgung, das Miteinander und Unterbringung. Für unsere Verhältnisse ist das Wokmeri trening senta vielleicht einfach gestrickt, aber für die normalen Frauen vom Dorf ist es schön, sich hier vom Alltag zu erholen und so versorgt zu werden. Als dann abends noch der Strom wieder kam, war es perfekt. Ich konnte auf Wunsch ein paar Bilder von der Frauenkonferenz zeigen und auch ein paar von Annas Besuch in Deutschland.

Über den Strom war ich diesmal besonders froh, denn Gerüchte hatten besagt, dass ein Kraftwerk (das Kraftwerk) am Yonki Stausee kaputt sei und die Reparatur einen Monat dauern würde. Das hat bei mir Katastrophenphantasieen geweckt: was ist z.B. mit den Tielfkühltruen der Supermärkte oder den Bankautomaten???
So viel Diesel kann es für die Generatoren gar nicht geben und was ist überhaupt mit den Zapfsäulen.....brrr!

Na, er ist ja wieder da der gute Strom. Ist es nicht eine gute Idee, anstatt weiter auf Anschluss aller Haushalte zu setzten, die Häuser hier autark zu machen z. B. mit Gas- Kühlschrank, Solar auf dem Dach zum Laden von Laptop und Handy und LED Lampen, die auch bei niedriger Spannung viel Licht geben?? Für die Waschmaschine und die Wasserpumpe müsste ich wohl radeln.... na man wird ja mal träumen dürfen....


11.10.2016
Dienstag: Noch einmal die Hagar-Überlieferung

Mit den letzten Stromreserven sende ich einen herzlichen Geburtstagsgruß an meinen lieben Mann.

Der Studier-Tag beginnt (und endet) landesüblich mit Gottesdienst. Das heisst nicht, dass danach die Bibelarbeit am Morgen überflüssig ist. Zweiter Punkt in jedem Tagesprogramm: Bibelarbeit.

Ich bin ´dran und nehme noch einmal die Geschichte von Hagar, die meine Vorgängerinnen so wunderbar aufgearbeitet haben: z. B. wusste ich nicht, dass sie Minderjährig war und zum Geschlechtsverkehr gezwungen wurde. Das sie dann quasi depressiv wurde, als Sarah sie ´rauswarf ist ja nicht verwunderlich. Um ihres Sohnes Willen blieb sie mit Gottes Hilfe am Leben..... (das ´mal als meine flapsige Kurzfassung). Es gab viele Parallelen zu heutigen Frauenschicksalen...viel Andächtiges.

Die folgenden Unterrichts-Einheiten teilen wir uns heute wie auch den Rest der Woche geschwisterlich auf. Es geht um Verwaltung, Leitung und Beratung/Begleitung. Nähen und Stickerei kommt zum Bedauern einiger Teilnehmerinnen nicht vor. Das gibts in den Frühjahrskursen mit Leni Gerber :-).

"Beratung" unterrichte ich. Es ist nicht leicht, aus der Vielzahl der Inhalte das passende für die Frauen zu finden. Außerdem lege ich noch Wert darauf, dass auch einmal Einzelarbeit oder Gruppenarbeit stattfinden soll. Ich konzentriere mich auf das Rollenverständnis als Beraterin und auf die "Hörfähigkeit"= listening skills. Die Frauen reagieren teilweise überrascht. So hatten sie die Beratungs-Arbeit noch nicht gesehen. Meine kleinen Einschübe von Erfarungen aus der Sozialpsychiatrie lassen gleich einige nachfragen, ob nun nicht auch hier Zentrin zur Betreuung psychisch Kranker sein müssten..... langsam langsam mit dem Nacheifern.... erstmal genau anschauen, was wirklich gebraucht wird und für hier das Beste ist....

Ich profitiere hier viel von meinen eigenen Fortbildungen z. B. in "Die Kunst des Dialogs" die ich bei meiner Arbeitgeberin genossen habe, danke dafür!


10.10.2016
Montag: Das Frauenseminar beginnt

Heute ist der Anreisetag für das Frauenseminar. Sechs Frauen sind mit Anna Nikson und Anna Mathew gekommen. Sie bringen taschenweise eigenes Gemüse mit. Die Abmachung war: wir senken die Gebühr und sie tragen um Essen bei.

Foto: in der Kueche
Es braucht "ein Dorf" um so ein Seminar in Gang zu bringen. Die Räume sind da und wurden aufgeräumt und zurecht gemacht. Es gibt zwei Frauen, die kochen und einen Jugendlichen, der Feuerholz hackt. Ein Praktikant kümmert sich um die Buchführung und die Einkäufe. Und natürlich die Lehrer.

Die Frauen sind gespannt und freudig aufgeregt. Mit einem schönen Gottesdienst am Abend (Susan ist als Pastorin ausgebildet) und dem Essen wird das Seminar eröffnet.





Dass schon wieder und den ganzen Abend Stromausfall ist nehmen die Teilnehmerinnen recht gelassen in Kauf.


09.10.2016
Sonntag: Ein Verlobungsgottesdienst

Das Highlight heute ist die (ich nenn es mal) Verlobung von Jane mit Pastor Lucas Timoti. Die geht so: Kleiner Gottesdienst im Wokmeri trening senta, leckeres Essen und Ansprachen zur Unterstützung und Erhellung der Vorgeschichte.

Weil ich so Liebesgeschichten gern hab´ mach ich auch eine kleine Speech/Rede. Jane ist meine nächste Nachbarin und so etwas wie meine Wasmama/Aufpasserin.

Außerdem hat der Pastor mir auf der Frauenkonferenz geholfen, als ich krank war.

Wir haben hier wirklich eine freundliche kleine Nachbarschaft und ich fühl mich geehrt, dass ich eingeladen bin.


08.10.2016
Sonnabend: Einkaufen, Frauentreffen

Heute ist Einkaufen ´dran in der folgenden Reihenfolge: Bank (der Automat geht zum Glück trotz blackout), Supermarkt (die wechseln große Scheine) und Markt für´s Gemüse.
Das ist heute eine erschöpfende Angelegenheit, es ist heiß, voll und der Bus lässt auf sich warten.

Sonnabends bin ich immer eingeladen, etwas zum Frauentreffen beizutragen. Ich wollte gerne die Bilder der Konferenz zeigen, aber es ist schon wieder kein Strom!

Mit Malangton bespreche ich so gut es geht den Kurs nächste Woche. Wir wissen nicht genau, wieviele Frauen kommen werden. Ein grober Zeitplan steht aber schon. Jane, Malagton und ich werden unterrichten und es ist so getimt, dass wir auch die Studenten unterrichten können.

Abends ist dann der Strom wieder da, aber ich hab´kein Netz (öfter mal was Neues).


07.10.2016
Freitag: Tauschgeschäfte mit Pastor Wokenuwe

Wieder ein ganz normale Tag ....und Besuch von Pastor Wokenuwe.
Er kann hier im Land seine Euros nicht eintauschen, darum hat er mich gefragt. Im Prinzip kann ich..... aber ich hab´nicht genug Kina, nun hab ich "dinau"= Kredit bei ihm. Aber auch Euros für meine Rücktour.

Ja wirklich, die Hälfte der Zeit ist schon um und noch so viel zu tun! Mir ist es, als habe ich mich gerade richtig eingewöhnt.
Die Hausarbeit wartet.....







05.10.2016
5. und 6. 10.2016: Mittwoch + Donnerstag: Alltag und Kletterkünste...

Nun ist nun wieder der Alltag eingekehrt, sprich: Ich unterrichte die Verwaltungsleute.

Dabei bin ich Dienstag erst um 19.00 Uhr zu hause gewesen, also im Dunkeln. Wir mussten über das Tor klettern, weil der Wachmann es ordentlich verschlossen hatte und nicht da war. Ich hab´die Entfernung und die Reisezeit von unserer Veranstaltung nach Hause wohl etwas unterschätzt. Nachdem ich um 14.00 Uhr endlich in Goroka war dauerte es dann noch weitere fünf Stunden mit den "Öffis" nach Banz. Sie haben uns wenigstens bis vor die Haustür gefahren. Danke Malanton, für´s Abholen in Goroka (eine Zumutung!)

Ich habe heute nachmittag Zeit, am Blog zu schreiben und mit Jane zu klönen.
Sie lädt mich für Sonntag zu einer Art Verlobungsfeier ein: Sie ist mit einem Pastor aus Lae liiert. Bevor Gerüchte aufkommen, wollen die Beiden ihre gemeinsame Zukunft nun offiziell machen.

Ich bin insgesamt ein bisschen genervt vom lahmen Netz und dem ewigen Stromausfall.
Außerdem ist Gewitter.


30.09.2016
30.09.- 4.10.2016: Sonnabend bis Montag

Für mich ist heute Abreise. Zusammen mit einem Studenten, Fabian, besorge ich mir ersteinmal ein Frühstück vom Imbiss.

Die offizielle Verpflegung ist wegen Arbeitshäufung gestrichen. Die Bibel Studie von Frau Siloi nehme ich auch noch mit. Und Agnes Gabee drückt mir wortlos aber um so herzlicher ein Chimbu-Bilum in die Hand. So ist sie, die Frauensolidarität hierzulande! Auch die Kantine schenkt mir ein schönes kleines bilum.

Nach dem Lunch geht es los: Gemeinsam mit den Mitarbeitern vom Computing/Presse und Sabine Schmidt vom finance office reisen wir in Richtung Ukarumpa. Dort findet das diesjährige internationale retreat statt. Ein Seminar- und Erholungsaufenthalt für Alle, die hier lange im Land wirken und sich mal austauschen und erholen wollen.
Foto: Toepfer Johnson
Zum Leben auf der Frauenkonferenz ist es das größte denkbare Kontrastprogramm:
Wir sind untergebracht im "amerikanischen Sektor" im größten zusammenhängenden Missionszentrum der Welt. Von hier aus nehmen die Bibelübersetzer ihre Arbeit in den vielen Sprachgruppen auf, die noch über keine Schrift verfügen. Sie arbeiten sich ein, verschriftlichen die Sprache und schulen Muttersprachler um die Bibel zu übersetzten. Ich treffe Gabriele L. wieder, die ihre Arbeit vor Jahren in St. Michaelisdonn vorgestellt hat. Jede muss sich durch private Spenden refinanzieren ... offensichtlich funktioniert es.

Wir nutzen das gut ausgestattete Tagungszentrum: Tagungsräume, Einzelzimmer, sauberste Toiletten und Duschen. Die Wäsche wird täglich für uns erledigt. Fünfmal am Tag gibt´s etwas zu essen. Und das alles in einer wunderbaren Umgebung mit erträglichem Klima. Wow!

Inhaltlich haben sich die Organisatoren auch viel Mühe gegeben. Andachten, Gottesdienste, ein Ausflug in die Töpferei, Grillabend und echte Supervision. Eine feine Mischung aus Arbeit und Ruhe.

Als Sahnehäubchen können wir auch noch im nahen Fluss baden gehen.
Danke! Ich hab´es sehr genossen, die vielen Gastarbeiterinnen in der ELCPNG zu treffen und etwas von ihnen zu erfahren. Sie kamen mit Kind und Kegel aus Deutschland (überwiegend aus Bayern ;-)) Australien, Philipinen und Österreich. Es waren alle Altersgruppen vertreten, denn auch die vier freiwilligen Jungs waren dabei.

Trotzdem muss ich mich nun erstmal von dem ganzen Trubel erholen und ich bin froh, dass in Banz wieder der Alltag eingekehrt ist.

Der wird allerdings nicht sehr lange währen: Am 15. Oktober ist die Ordination von Pastor Gerry Sonny. Eine ganz große Sache und ich werde wieder Gäste haben (und berichten).


29.09.2016
Donnerstag

Es ist normal, dass wir hier schon gegen fünf Uhr wach werden. Dann wird in unserem Zimmer und auch an anderen Orten schon laut gebetet und gesungen. Einige gehen schon vor Sonnenaufgeng zur Eimerdusche. Ich warte bis zum Licht.

Im Zimmer herrscht Eintracht zwischen den meist mittelalterlichen Frauen. Es geht um kleinere Gebrechen und die Menopause. Diskrete Verabredungen mit einem Liebsten ... eine Frau hat ihr Stillkind zu Hause gelassen und sitzt nun mit dem Milcheinschuss zu. ... Ganz normaler Frauenwahnsinn, auch hier.

Dann ist wieder Bibel Studie. Wir werden ermutigt, unseren Glauben wie ein Adler zu leben. Aus einer Position der Übersicht und die Dinge scharf fokussierend...
Im Gegensatz zum Huhn, dass immer den Kopf gesenkt hält und das nicht das Ganze sieht. Der Pastor predigt mit ganzem Körpereinsatz und mimt den Adler. Das bleibt im Gedächtnis.

Ich nutze meinen letzten Tag, mich mit Schriften und einem Souvenier-laplap einzudecken.
Foto: Drei Freundinnen Nachmittags ist dann Thanksgiving. Das kennen wir schon. Jede Frauengruppe schmückt sich was sie kann und übergibt regionale Spezialitäten, Bilums und den Konferezbeitrag mit lautem Gesang und viel Brimborium an die Konferenzleitung. Trotz Regens dauert es den ganzen Nachmittag. Ich hab auch eine Kokosnuss beizutragen ;-).

Am Abend sind die Organisationen = wir mit der Gottesdienstgestaltung an der Reihe. Zusammen mit dem Mumengdistrikt. Die haben dann irgendwie völlig das Ruder übernommen.

Die Frauen sind mit dem Ergebnis unzufrieden, und ich kann es gut verstehen. Die Mumengs haben eine elektrisch verstärkte (barbusige) Gesangstruppe aufgeboten, die auch für meinen Geschmack viel zu schrill ist. Eine Frau tanzt wie in Trance. Ich hab mich mit dem Mitmachen zurückgehalten, die Organisationsfrauen machten gute Miene ... waren aber hinterher ganz aufgebracht.


28.09.2016
Mittwoch

Foto: Eine Mutter mit einem schlafenden Kind auf dem Ruecken Die "Sanitärsituation" ist nicht so gut. Die Wasserversorgung in Klos und Duschen ist kaputt. Also eimerweise am einzigen Wasserhahn versorgen ... (geht auch).

Heute ist ein Konfereztag mit Regularien. Ich verschwinde nach der Bibelarbeit. Anna und Anna wollen noch mit mir reden.

Es gibt jetzt eine Zusammenarbeit der Frauen im Hasimo und im Wabi. Anna hat ihren Besuch im Wabi verschoben, aber nicht fallengelassen und zusammen wollen sie einen Kurs in Banz besuchen. Ich freu´mich.

Aber auch eine ganz üble Nachricht hat Anna Mattyu mitgebracht: Wegen eines Racheaktes wurde das Haus von Ruth Buka niedergebrannt. Damit nicht genug, Ruth ist die Schatzmeisterin der Frauenarbeit im Wabi und damit ist auch das Wenige, was die Frauenarbeit dort besaß, den Flammen zum Opfer gefallen ...
Soviel ich erfahren konnte, ist Ruth unversehrt und lebt bis auf weiteres bei Verwandten. So hoffe ich, dass ich sie bei meinem Besuch dort im November zu sehen bekomme.

Am Abend ist dann der lang erwartete Bericht des Frauenzentrums dran. Malangton als Verwalter schlägt sich wacker. Außerdem darf auch das College das erste Mal auf einer nationalen Konferenz berichten. Lehrerin Susan´s Bericht ist unumstritten.
Beide Berichte sind die Chance für Banz, dass die Arbeit breit öffentlich wahrgenommen werden kann.


27.09.2016
Dienstag

Foto: Im Veranstaltungszelt Heute sind die Berichte auf dem Programm. Malangton soll über das Nationale Frauenbildungszentrum (nesonel wokmeri trening senta) berichten ...
Theoretisch.
Denn: Zuerst nimmt das Protokoll der Boana Konferenz den ganzen Vormittag ein und dann fließen bei einem Regen Wasser-Ströme durch das Veranstaltungszelt ...
soll mir recht sein.
Foto: Abendessen bei Agnes Gabeh Wir sind nämlich bei Agnes Gabee zum Schweine-Mumu eingeladen.
Ich hatte schon etwas gefremdelt auf dieser Konferenz und offenbar ging es auch einigen Honoratioren so.

Heute Abend bei Agnes fühle ich mich wieder gut aufgehoben und am richtigen Platz. Ich bin ihr echt dankbar. Sie hat ein Gefühl dafür, was die Menschen brauchen und sie zögert nicht, ihre Ideen ohne Dünkel und Vorurteile umzusetzen.

Das versöhnt mich mit der ganzen Konferenz. Wir sitzen in einem kleinen Haus in dem Agnes mit ihren meris untergebracht ist. Wie in Karamui wird das fertige Schwein gerecht verteilt und wir essen unseren Teil gleich an Ort unst Stelle. Nach und nach trudeln auch die eingeladenen Pastoren ein. Alles kirchenleitende Leute. Sie sind ausdrücklich dankbar für das Essen und den zwanglosen Gedankenaustausch, der sonst hier nicht möglich gewesen wäre. Es geht um kircheninterne Sachen, aber auch um die Art der Zusammenarbeit. Schließlich müssen die Honoratioren noch am Abendgottesdienst teilnehmen und wir werden zurückgefahren.

Ich bekomme noch von Jane einen Kaffee ans Bett gebracht. (thankyu!)


26.09.2016
Montag: Der erste Tag

Weil ich mir gestern das Abendprogramm geschenkt habe, bin ich heute gut ausgeruht.
Ich nehme gleich morgens an der bibel-stadi teil. Ohne Pause geht es in die Vorstellungsrunde der siebzehn Distrikte der ELC-PNG. Wir gehören einerseits zu den Organisationen, andererseits zu den "Jiwaka Style Flowers", wie Frauenleiterin Margaret uns vorstellt. Großes Gelächter!

Wegen schlimmer Kopfschmerzen ist für mich das Nachmittagsprogramm und das Mittagessen gestrichen und Ausruhen angesagt. Die Gewitterluft macht sich bemerkbar.
Abends bin ich wieder so fit, dass ich das Essen vertrage und ich freue mich, dass mein Waspapa Malangton heil angekommen ist.


25.09.2016
Sonntag: Die Eröffnung der Frauenkonferenz

Foto: Vor der Muaina Secondary School Als normale Teilnehmerin lauf ich mit den Frauen der Institutionen im "Eröffnungsumzug".
Foto: Die Dudelsack-Kapelle Das dauert lange (zwei Stunden) und erscheint chaotisch, ist aber im Prinzip wie ein Umzug bei uns auch:

Aufstellen, hin und her laufen, warten und dann der Kapelle folgen. Hier ist es eine schottische (tja!) mit Dudelsack-Musik. Vor und hinter uns wird auch laut gesungen.
Unterwegs treffe ich Agnes Gabee und die Power Frauen-Programm Officers wieder. Eine dicke Umarmung von jeder und große Freude!

Auch von Jalibu sind einige Frauen da und von Karamui. Es ist ungerecht! Ich hab alle Mühe, sie wieder zu erkennen und mich erkennen alle leicht und jeder grüßt.
Foto: Blick auf den Mount Wilhelm Als wir in das Gelände einziehen bietet sich ein lautes und buntes Schauspiel.
Aufgereiht folgen wir nun den Reden und Ansprachen zur Eröffnung. Ich habe wohl etwas lange gefolgt, es ist heiss und ermüdend. Nach der Kollekte ermutigt Jane mich zu gehen.

Ich mache Pause, dann holt mich Anna Nikson zum Rundgang ab. Es gab von offizieller Seite noch nichts zu Essen, also müssen wir uns an den vielen kleinen Ständen mit dem Nötigen versorgen. Wir treffen viele Bekannte, z. B. Mama Tande, Stefan Zwilling von den Computer Leuten, Anita aus Jalibu und Anna Matthyu aus dem Wabi.


24.09.2016
Sonabend: Reisetag nach East Chimbu zur Nationalen Frauenkonferenz

Heute ist der Reisetag nach East Chimbu zur Nationalen Frauenkonferenz. Der Kirchenkreis Chimbu wurde, wahrscheinlich wegen Überbevölkerung, vor kurzem geteilt und der neu gegründete Kirchenkreis East Chimbu ist zum ersten Mal Gastgeber der Frauenkonferenz.

Das ist eine große, aufwändige Sache. Tausende Frauen und Männer müssen untergebracht, verpflegt und mit sanitären Anlagen (?) versorgt werden. Sicherheit und technische Ausstattung müssen auch gewährleistet sein, und was sonst noch alles zu bedenken ist. (ich bin an Wacken erinnert).

Grundlage für das alles ist das Gelände und die Gebäude der High Scool. Alle Studenten wurden beurlaubt und jeder Klassenraum wird für die Unterbringung genutzt.

Aber erstmal zur Anreise: Diesmal bin ich nicht unter den "Ehrengästen", wie in Boana 2014 und auch nicht "Mitglied des Teams" wie in Karamui, sondern einfach Beobachterin in der Gruppe der Institutionen. Also wieder etwas Neues.

Wir vom LCCB und Wokmeri training senta fahren mit den Deligierten der Jiwaka Provinz. Leiterin Margaret hat einen größeren PMV (Coaster) organisiert und wie fahren Konvoi mit denen, die hinten auf einem Lastauto sitzen und die Jiwaka Flagge schwingen.

In Muaina, dem Ort des Geschehens angekommen müssen wir erstmal vier Stunden warten, bis wir in die Räume können. Es ist schon dunkel, ich habe Kopfschmerzen aber zum Glück hat Jane mir etwas zu Essen besorgt. Die Organisatoren wirken doch ein bisschen überfordert. Schießlich bekommen wir zu sechst ein Dreibettzimmer. Ich kann meinen Schwestern nur danken, dass ich die ganze Zeit ein recht großes Bett für mich alleine haben durfte. Weil es sich um die Schlafräume der Studentinnen handelt, sind die Toiletten und die Duschen in erreichbarer Nähe. Es ist gewöhnungsbedürftig aber wir sind immer noch besser untergeracht als die einfachen Deligierten der Kirchenkreise.


22.09.2016
22./23.09.2016: Donnerstag/ Freitag: Hausarbeit und anderes

Der Donnerstag und der Freitag vergehen mit Hausarbeit, letzten Korrekturen und Vorbereitungen für die Frauenkonferenz. Die beginnt am Samstag und von dort aus geht es gleich weiter zum Seminar für die "Gastarbeiter". Ich muss also viel packen, und werde berichten :-)











21.09.2016
Mittwoch

 Tatsächlich ist schon Frühstück, als ich gegen viertel vor sechs im Senta auftauche. Der bestellte Bus ist pünktlich und die Familie mehr als bereit, es sich die letzten Urlaubstage in Madang noch ein wenig gut gehen zu lassen.
Mit Pastor Wokenuwe unterhalte ich mich noch bis zum späten Vormittag. Er will so früh nicht fahren, denn dann sind nur die Drogis (drugbodies) unterwegs.

Nachdem ich noch ein bisschen Schlaf nachgeholt habe, kommt Paul zu Besuch. Er fragt sich (und mich) wie es um das Hilfsgeld für Hapaweia steht, und wir reden ein bisschen. Es sind immer noch ca. 50 Familien obdachlos, und es wäre schön, wenn die Hilfe bald anfangen würde. Nun liegt es bei der hiesigen Kirche, das genau zu planen. Paul ist bestens vernetzt und wird sich weiter dahinter klemmen.

Diesmal kann ich ihm sogar etwas zum Mittagessen anbieten.
Zur Lektüre hab ich hier Hermann Hesse entdeckt. Das ist natürlich nach meinem Geschmack.


20.09.2016
Dienstag: Begrüßung und Gottesdienst mit Familie Flierl

Foto: Willkommen Heute wird die Begrüßungszeremonie nachgeholt: Familie Flierl wird vor der Haustür abgeholt und zeremoniell zur Kirche geleitet. Dort ist schon die Tamburin-Gruppe der Studentinnen bereit und und übernimmt.

Foto: Willkommen Foto: Fam. Flierl Der Gottesdienst ist kurz gehalten aus Rücksicht auf das weitere Programm des Tages. Trotzdem kommt viel Herzlichkeit ´rüber.
Die Familie hat es sicher schon vielfach gehört, aber das Lebenswerk ihres Vorfahren wird hier wirklich wertgeschätzt und in guter Erinnerung gehalten. Und nun einen lebenden Nachfahren dieses Glaubenspioniers "zum anfassen" zu haben, das ist eine ganz besondere Ehre.
Foto: Zum Gottesdienst Foto: Gottesdienst
Die Niuginis sagen es so: "Die Saat, die euer Ururgroßvater gesäht hat ist lebendig und wächst. Seht uns an, wir Lutheraner hier sind der lebende Beweis."
Lehrerin Susan (Fumapa) als Master of Ceremonie ruft noch zwei drei Redner nach dem Gottesdienst auf. Das letzte Wort hat Friedrich Flierl mit Familie: Vorstellung und ein deutsches Lied! (ich muss schon wieder heulen beim mitsingen: "... möge die Straße....und bis wir uns wiedersehen, halte Gott euch fest in seiner Hand!").
Vor dem endgültigen Abschied hab´ich aber noch das Privileg, die heutige Tour der Familie mitzumachen: Auf einer Nebenstraße geht es auf Rundreise. Ein langjähriger Freund der Familie, Pastor Wokeuwe hat zwei Autos, samt Fahrern und einen Tourguide organisiert. Es sind alles verdiente Christen und der Guide ist kein anderer als der Krichenkreis Präsident vom Hagen- Stadt- Kreis. Er ist ein Mann der vielen Worte und ich bin wieder an die Ausfahrten mit meinem Opa erinnert.

Foto: Gottesdienst Foto: Gottesdienst In Kottna hat Pastor Wokenuwe seine Familie in ein geliehenes Haus eingeladen. Es ist endlich Zeit für ein paar Geschichten, die die Familien verbinden. Geschenke gibt es auch und das Versprechen, weiterhin in Kontakt zu bleiben. Denn das ist der Pastor mit dem Vater gewesen und der Sohn Friedrich hat es weiter geführt. (Einige Hoffnung auf eine Verbindung in der Zukunft scheint nun auch auf dem jungen Schwiegersohn zu liegen.)
Nach kurzer Zeit (gemessen an dem Anlass) geht es schon weiter: Ein Abstecher zum Wohnhaus der Familie in Kentak (?). Ein kleines Täschchen muss gepackt werden, denn der Pastor kommt kurzerhand mit nach Banz.

Ogelbeng wird von der Reiseroute gestrichen. Zu zeitraubend und die Familie war schon dort. Nun also geht es nach Mt. Hagen, in die Teka Gemeinde. Dort warten die Gemeindemitglieder auf uns und besonders die Tochter unseres Guides: Merna. Es gibt einen Empfang mit Andacht im Hof und Tänze der jungen Männer. Diesmal recht viele Reden. Merna hat für uns, und schließlich für die ganze Gemeinde, ein Mumu gemacht. Wir dürfen es aufmachen und im Wohnzimmer der Familie speisen. Unglaublich, dafür, dass sie erst drei Wochen hier wohnt. Sie ist sehr gastfreundlich und begeistert. Ihre Herkunft von der Küste verrät sich durch ihre tanzenden Bewegungen. Nun ist sie in der Teka Gemeinde zuhause und verheiratet mit einem Mann vom Sepik, der sie sehr unterstützt. Sie arbeitet bei MAF, den Missionsfliegern.
Ja, "zufällig" bin ich hier in der Ursprungsgemeinde unserer Partnerschaft gelandet. Auf einiges nachbohren erzählt der Pastor, dass sie von hier aus in den siebziger Jahren (des vorigen Jahrhunderts ;-) )eine Gruppe junger Christen nach Deutschland geschickt haben, unter ihnen auch Kipoi Tokali...... (der Rest ist ja bekannt).

Mit vielen guten Wünschen und reich beschenkt werden die Flierls nun wieder nach Banz gefahren und ich mit. Pastor Wokenuwe nutzt den Abend um sich weiter zu unterhalten. Die Frauen hier haben natürlich auch gekocht und ein Bisschen passt noch ´rein.

Für morgen ist der Aufbruch um 6.00 Uhr angesagt, also gehe ich lieber rechtzeitig ins Bett, denn den Abschied will ich ja nicht verpassen.


19.09.2016
Montag: Hoher Besuch

Nachdem ich gestern einen unchristlichen Waschtag eingelegt hab, erwartet uns hier heute der Besuch der Flierl- Familie.

Herr Friedrich Flierl kommt zum Privatbesuch mit Einigen aus seiner Familie. Er ist der UrUrenkel des ersten bayrischen Missionars Johann Flierl (1858-1947) und hier in PNG in einem Krankenhaus an der Küste geboren. Die Niuginis haben das nie vergessen. Johann Flierl kommt hier gleich hinter Martin Luther, und so ist dieser Besuch auch kaum privat zu halten.

Das College ist geehrt, dass die Gäste hierher kommen und will es entsprechend feiern. Auch das Frauenbildungszentrum/ Wokmeri- trening- senta, als Herberge, ist an der Planung beteiligt. Ein Vorbereitungskommittee hat ein paarmal getagt und vom Empfang mit singsing über den Speiseplan alles Mögliche besprochen.

Ich werde vom Rasenmäher wach und habe auch Hoffnung für meine Rasen geschöpft. Malangton sagt, wenn ich mich am Spritgeld beteilige, kann er mir heute den Rasen auch mähen. Der Mäher kommt von der Gemeinde, hier sind sie alle kaputt.

Wir fahren also erstmal nach Banz, Benzin, Gasflaschen und Lebensmittel besorgen. Ich darf hinten auf dem Truck stehen, das macht Spaß. Der Fahrer fragt Lehrerin Susan nach Spritgeld, sie hat aber echt keins. Ich gehe stark davon aus, dass er sowieso vom College schon welches bekommen hat. Bei mir wäre er an der falschen Adresse: er hat schon einmal zuviel gefragt. Ich fahre auch nach Möglichkeit mit dem PMV, damit ich nicht unnötig jemandem etwas schulde. Aber heute bin ich Teil der Truppe und wir schauen, was wir alles besorgen können.

Auf der Rückfahrt vermisse ich Malangton. Zu hause rattert er schon mit dem Mäher über meinen Rasen. Thankyu!

Foto: Kochen für den Besuch Die Familie war für 14.00 Uhr angekündigt, ..... nein, Eva hat Bescheid: um 16.00 Uhr... um 18.00 Uhr fangen die Frauen erstmal an zu kochen. Irgendwann hab´ich mich dazu gesellt, zum Fisch braten.

Als sie endlich müde und kaputt nach dem Dunkelwerden ankommen, können sie gar nicht so viel essen, wie da ist. Das Begrüßungsritual wurde zum Glück auf morgen früh verschoben, genauso wie der Gottesdienst.
Ich helf´noch beim Abwasch und auch die Helferinnen sind müde genug, um 22.00 Uhr ins Bett zu gehen.




17.09.2016
Sonnabend: Abreisetag für Martin

Foto: Kurz vor der Abfahrt Foto: TTschuess
Abreisetag für Martin. Tschüüß.

Gerry und zwei Studenten bringen ihn zum Flieger.

Ich würde mich ja gerne um die Wäsche kümmern, aber der Strom ist den halben Tag weg.
Das war nun die erste Woche der Ferien und die erste Besuchswoche.

Montag kommen sieben Familienmitglieder der Familie Flierl. Nachfahren des ersten Missionars. Das wird die zweite Besuchswoche und ich werde berichten.


16.09.2016
Freitag: Independence Day!!!

Überall ist Hype. Nur bei uns ist gemütlicher Sonntag. Lesen. Essengehen. Jaaha. Das Mission Resort kocht heute wieder für uns. Schokoeis zum Nachtisch... man gönnt sich ja sonst nichts.

Dabei fragen wir uns wirklich, was für eine Art Partnerschaft wir, unsere Kirche nun hierher hat. Mamakirche geht wirklich nicht mehr. Aber im Verhältnis haben wir tatsächlich mehr Geld. Und warum den Partnern nicht helfen wenn man es doch kann? Aber die haben manchmal wirklich unmögliche Prioritäten. Wenn man das dann hinterfragt, kommt das wieder so väterlich/mütterlich/kolonial ´rüber ...

Ach! Ohne Geld wäre alles einfacher, oder??
Und was wir hier an Glaubenstiefe, Lebensfreude, Hingabe und Spiritualität lernen können kann leider keiner ermessen, der hier nicht wenigstens ´mal ´reingeschnuppert hat.....


15.09.2016
Donnerstag: Besuch von Betty

Ich schaff gerade noch eine Wäsche und schon ist der Strom wieder weg! Jeden Tag in dieser Woche.

Ich war zwar eingeladen, mir das Seminar "Gender" anzuhören, aber ich hab´es wirklich nicht geschafft.

Foto: Besuch
Heute ist es fast zuende. Betty Nakisi hat als Mulitplikatorin für Mendi teilgenommen und ist ganz motiviert es weiter zu geben. Sie ist zwar jetzt wokmeri im Mendi Seket (?) aber da sie im Wabi noch keine Nachfolgerin hat, wird sie es den Frauen dort auch vermitteln. Im Januar kommt der Kurs dann wieder hier zusammen, um die Erfahrungen auszutauschen.

Betty berichtet ganz offen, dass im Wabi zurzeit die Kirchenarbeit Erneuerungsbedürftig und recht unorganisiert ist. Sie hat große Hoffnungen für die Kirchenwahl, die Ende September stattfindet. Mit der Dürre vom vergangenen Jahr sind sie dort fertig geworden. Betty sagt, dass alles wieder wächst und keiner hungert. Allerdings hat es jetzt diese Kämpfe nach dem Autounfall gegeben und das wirkt sich immer lange auf die ganze Gegend aus. Meinen Plan, im Oktober/November mit Sabine Schmidt einen Besuch zu machen scheint Betty ganz gut zu finden.

Morgen ist Unabhängigkeitstag.
Eine Pop-Band übt schon seit Tagen Tag und Nacht. Sie müssen einen Generator haben ...
Spielen nicht schlecht ...


14.09.2016
Mittwoch: Auf nach Ogelbeng

Heute bekomme ich ein Geschenk. Ich bin entzückt. Ein Buch darüber, dass man doch besser gelassen bleibt. So Schwarzbrot für die Seele. Danke Martin.

Foto: Die Computerexperten
Die mit dem Computer-Unterricht Befassten fahren heute mit dem Nat.-IT- Beauftragten, Stefan Zwilling nach Ogelbeng. Das ist ein Pastorenseminar in der Nähe von Mt. Hagen. Eines von sechs Bildungseinrichtungen der hiesigen lutherischen Kirche, ELC PNG.
Und ich kann mitfahren! Supi.

Es ist dann auch interessant, denn sie sind dabei, die Computerunterrichte zu vereinheitlichen. Wenn´s hier im Hochland läuft, sollen alle kirchlichen Bildungsstätten das Curriculum übernehmen. Und es ist nun festgeklopft, dass der Unterricht auch zum Thema Internet-Sicherheit, Medienkompetenz stattfinden wird.
Der Princcipal aus Ogelbeng scheint sich wirklich über uns beiden selbst eingeladenen Überraschungsgäste zu freuen.

Hier ist immer noch kein Unterricht. Die Studenten sind wegen des kircheninternen und handgreiflichen Streits um ein Haus, aus Sicherheitsgründen nach Hause geschickt worden. Zur Schlichtung und Versöhnung kommt nächste Woche der Bischof persönlich.
Das gibt für Martin auch den Ausschlag, dass er noch länger in Banz bleiben kann. Es gibt keine Möglichkeit den Bischof vor der Abreise im Hochland zu treffen.
Wir machen also noch einen Großeinkauf und fahren guter Dinge nach Hause.


13.09.2016
Dienstag: Jonathans Abreise und meine Gedanken zu den "Dropouts"

Foto: Jonathan beim Packen
Heute darf Jonathan endlich nach Imbongu abreisen. Gerry bringt die Beiden bis nach Hagen, dann geht´s weiter mit den Öffis.

Ich mach meinen Haushalt und Martin seine Arbeiten und Gespräche.

Von Pastor Michael hab ich noch die Ehre, einen Teil der Aufnahmetests vor- zu korrigieren.
Das ist vom Inhalt interessant. Sie sollten einen Essay schreiben entweder darüber, wie die Zahl der Dropouts im Bildungssystem vermindert werden können, oder zur Gleichbehandlung von Frauen in der Gesellschaft hier.

Es gibt in Wirklichkeit keine Bildung für alle. Deborah hat auch schon erzählt, dass nur ca. ein Viertel der Schüler in höheren Klassen es bis zum Abschluss schafft. Anders geht es im Moment auch gar nicht. Die Schulen haben Platzmangel und die Lehrer sind auch nicht auf dem neuesten Stand.

Leider gibt es für die Übriggebliebenen (Dropouts) auch keine bezahlte Arbeit, so dass sie bestenfalls wieder in die Dörfer gehen und den Familien mit den Gärten helfen. Schlimmstenfalls begehren sie die angepriesenen Früchte des Fortschritts und werden kriminell.

Die Frauen sind ja formal gleichberechtigt und wissen das meistens auch. Im Alltag sind die Rollen und die damit verbundenen Begrenzungen ganz klar geregelt und sprechen nicht von einer Gleichberechtigung. Auch hier kommt es schnell und häufig zu Gewalt, wenn sich Mann und Frau über das Zusammenleben nicht wirklich bewusst verständigen.


12.09.2016
Montag: Im Jiwaka Resort

Heute lädt Martin zum Mission-Lunch ins Jiwaka Resort ein. Ein Gasthof (Schlafen und Essen) ist gleich in der Nähe vom College. Eva hat es schon gelobt.

Vor dem Mittagessen soll aber Lehrerkonferenz/tisabung stattfinden. Acht Uhr hat der Principal gesagt. Um Acht ist aber nur Martin Haasler da. Und als um Neun Uhr immer noch nichts anfängt gehen wir erstmal wieder. Ich geb´es für den Vormittag ganz auf. Keine Stimme und schlapp. Die Beiden können ja nachher erzählen.

Pastor Michael hat vermutlich eine Nachtschicht eingelegt und seine gestern skizzierten Gedanken fein zu Papier gebracht. Das ist eine super Vorlage für die Weiterarbeit in der Lehrerkonferenz. Martin und Jonathan sind beeindruckt. Die Lehrer hoffentlich auch.

Mit der gesamten Mission-Großfamilie fahren wir mittags zum Essen. Das dauert gemütlich drei Stunden, denn es gibt viel zu erzählen. Pastor Tande ist inzwischen angekommen und reiht sich mit ein. Für die Öffentlichen Verkehrsmittel ist es dann für heute auch zu spät, so dass Pastor Tande auch eine Nacht im "Haus Gerber" bleibt. Sehr zum Missvergrügen von Jonathan, der seine neue Heimat sehnsüchtig erwartet.
Foto: Besprechung
Vor dem Haus erwarten uns nach dem Mission-Lunch die Hasimos. Sie wollten mit Martin Haasler sprechen, und er mit ihnen. Insbesondere will er Deborah nach ihrem Schulalltag befragen.

Foto: Eine Diskussionsrunde Was wir jetzt erfahren lässt unsere Hochachtung vor der Geduld und Hoffnungsfreude der Menschen hier nur noch wachsen. Die Schulbedingungen sind denkbar schlecht und nur die Besten kommen weiter. Und das auch nur, wenn sie das Geld für Gebühren und Schuluniform auftreiben. Das kann Deborah und so vielen Anderen jedoch nicht die Freude an der Schule und die Hoffnung auf eine gute Zukunft und einen guten Beruf (Krankenschwester) nehmen. Tapfer und bewundernswert. Hier so normal und für uns unglaublich anstrengend schon beim Zuhören.

Wir erfahren noch, dass im Hasimo immer noch ca. 80 Familien ohne Dach über dem Kopf sind. Die Hilfe ist inzwischen beim LDS, Lutheran Development Service und mit ihnen wird Paul zusammen arbeiten.

Anna´s Pläne fürs Wabi sind aufgeschoben aber nicht aufgehoben.


11.09.2016
Sonntag: "Ohne Worte"

Foto: Deborah berichtet Ohje, ich hab´keine Stimme mehr!

Brauch´ ich auch nicht. Im Gottesdienst predigt Pastor Martin über das verlorene Schaf, die verlorene Münze und den verlorenen Koffer ;-)
Erkenntnis ist u. a., dass dieses Sinnbilder dafür sind, dass wir von Ihm, unserem Gott beharrlich gesucht werden, "falls" wir uns mal abhanden gekommen sein sollten...

Der Koffer ist übrigends wieder aufgetaucht. Sofort fahren Pastor Gerry und Pastor Martin ihn holen.

Den restlichen Tag verbringen wir mit Diskussionen über den Glauben und die Kirche. Das ist ja ´mal richtig bewegend.

Nach einem üppigen Fischessen fallen wir müde ins Bett.


10.09.2016
Sonnabend: Martin und Jonathan kommen

Achje, nun ist der September auch schon zweistellig! Heute nun holen wir Pastor Martin Haasler aus Mt. Hagen ab. Gleichzeitig hab´ich mich angeboten, den ersten Großeinkauf für die Seminargruppe im Center zu übernehmen. Das muss ich Gerry noch beibringen.
Foto Begruessung am Flugplatz
Martin kommt,...sein Koffer leider nicht. Mitgebracht hat er den ZMÖ- Freiwilligen Jonathan, der nun für ein Jahr bei Pastor Tande im Hochland leben wird. Pastor Tande ist zur Begrüßung mit dem PMV angereist, muss aber bald wieder fahren, der Weg ist lang.

Wir, bzw. Martin Haasler ist erst einmal mit der Fahndung nach seinem Koffer beschäftigt. Ein netter Mitarbeiter (Douglas)tut was er kann, herausufinden wo der Koffer sein könnte. Als er mit dem nächsten Flug auch nicht ankommt, geben wir für heute die Hoffnung auf und fahren wieder nach Banz.

Der Großeinkauf und ein Imbiss hatten in der Wartezeit auf den zweiten Flieger locker Platz. Jane ist ja extra zum Helfen mitgekommen.

Janathan kommt mir total aufgeregt vor. Er freut sich, endlich an den Ort seines Wirkens reisen zu können und hat gefühlt eine Million Fragen.

Erstmal übernachten beide im Büro Gerber, freuen sich über die Dusche und leisten mir bei den Mahlzeiten Gesellschaft. Heute abend ist allerdings Dinner bei Gerry und Eva.
Überraschend kommen bei mir Malangton und Pastor Michael zu Besuch. Sie wollen nichts Dienstliches. Nur mal schnacken und Kaffee trinken. Dabei entstehen hier immer die besten Ideen.


09.09.2016
Freitag: Ferienbeginn ...

...Noch nicht ganz. Mit einem Abendmahlsgottesdienst werden die StudentInnen heute abend verabschiedet und sie sollen dringend auch nach hause gehen, denn das Essen ist knapp. Diesen Gottesdienst empfinde ich persönlich als etwas unherzlich. Das mag an der strengen englischen Lithurgie liegen, oder daran, dass Alle ein wenig erschöpft sind.

Anna hat mir bei den Vorbereitungen für den Martin Haasler-Besuch geholfen. Sie sorgte sogar für Blumen.


08.09.2016
Donnerstag: Eine gestohlene Wasserpumpe und Buchführungs-Tests

Anna hatte schon Nachts etwas draußen rumoren gehört und in den Bekanntmachungen nach der Andacht sagt der Principal, dass heute in der Nacht einem Lehrer die Wasserpumpe gestohlen wurde!! Bei mir ist noch alles da, zu Glück.

Meine Buchführungs-Tests laufen ganz gut. Ich hatte damit gerechnet, dass die Zeit nicht gebraucht würde, aber am Ende will noch keiner so richtig abgeben. Obwohl Malangton die Fragen gegengeprüft und nicht schwer fand, ist es für die Studenten offenbar recht schwierig.
Gut, dass nun Ferien sind.





07.09.2016
Mittwoch: Besuch von einem Korbmacher

Heute sind wir Beide irgendwie krank.
Zusammen gehen wir aber Einkaufen, denn es gibt gar keine Vorräte mehr.

Das einzige Außergewöhnliche heute ist der Besuch von einem Korbmacher aus Jalibu. Anna kann seine Muttersprache mit ihm reden. Er kann auch etwas zur Erklärung der Straßenblockade beitragen. (Der Grund, warum Anna nicht ins Wabi kam). Es gab einen Verkehrstoten und danach die leider üblichen Kämpfe untereinander.

Den Namen dieses Mannes schreibe ich mir auf. Er macht gute Sachen zu fairen Preisen und ist auch noch ein Wantok. Das ist ein Argument, die anderen Korbmacher abzuwimmeln.

Die Predigt für den Mittwochs-Gottesdienst hat Irene. Sie macht das gut und gibt den StudentInnen Hoffnung in dieser Krise des College, die sie beim Namen nennt.


06.09.2016
Dienstag: Anna und Irene kommen

Beginn der Besuchswoche. Es sind Ferien und Anna wollte heute kommen.

Sie bringt Lehrerin Irene mit. Von der hatte ich noch nicht so viel mitbekommen. Sie ist am College nur halbtags beschäftigt und nicht offiziell bezahlt. Anna kennt sie irgendwie von früher. Verwandtschaft?

Irene hat Politik und Sozialwissenschaften studiert und soll nächstes Jahr vor dem Wahlkampf für die Regierung Aufklärungsarbeit/Anti- Korruptions- Arbeit machen. Gut, dass Anna sie mitgebracht hat, sonst hätte ich sie mich wohl nie mit ihr unterhalten können.

Zusammen mit Anna mache ich die Hausarbeit. Sie wollte in den Garten, aber ihr Fuß/Zeh ist kaputt und sie fühlt sich krank. Ich freu´mich, dass sie trotzdem gekommen ist. Und das ich nach der ganzen Aufregung in Jalibu nicht ganz alleine bin.


05.09.2016
Montag: Abschied nehmen

Foto: Die Schwestern und Nichten von Penga Trotz kurzer Nacht will uns Penga heute wieder nach Mt. Hagen fahren. Tschüß liebe Familie!
Meine beiden Schwestern sammeln schon Erinnerungen: Pflanzen, Taro, Blumensaat und ... Zwei kleine Hunde!!! Sie sollen Jalibu und Kendagl heißen... Die Fahrt ist wie gewohnt, lang, holprig und ermüdend. Darum kann ich mich zu hause nur ausruhen, zumal ich wieder einen satten Jalibu Schnupfen mitgebracht habe. (morgen kommt Anna Nikson zu Besuch).

Foto: Zwei Schwestern von mir auf der _Loggia


















04.09.2016
Sonntag: Aussendungs-Gottesdienst

Foto: Alle sind gekommen Foto: Pastor Moses Foto: Die Familie auf dem Ehrenplatz Foto: Blick zum Freiluftaltar Foto: Aussendungssegen

Heute ist der Tag. Gottesdienst von 10.00 bis 16.00 (nur ´mal so vorweg).
Die Kirche ist zu klein und der Umzug ins Freie ist schnell gemacht. Pastor Moses hat wieder die Liturgie und Pastor Tande predigt.

Er setzt uns die hebräische Bedeutung der biblischen Aussendung der Jünger auseinander, anhand zweier zentraler Worte: in etwa: "Vollmacht, Kraft, Autorität." und "geht los!" Es ist interessant, wie viele Bedeutungen ein habräisches Wort hat....und Pastor Tande kann es direkt in das hiesige "Plattdeutsch" in die Imbongu- Sprache übersetzen. Die Gemeinde freut sich.

Er geht dann noch darauf ein, wie es den ersten Aposteln ergangen ist: kein Versprechen von Wohlleben und Reichtum. Stattdessen erlitten sie Verfolgung und fielen ganz üblen Mordmethoden zum Opfer, wie etwa Stephanus und Petrus... Aber das Evangelium hat sich durchgesetzt und es hat sie getragen.

Heute ist Abendmahl, drei Reihen, noch mehr Leute als gestern. Alle Pastoren sind in Aktion. Manche kenne ich: Philip Pirua und Tande traf ich schon gestern. Heute ist auch noch Pastor Rombe da!!! Wir haben ihn 2004 in Mt. Hagen getroffen und damals kam er mir schon etwas älter vor. Wir schütteln Hände und ich stelle mich sicherheitshalber noch einmal vor.

Bei den anschließenden Reden, die heute nun endlich dran sind, muss ich einfach mitweinen. Sie lassen diese Familie nicht leichten Herzens gehen. Dafür haben sie viel zu viele gute Beziehungen in der Gemeinde. Tonno und Pileru werden vom Kindergottesdienst bedacht, Polina u. a. von den Frauen.

Als die Frauen mich aufrufen und auch mit einem Geschenk bedenken ist es endgültig um meine Fassung geschehen! Aber damit bin ich wirklich nicht alleine heute. Auch die Männer hier sind sich hier für Abschiedstränen nicht zu schade.

Bevor die ganzen Funktionsträger auch noch etwas sagen, drängeln wir uns ins Programm. Ich soll alle Überseeischen vertreten und bringe alle Grüße, die ich eingesammelt habe und noch ein paar mehr. Lehrerin Susan grüßt vom College mit einer schönen Geschichte und Jane vom Frauenzentrum beschreibt unser Abschiedsgeschenk, eine Stola mit zwei Talaren.

Die Reden zeigen aber auch, dass sie hier sehr stolz sind, zum ersten Mal einen Missionar mit Familie in das Ursprungsland der Mission zu schicken.
Das letzte Wort hat Pastor Penga und er bedankt sich gefühlt bei jedem einzelnen.
Wieder zurück im Heim der Familie kehrt etwas Ruhe und Besinnung ein. Für uns Gäste. Die Familie hat noch viele Angelegenheiten zu regeln, wie wir am nächsten Morgen erfahren.


03.09.2016
Sonnabend: Gottesdienstvorbereitungen

Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Heute ist schon ´mal eine Party vor dem Gottesdienst morgen. Eigentlich sind es zwei Parties: Die Gemeinde hat ein Barbecue angekündigt und die Familie hier macht ein Mumu. Zwei Schweine. Die Jungs fahren Feuerholz kaufen und von der Loggia aus kann ich genau sehen, wie sie das Schwein schlachten.
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Zu Hause hätte es mich entsetzt, aber hier kommt es mir total normal vor. Es quitscht auch nicht lange....
Wir spazieren in der Gegend ´rum, nehmen den Bus und lassen uns von Anita, Penga´s Schwester, Jalibu zeigen und der große Bruder Yalo beantwortet geduldig alle Fragen bei einer echten Tasse Kaffee.
Alle sind fleißig und aufgeregt aber jeder weiss, was er zu tun hat.
Der Ausflug hat mir Kopfschmerzen gemacht, aber die gehen mit einem Kaffee und einem kleinen Gurkenimbiss wieder weg.

Irgendwann am Nachmittag müssen wir dann alle schnell ins Auto springen und los zum Fest, das die Gemeinde vorbereitet hat.
Für meinen Geschmack ist es riesig. Viele sind gekommen und eine Kirchenband spielt:
E-Gitarre und Baß, Schlagzeug und Mikroanlage. Charmanter Sänger im weißen Hemd, einer von Penga´s Jugendlichen.

Pastor Moses leitet den Gottesdienst und würgt die anschließenden Reden elegant ab. Die sind morgen ´dran. Aber es ist klar, das sie die Familie hier nicht leichten Herzens ziehen lassen!

Eine große Tafel wird aufgebaut mit dem leckersten Essen..... wir dürfen zuerst. Ich weiß nicht, wieviele Schweine hier gemumut wurden, aber eine komplette Schweinehälfte landet bei Polina als Gabe für zu hause.
Mitsamt allen Zutaten wie: Taro, Kaukau, Gemüse und diesem leckeren Farn, der wie Grünkohl schmeckt.
Tusch..., und: Die Jugend hat eine große Torte gestifet. Leider bekomme ich nichts ab, denn wir brechen eilig vor der Dunkelheit wieder auf.
Immerhin ist noch ein Händeschütteln mit Pastor Pirua und Pastor Tande möglich. Beide kommen auch morgen zum Gottesdienst.


02.09.2016
Freitag: Anreisetag

Foto: Warten vor dem Postamt Anreisetag für den Aussendungsgottesdienst in Jalibu. Ich hab´ja schon geübt, und so geht die Reise mit meinen beiden Schwestern in Ruhe und Gemütlichkeit vonstatten. Jane ist mal in Jalibu zur Highscool gegangen... lange her.
Susan war da noch nie und hat so einiges Übles über die Leute da gehört...

Pastor Penga holt uns wieder mit dem geliehenen Auto am Post office ab und ab geht´s in die Berge. Susan und Penga kennen sich von der Ausbildung, sie haben sich seit dem nicht mehr gesehen und haben viel zu erzählen. Jane steht dem in nichts nach. Ich kann in Ruhe die Landschaft genießen und ein bisschen fotografieren.
Zu Hause angekommen werden wir von der ganzen Großfamilie herzlichst begrüßt.
Diesmal nutze ich die Chance und gehe mit Tonno im Fluss baden...
Superherrlich.


01.09.2016
Donnerstag: Benotungen und Besuchsmonat

Achje, schon September. Besuchsmonat.
Heute geht es nochmal richtig zur Sache mit dem Unterricht, Ich habe wieder die Stunden von meinem Kollegen bekommen. Die Schüler bitten mich, auch die Arbeiten vom vorherigen Lehrer zu benoten.
Ich schau mal, was sich machen lässt. Sie tun mir leid, weil sie gutes Geld bezahlt haben und in diesem Semester fast noch keinen passenden Unterricht dafür bekamen. Oft ist sogar das Essen für sie knapp.
Die Offiziellen sagen, es liegt daran, dass noch nicht alle voll bezahlt habe.
Daran hab´ich echte Zweifel...


31.08.2016
Mittwoch: Unterricht

Dieser Tag ist für mich voller Unterricht. Ich beziehe ein Tabellenprogramm ein. Ja, es ist Strom da und der Computerraum ist frei. Sie hören gar nicht mehr auf, die Tabelle zu bearbeiten, so dass die nächste Stunde von meinem Kollegen Malangton auch mit ´drauf geht.
Es ist in Ordnung, da er seine Papiere nicht kopieren konnte: Toner alle und kein Geld.


30.08.2016
Dienstag: Lehrerkonferenz uns Stola nähen

In der Lehrerkonferenz heute wir auch über den Vorfall gestern ausführlich beraten. Die Konferenz geht heute von 14.30 bis 17.30 !!!

Hinterher muss ich mich aber sputen, meinen Teil der Stola für Pastor Penga fertig zu bekommen. Wir werden mit drei Frauen fahren: Lehrerin Susan, Jane und ich. Die Herstellung von Stolen, Talaren und Altartüchern ist eine Spezialität vom Wokmeri-Training-Senta Banz und so wollten wir mit dem Geschenk auch ein bisschen werben...


29.08.2016
Montag: Ein Frisörbesuch und ein Gewaltausbruch

Am Wochenende wird der Aussendungsgottesdienst für Pastor Penga und seine Familie gefeiert und ich bin eingeladen!!

Also gehe ich in dieser Woche erstmal zum Frisör. Jaha, Banz hat einen Frisör- Salon, ganz neu. Die nette Frisörin ist auch Lutheranerin und kommt aus dem Chimbu. Mit ihr und Jane plaudere ich ein bisschen. Sie versteht ihre Kunst und ich bin happy, dass ich meine Mähne los bin. Wir finden noch eine schicke Meriblaus als Ersatz für die geklaute und ab, zurück zum College.

Dort hat es gerade einen Gewaltausbruch gegeben. Leider. Ein rauchender Baumstumpf, Blumenbeet zersäbelt, das Willkommen- Schild Kleinholz und ein Computer hinüber. Zum Glück kein Mensch verletzt. Das ist der Besonnenheit aller Beteiligter zu verdanken. Die Entstehungsgeschichte ist lang und kompliziert und der Gefühlsausbruch teilweise verständlich, auch wenn er jedes Maß überschritten hat. Hab´ich nicht gerade mit den Studenten zu Entstehung und Vermeidung von Gewalt gearbeitet und sie nach Beispielen gefragt??? So war das nun wirklich nicht gemeint...


27.08.2016
Sonnabend: Frauengruppe

Heute starte ich energielos in den Tag, mit dem Gefühl, zur Frauengruppe nichts Gutes beitragen zu können.
Das gute alte Buch von der Gewaltüberwindung erweist sich dann aber als Schatzkästchen. Die Frauen lassen sich gerne auf das Gespräch ein und ziehen von sich aus Parallelen zu ihrem heutigen Leben.

Es ist hier gängige Praxis, dass fremde Kinder mit großgezogen werden. Leider geschieht das nicht immer liebevoll und respektvoll. Manchmal sehen die Mütter auf die Adoptivkinder herab, machen Unterschiede in der Behandlung und geben ihnen viel zu viel Arbeit. Das berichten die Frauen, nachdem wir in der Bibel und als Dialog die Hagar-Geschichte bearbeitet haben. Es hat sie (und mich) echt berührt und einiges an Selbsterkenntniss ausgegraben. Sie rücken Dankbarkeit aus, und ich bin mindestens genau so dankbar für den Gemeinschaftssinn, den unser Gott heute hier gestiftet hat.


26.08.2016
Freitag: Ein Regentag

Strom an, Strom aus. ... Wie soll ich da mein Tagebuch 'rüberschicken???

Ich stürze mich in den Lesestoff und hole mehr aus der prima Bücherei. Danke an Gott und alle Beteiligten, dass sie mich an einen Platz mit einer tollen Bücherei gebracht haben.

Draußen regnet es und die Kinder haben ganz sichtbar und hörbar Spaß an der Regenrinnen-Dusche.
Ich unterhalte mich noch kurz mit einem kleinen Schmetterling-Schützen. Mit der Zwille schießen hier die Kinder gerne auf Schmetterlinge und manchmal auch auf unsere Dächer. Er zeigt sich ganz einsichtig, als ich ihn bitte, nicht auf bewohnte Gebiete zu zielen. Ich hab' echt Angst um die Fensterscheiben.


25.08.2016
Donnerstag: Excel u.a. Schwierigkeiten ...

Heute ist die Chance: Es ist Unterricht und gleichzeitig Strom da. Nachdem die Studenten gestern so in der Luft hingen will ich sie heute mit der Anwendung von Exel Tabellen herausfordern (haha, als ob ich Expertin wäre).
... Es zeigt sich hier die totale Unterschiedlichkeit des Könnens. Drei bis vier Leutchen gehen voran und lösen die Aufgabe schnell. Auch die Excel-Tabelle macht ihnen wenig Probleme. Es gibt aber auch zwei drei Studenten, die mit der Maus noch nicht richtig umgehen können und ich zweifle stark, dass sie die Buchführung irgendwie mögen...

Es ist also bunte Vielfalt, und ich hab' versprochen die Unterrichtszeit sinnvoll zu gestalten, also muss ich wohl auch forschen, forschen und gleichzeitig schauen, was für die Studenten sinnvoll ist.

Gestern war ich zeitweise schlaflos, und ich hab' meinem Ärger in einem Brief an die Lehrer Luft gemacht. Ich muss ihn ja nicht vorlesen, aber es half ungemein.

In der Gemeinde ist einer der ersten Missionare dieses Gebiets gestorben. Das Seminar beteiligt sich mit Spenden (Lebensmittel und Geld) und heute Abend gehen alle zum Gottesdienst. Ich nicht, ich denke, ich wäre fehl am Platz.

Mit einem Haufen Denk-Arbeit, Wäsche und besserer Gesundheit starte langsam ins Wochenende.


24.08.2016
Mittwoch: Unterricht bei den Verwaltungsleuten

Der erste Unterricht bei den Verwaltungsleuten ist ein Flop. Sie sind in Wirklichkeit schon viel weiter. Mit mir sind sie aber geduldig und hören sich brav alles nochmal an.
Zum Glück hilft Malangton im anderen Fach.
Wir sind dann jeweils gegenseitig im Unterricht da. Ich merke, dass die Herangehensweise hier total anders ist. Mehr so die frühere Trichtermethode. Wissen einfüllen, je mehr desto besser, egal ob es für das persönliche Fortkommen sinnvoll ist, oder nicht.

Malangton unterrichtet zum Glück auch anders und sieht sich mehr als Coach. Dem kann ich mich nur anschließen. Es geht nur, wenn die Studenten hier anfangen und mitmachen, Forschung in eigener Sache zu betreiben (... Hallo liebe Klienten in Heide).
Meine neugierigen Fragen, was denn genau Ziel dieser Ausbildung für jeden Einzelnen sei, stoßen auf ungläubiges Schweigen. Man merkt, dass diese Art zu Denken ja nun ziemlich neu ist. Nach einer Weile gibt es doch so zwei oder drei Studenten, die von ihren konkreten Plänen sprechen. Meistens: Eine weiterführende Schule besuchen.
Nachmittags hab ich Klönkaffee mit Jane und Taunas.

Die Andacht für den Abendgottesdienst braucht auch noch den letzten Schliff. Es ist ziemlich aufregend auf der Kanzel.
Die Liturgische Leitung macht heute die Jugend, das sind die Kinder von Mitarbeitern und Lehrern. Das „sing along“ hat also ganz besondere Stimmlagen heute abend. Und der PNG-Seminar Schlager ist auch dabei: „long marimari bilong God.....“ (Hallo Chynthia und Rudolf).
Pastor Penga hat mich für den 4.Sept. zu seiner Aussendung eingeladen.
... Ich werde berichten.


23.08.2016
Dienstag: Volles Programm

Heute habe ich, glaube ich, den ganzen Tag freie Zeiteinteilung. Tagebuch schreiben, Bilder sortieren, Unterricht vorbereiten. Strom ist da. Wunderbar.

Ach nee, ich hab'die Lehrerkonferenz vergessen.
Ach nee, gerade kündigt sich Paul an, er will mal mit mir reden.
Ach nee, Eva hat das Studententreffen auf heute 13.00 Uhr verlegt.

Also doch volles Programm.

Paul kommt am Vormittag. Er hat die Gelegenheit genutzt, weil er sowieso nach Banz musste. Ein Verstorbener aus dem Hasimo muss von Banz zum Begräbnisplatz gebracht werden. Paul muss helfen. Was aus den anderen Problemen geworden ist, erzählt er mir heute nicht.

Wir besprechen darüber, was genau in Hapaweia nötig ist. Weil es schon wieder geregnet hat, ist immer noch Reis, Öl, Salz ... also Lebensmittelhilfe nötig. Außerdem Hilfe beim Bau neuer Häuser. Er rechnet damit, 300 Christen zu helfen, von denen 80 obdachlos sind. Insgesamt sind von der Überschwemmung 3000 Leute betroffen. Seine Vorstellung ist, dass die Spenden direkt an die Warenhäuser gehen und er die Waren dort kauft. Damit haben wir gute Erfahrungen, in einem vergangenen Jahr konnten wir so die Anschaffung von Schulmaterial bezuschussen. Er hat schon Verbindung nach Lae, zur Verwaltung aufgenommen.
Da wir heute beide in Eile sind, verabschieden wir uns vor dem Mittag.

Ich gehe gleich weiter zur Versammlung der Studenten mit Eva. Es geht um Grundsätzliches. Mit Hilfe dieser und einiger mehr Gespräche können sich die Studenten aber so weit klären, dass sie weiter studieren und die Hoffnung nicht aufgeben. Ich will ja nicht „petzten“ aber hier ist es wirklich anders, und bei uns hätten die Studenten schon das Weite gesucht.

Im Lehrertreffen geht es heute um die Vorschläge für einen neuen Vorstand der Schule. Die Diskussionen laufen gründlich und ernsthaft und als nächstes müssen die gefundenen Kandidaten nach ihrer Bereitschaft gefragt werden.

Abends kann ich mich spontan mit Malangton abstimmen, was den Zusatzunterricht angeht. Das gibt mir wieder Mut, es wirklich zu versuchen. Trotzdem muss ich meine Meinung im nächsten Lehrertreffen laut sagen. Hoffentlich rege ich mich nicht zu doll auf.


22.08.2016
Montag: Wieder nach Mnt. Hagen

Als ich aufstehe, immerhin 6.30 Uhr, ist Deborah schon im Garten am wirken. Sie wollte die Beete saubermachen und sie tut es auch. Einige Ananas sind schon reif. Ich kann sie an meine Nachbarn verteilen. Vorratshaltung hat hier kaum einen Sinn.
Ich fühl mich immer noch krank und gestresst von dem Unterricht, den ich machen soll. Es hängt irgendwie viel daran und vielleicht versprechen sich die Studenten zu viel davon. Den zensurenfreinen Unterricht in ....ich sag mal: „Lebenskunde“ hab ich für alle in den Vormittag verlegt. Semester zwei bekommt die SMART Kriterien für Zielfindung und Zielerreichung präsentiert und erklärt. (hallo Insider!)
Zu meinem Erstaunen und meiner Freude hat der Lehrer in Basis Buchführung das auch schon mal bearbeitet. Ich glaube aber, dass es für alle neu ist, es außerhalb des Rechnungswesens zu benutzen.
Zu meinem Semester-eins-Unterricht komme ich heute nicht mehr, weil ich plötzlich mit Gerry nach Hagen fahre. Eine komplizierte Bankgeschichte und für mich die Chance meinen Kram für diese Woche zu erledigen. Schnellschnell meine Sachen zusammengesucht, den Unterricht abgesagt und los fahren wir. Es braucht den ganzen Tag und weil der Fahrer keine Zeit hat, passen heute zwei Studenten auf das Auto auf. Die beiden waren noch nicht in Mount Hagen. Pastor Gerry ermahnt sie, nicht schüchtern zu sein, sonst sind sie gleich im Beuteschema von Kleinkriminellen.
Foto: Im Supermarkt in Mnt. Hagen
Sie kommen aber fast gar nicht aus dem Auto heraus heute. Mir tut das leid, ihnen scheint es nichts aus zu machen.
Auf dem Einkaufszettel heute stehen Erdbeeren vom Markt. Jaaha, die gibt es in Hagen das ganze Jahr. (ratet, warum es hier so schön ist) Der Markt ist groß, überdacht und prall voll. An den Erdbeeren kann ich auch nicht vorbei. Und an einer Meri Blaus für 20 K auch nicht.
Foto: LauLau und Erdbeeren
Bei dem Zug durch die Innenstadt erstehe ich noch 2 Fachbücher, die die beiden Studenten interessiert begutachten. Bei Tinninga findet der Wochen- Großeinkauf statt, und als wir endlich den Imbiss des Vertrauens erreichen ist es schon 16.00 Uhr. Schnell zurück nach Banz in das gemütliche Haus und ordentlich ausgeruht. Ich hatte keine Zeit, weiter über meine Erkältung nachzudenken. Gut so.


21.08.2016
Sonntag

Nach dem Frühstück zeige ich Deborah ersteinmal, wie der Gasherd fünktioniert. Sie hat das Gemüse gestern fertig gemacht, aber aus Angst vor dem Herd nicht gekocht. Nun traut sie sich, da lass ich sie doch mal machen.
Ich gehe solange zum Gottesdienst, Pastor Benson hält die Predigt.

Nach dem Gottesdienst macht mir zum Glück spontan ein Vertrauensstudent die Bücherei auf. Hier finde ich etwas Stoff für den neuen Unterricht und ich kann mich ein bisschen entspannen. Es gibt mir heute und noch viele Tage mehr Arbeit. Auf Deutsch weiß ich zwar einiges, und auch die Fachwörter, aber das alles in englisch
...... geht auch irgendwie nur mit Gottvertrauen.

Das Abendessen, das Deborah gemacht hat ist echt lecker. Nach dem Essen klönen wir noch ein bisschen. Sie hat klare Vorstellungen von ihrer Zukunft: Sie möchte Krankenschwester werden und sie weiss auch schon an welche Schule sie gehen will. Das ist nicht selbstverständlich für junge Leute hier.
Heute ist Sonntag und ich fühl mich schlapp, also ist auch viel Ruhe angesagt.


20.08.2016
Sonnabend

Heute ist fast den ganzen Tag Stromausfall. Auf die Dauer nervt das ganz schön. Wo ich doch für den Unterricht ins Internet wollte.

Lehrerin Susan hat mich zur Frauengruppe eingeladen. Frauen von Studenten und Lehrern und andere interssierte Frauen treffen sich jeden Sonnabend zum Nähen- lernen. Nun soll ich davor eine Stunde einen kleinen Input geben. Gesagt, getan.
Es liegt mir noch die Geschichte mit dem kleinen Kind auf dem Herzen und ich unterhalte mich mit den Frauen über die Kindliche Entwicklung, was Kinder so brauchen, in welchem Alter.

Es gibt immer noch das wunderbare Buch von Anne Riecke: Kinder sind wie euer Garten....alles in Pigin und wunderbar erklärt und begründet. In meinem Werbeblock werbe ich für dieses Buch, denn ist ist zeitlos und immer noch zu bekommen hier im Frauenzentrum, genau wie das Material zur Gewalt- Überwindung.
Die Frauen sind erfahrene Mütter und eine ist Lehrerin. Ein Gespräch über die guten Seiten der Kindererziehung und kindlichen Entwicklung schätzen sie aber dennoch.
Das Treffen geht anschließend mit Nähen und Sticken weiter bis 16.00 Uhr. Mir kommt das lang vor, aber die Frauen wissen was sie tun. Diese Gruppe kann auch dazu beitragen, das die Versöhnung, (Reconciliation siehe 9.08.) auch unter den anderen beteiligten Frauen wirklich stattfindet. Heute sind jedenfalls zwei neue Frauen dazugekommen, sagt Susan.
Nachmittags, nach Teil zwei der Kürbissuppe studiere ich für den Unterricht. Mein Material ist spärlich.

Heute ist auch das Abschiedsessen für P. Benson bei Eva. Also muss ich mich bei meinem Gast, Deborah entschuldigen. Sie kommt gut zurecht, macht Hausaufgaben und hat ihr eigenes Programm.
Bei Eva, Gerry und den Kindern ist alles schon festlich gedeckt und es riecht lecker.
Die Gäste trudeln ein während Henrike mich mit Ball- Spielen beschäftigt. Im Garten ist es auch noch schön und ein doppelter Regenbogen gibt ein gutes Zeichen für diesen Abend.
P. Benson scheint mir nach 17 (?) Jahren ein bisschen wehmütig zu sein. Er hat versucht im Internet seine alten Lehrer zu finden und musste feststellen, dass viele schon gestorben sind. Viele gute Erinnerungen hängen auch an der Zeit am College und an diesem Abend gibt es manche Anekdote.
Die Jugendlichen „Kinder“ die mitgekommen sind essen sich tüchtig satt. Aber trotz aller Bemühungen schaffen wir es nicht, alles auf zu essen. Zum Nachtisch gibt es Bananenmilch mit Vanille und Bananenkuchen (! seid neidisch :-).


19.08.2016
Freitag: Auf nach Mt. Hagen

Heute ist es so weit. Direkt nach dem Gottesdienst fahren wir nach Mt. Hagen.
Mit dem PMV, publik motor vehicle:
Hier besteht der Nah- und Fernverkehr aus vielen verschiedenen Kleinunternehmern. Also es ist mindestens ein Kleinbus nötig, ein Fahrer und eine bas kru/ Kassierer/Schaffner... Zwei bis drei junge Männer pro Bus sind also gut beschäftigt. Ich mag ja besonders die Busse, die einen Namen haben. „Mountain manki, valley princess, Route 101“, oder so. Unsere lokalen Favoriten heissen „Sighn board“. Es gibt mindestens drei. Man setzt sich denn 'rein (wenn er anhält und nicht voll ist), und nach einer Weile fragt der junge Mann nach dem Fahrgeld.
Foto: Der Supermarkt in Mt. Hagen.
Ja, es gibt festgelegte Preise und die Entfernungen werden hier auch in „...Kina Bus Gebühr/Strecke“ gemessen. Zum Beispiel Hagen ein Weg ist eine Acht Kina Strecke. Man kann aber auch handeln. Neulich bin ich mit Anna gefahren und sie hat den Preis nach Banz um die Hälfte herunter gehandelt, nachdem ich das Mal davor den „Weißen- Dummie- Aufschlag“ gezahlt hab'.

Wir sind heute Morgen also flott nach Hagen gefahren. Ich gehe mit zum Nashfund, so etwas wie eine private Rentenversicherung.
Dort teffe ich zufällig Malex Malakai, er hat mich von der letzten Reise erkannt. Normalerweise studiert er am Pastorencollege in Ogelbeng. Dort ist aber gerade Streit ausgebrochen und die Studenten sind bis nächste Woche suspendiert. Dies macht dann immer auch notwendig, wirklich nach hause zu fahren, weil es sonst nichts zu Essen gibt. Malex war also in Hagen auf Zwischenstation.
In seine Heimat nach Sumi ist es eine 20 K Strecke, also ca. dreimal so lang wie unsere Fahrt nach Hagen. Und er muss dann auch noch wiederkommen, wenn der Streit geschlichtet wird oder vorbei ist.
... Was für ein Aufwand !


Und noch ein bekanntes Gesicht grüßt uns freundlich. Hanneng Tokali ist hier unterwegs, nur mal so, sagt sie und ist auch schon wieder verschwunden.
Inzwischen ist uns auch klar, warum heute so ein super Gedränge ist: es ist nicht nur fortnight, Zahltag, sondern heute fängt auch noch die Hagen-Show an.

Foto: Ein Possum im Kaefig.
Ein kleiner Vorgeschmack ist womöglich das lebendige Possum, das zwei Träger durch die Straßen tragen. Ein plüschiges langsames Tierlein, das mir etwas leid tut in seinem Käfig.
Wir fahren dann auch so schnell es gehr wieder Richtung Banz.
Arbeiten kann ich heute nicht, leider, Powercut.
Aber ich bekomme Besuch von Deborah, der Tochter von Anna. Sie hat Etwas aus dem Garten mitgebracht und verschwindet dann erstmal wieder zu einer Schulveranstaltung.
Ich fabriziere mir daraus eine süß scharfe Kürbissuppe, die für eine große Familie gereicht hätte.


18.08.2016
Donnerstag: Computerprobleme

Eigentlich will ich heute mit Malangton nach Hagen und einige Unterlagen klären. Die muss ich aber erst ausdrucken und das erweist sich heute als unüberwindbares Hindernis. Fast zwei Stunden halte ich Malangton auf, und auch Jane, die uns begleiten wollte, bevor ich es für heute aufgebe. Sorry.
Auf den Computern hier holt man sich überall die Pest und die Colera. Ich hatte tatsächlich schon einen Wurm und einen Trojaner Igitt!! Danke an mein Antiviren- Programm.

Malangton geht schließlich allein nach Mt. Hagen und ich trink' mit Jane erstmal einen Kaffee.
Danach erkläre ich diesen Tag einfach zum Putztag und nehme mir einige Fenster und die Wäsche vor. Zum Glück ist Strom da.
Abends berichtet Malangton von seinem Trip und wir schnacken ein bisschen. Ich hätte ihn gerne für den Unterricht mit im Boot, aber er hält sich mit Zusagen zurück. Er wird ja auch nur für eine halbe Lehrerstelle bezahlt. Trotzdem wird er mich bei konkreten Fragen immer unterstützen.


17.08.2016
Mittwoch: Einkaufen in Banz

Heute muss ich einkaufen. Jane begleitet mich nach Banz. Sie, bzw. wir haben aber auch noch eine Verabredung in der Nachbargemeinde Sipil zur Frauengruppe. Die Frauen wollen lernen, wie Erdnussbutter selbstgemacht wird.
Foto: Erdnuesse werden im Topf geroestet Als wir dort ankommen, warten schon alle auf dem Platz vor der Kirche wie letzte Woche. Nach einem Kurz-Gottesdienst legen die Frauen los. Alle haben eine Pfanne, Erdnüsse und Feuerholz dabei und ruck zuck sind fünf Feuerchen im Gange. Ich konzentriere mich auf die interessanten Kinder, die überall herumschwirren.
Foto: Baby auf einer Jacke
Besonders ein kleiner Hosenscheisser (oder Hosenscheisserin?) hat es mir angetan:
Die Plastik-Windel ist nass und er oder sie versucht, sich auf einer Jacke zum Schlafen zurecht zu wühlen. Ziemlich erfolglos. Ich frage die Frauen nach der Mutter, und zu meinem Entsetzten erfahre ich, dass sie in Banz unterwegs ist, das mache sie immer so!!! Die anderen Frauen schauen zwar nebenbei nach dem Kind, dass ihm nichts passiert. Sie versichern mir auch, dass es ganz lieb ist und nie schreit!!! ...ja warum wohl nicht?...
Also ich hab'ja nichts dagegen, das Mütter ihre eigenen Wege gehen, aber die Verantwortung für dieses Kind war mir doch ein bisschen zu ungeregelt. Gegen Ende des Nachmittags ist es dann verschwunden. Die Mutter habe es abgeholt, ziemlich heimlich still und leise..... .
Foto: Ein Korb voller Gemuese
Foto: Erdnuesse werden gestampft.
Foto: Erdnussbutter ist fertig.
Und nun zur Erdnussbutter: wenn die Erdnüsse geröstet, gehäutet und nochmal geröstet sind kommen sie in den Mörser und werden lange, lange gemörst. Die Erdnussbutter- Konsistenz kommt dann von ganz allein. Etwas Salz hilft auch dabei. Die Frauen waren zufrieden und bewahren die Erdnussbutter bis nächste Woche, dann wollen wir Scones dazu backen. Wir bekommen als Dankeschön ein großes Bilum voller Gemüse mit.
Zuhause, diesmal mit dem Bus, teilen wir alles und ich muss von meinem Teil noch etwas einfrieren, denn hier ist alles Frische schnell hinüber.




16.08.2016
Dienstag: Ein ruhiger Tag

Nach der Morgenandacht schaue ich mir mal die Stunde "Homiletics" an..... und lerne viel. Da bereite ich doch gleich die Andacht vor, die ich nächsten Mittwoch Abend halten soll.

Heute ist ein ruhiger, abwechslungsreicher Tag.
Ich mache ein wenig Hausarbeit und treffe Jane zum Kaffeetrinken. Sie erzählt, dass sie gestern Counceling/Beratung gemacht habe und ich frage, warum das so laut geworden ist.

Tatsächlich waren zwei Studentinnen mit einem fast Unbekannten nach Banz gegangen und hatten sie angelogen. Sie war empört, aber auch ängstlich. So etwas ist hier nicht ungefährlich, und Jane ist so etwas wie die Tutorin der Studenten von der Küste in diesem College. Sie haben sich ausgesprochen und versöhnt, wie es sich gehört. Die Studentinnen sahen ein, dass sie einen Fehler gemacht haben. Jane ist sehr offen, aber auch direkt, was junge Leute und ihre Beziehungen angeht.

Gleich hinter Jane besuchen mich noch meine beiden "waspapas" Malangton und Michael.
Ihr Anliegen ist es, über den Unterricht der Verwaltungsstudenten zu reden. Sie haben natürlich schon gehört, dass ich vergrabene Kenntnisse aus meiner Bankausbildung habe und wollen mich ermutigen, Unterricht zu versuchen. Ok. Einen Versuch ist es wert. Nun brauch' ich alle Hilfe, die ich bekommen kann.


15.08.2016
Montag: Mein Unterricht

Heute unterrichte ich wieder beide Semester. Ich hab´mir vorgenommen, die automatische Angstreaktion zu lehren, weil das von außen häufig als Aggression erscheint.
Letzte Vorbereitungen nach der Morgenandacht, leider wieder ohne Strom. Da muss ich ein schönes Tafelbild machen. Alle lachen über mein Männchen mit dem Säbelzahntiger und meine Phantomime.
Aber die Körperreaktionen kennen sie alle: Herzrasen, trockener Mund, Zittern ...

Im Semerster eins kommen sogar ein paar Fragen auf. Das mag ich.
Am Nachmittag kommt dann der Strom zurück und ich versuche alles auf einmal: Wasser in den Solartank pumpen, Wäsche waschen, Musik hören, heiß duschen, Handy laden, Tee kochen.....was ´ne Power.

Zum Kaffee bin ich bei Eva und Gerry eingeladen. Eva hat gebacken, Käsekuchen, lecker! Schön auf der Terasse. Ihnen geht es hier wieder gut, die Kinder sind gesund und erfüllen die Tage. Wir reden ein bisschen über die Termine in weiterer Zukunft: Frauenkonferenz, Retreat, Besuche und die längst fällige Ordination von Gerry als Pastor/Chaplan... und es kommt mir vor, als renne die Zeit davon. (Ok. Immer locker bleiben). Meine eigene To Do Liste ist auch noch ziemlich lang: Besuch von Paul, Wabis besuchen, Kurse im Center und Pastor Tande möchte ich auch noch sehen.....

Morgen ist erstmal Lehrerkonferenz und Unterricht-Anhören. Ich werde zu meiner Kollegin gehen, die Beratung unterrichtet: Ms. Susan Fumape.


14.08.2016
Sonntag: Gottesdienst mit Pastorin Eva

Foto: Pastorin Eva Am 14.08.2016, Sonntag, kann ich wieder in Banz am Gottesdienst teilnehmen.
Pastorin Eva predigt bewegend. Der Rhythmus hier am College macht es mir leicht, im Kontakt zu bleiben und viel mit zu bekommen.

Nach den täglichen Andachten oder Gottesdiensten ist immer noch ein Tok Save: eine Ansage von Lehrern und Studenten zu den anliegenden Aktivitäten.

Der Stromausfall dauert den ganzen Sonntag. Erst als ich fast fertig bin mit Malangton zu klönen, summt mein Kühlschrank wieder und das Licht geht an. Ich mag gar nicht ins Gefrierfach gucken.



13.08.2016
Sonnabend: Auf nach Banz

Foto: Ein Paradiesvogel auf einer Stange Penga fährt mich diesmal den ganzen Weg. Der Unterschied der Straßen ist unglaublich. In Banz und Umgebung kann man es eigentlich nicht mehr Straße nennen. Ein Mann hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Löcher in einem Straßenabschnitt immer wieder zu füllen, und er bekommt von wohlwollenden Autofahrern Geld oder ein Getränk. Er hat auch schon Nachahmer gefunden, die fragen aber zuerst nach zwei Kina und ihr Arbeitseinsatz ist für mich fraglich.

In Banz werde ich wieder fröhlich begrüßt und von Einigen um meine Reise beneidet. Viele waren dort oben noch nicht.

Leider ist Stromausfall, lange Zeit und ich fürchte schon, mein Handy macht schlapp.





12.08.2016
Freitag: Ein Besuch in Pangia

Foto: Mt. Jalibu Ich sitz hier schön auf der Loggia mit Blick auf den klaren Mt. Jalibu und lese ein Buch der ersten Missionare in diesem Gebiet, Fam. Tscharke aus Australien in den 1950er Jahren. The Dawning of a new Day. Das liest sich angenehm und ist total interessant, wo ich doch am Originalschauplatz bin.

Ich frage Polina nach dem Gesang, den ich heute morgen um 5.00 Uhr in der Ferne gehört habe. Sie hört sich um und erfährt Schreckliches: Eine alte Frau ist in ihrem Haus verbrannt. Spätestens morgen muss Polina sich dem haus krai, den Trauerfeierlichkeiten anschließen, meistens mit Kind und Kegel. Dann fällt manchmal tagelang der Schulunterricht aus und das öffentliche Leben steht still. Unheimlich und unvorstellbar.
 Trotzdem fahren wir heute morgen erstmal bis Jalibu und besuchen die aktuelle Kirche von Pastor Penga. Wir überraschen auch Pastor Moses (Kujamu), der Präsident des Jalibu sekets ist. Nicht mehr lange, denn seine Amtszeit geht zuende. Hier waren wir schon während meiner ersten Reise und es ist schön den Platz wieder zu erkennen.

Nach einem Essen und einer ordentlichen Pause geht es in Richtung Pangia. Hier hat der Premierminister P. O´Neill sein Haus und seine Abstammung.
(ahh, darum sind die Straßen hier so viel beser und haben sogar eine Markierung...)

Es ist aber auch die erste Arbeitsstelle von P. Penga und die will er doch gerne zeigen. Pangia ist ein gepflegter kleinerer Ort mit verschiedenen Schulen. Auch eine Berufsschule mit Computer-Containern ist dabei.
Es ist eine landschaftlich schöne Fahrt im Luxusauto und erinnert mich ein bisschen an die Leidenschaft meines Opas, uns in der Gegend herum zu fahren. Alle haben sich hübsch gemacht und genießen die Reise.
Auch so eine Rundreise macht mich total müde und so falle ich nach dem guten Essen in mein Bett. Morgen in aller Frühe geht es wieder Richtung Banz. Danke Familie Nimbo!


11.08.2016
Donnerstag: Nach Mt. Hagen und nach Kendagl

 Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, Pastor Penga und seine Familie zu besuchen, bevor sie alle nach Bayern verschwinden. Es traf sich gut, dass Malangton, Pastor, Nachbar und Waspapa gerade nach Mt. Hagen wollte und Penga konnte mich dort abholen.
Wir sind früh dran, und trinken noch einen berühmten Kongo-Coffee in einem Imbiss.
Treffpunkt ist das Postamt. Wir haben zwar keinen Schlüssel für das College Postfach, dürfen aber trotzdem mal einen Blick hinter die Kulissen werfen. Ich habe mich nicht getraut zu fotografieren. Sah aber nach viel Sortierarbeit aus.

Ein kleiner Einschub zum Postwesen bietet sich hier an: Liebe PartnerInnen, wenn ihr Post nach PNG schickt, geht das so: Sicherstellen, dass die Post-Box auch aktuell bezahlt wurde, korrekte Adresse mit Namen angeben, aufgeben in Deutschland zum Beispiel und Bescheid sagen bitte. Dann ....... warten.
Die Leute hier schätzen ungefähr ab, wie lange eine Sendung dauert. Mindestens vier Wochen, es kann aber auch mal vier Monate dauern, habe ich mir sagen lassen. Sie müssen dann mit dem PMV zum Postfach in Mt. Hagen fahren und nachsehen. Post zu bekommen führt also auch ein bisschen Arbeit mit sich und ist nicht so einfach, wie wir es uns vorstellen. Die Freude ist aber um so größer!!

Penga kommt dann auch pünktlich mit einem geliehenen Auto (!!!). Ich bin entzückt, ich hatte nämlich gedacht, dass wir PMV fahren, wie es hier so üblich ist.
Über zwei Stunden fahren wir auf glatten Straßen durch herrliche Landschaften. Auf ca. 2.000 m. ü. M. wohnt Fam. Nimbo und wartet auf ihren Einsatz in Deutschland.
Der Ort namens Kendagl, liegt in der Nähe von Jalibu.
Hier ist es ganz anders. Kühl, es wächst nicht mehr alles so vielfältig, irgendwie ist es rauher hier. In der Nähe gibt es zwei Flüsse zur Auswahl, in denen man bedenkenlos baden kann (ich bin ein bisschen neidisch). Immerhin zum Steinchen schmeißen und Füße baden reicht meine Unternehmungslust heute. Polina und die beiden Kinder begleiten mich, obwohl sie alle ziemlich erkältet sind.
Foto: Der Berg Mt. Giluwe Wieder zurück, bekomme ich das schönste Zimmer im Obergeschoss mit doppelter Federdecke, denn nachts wird es hier echt kalt.

Dieses Jalibu Gebiet liegt zwischen zwei hohen Bergen, Mount Giluwe und Mount Jalibu. An dem Ort hier ist der Boden sumpfig und tiefe Gräben durchziehen den angrenzenden Garten damit das Wasser abläuft. Ein Platz für traditionelle Treffen (Mocca Benna ?) ist Teil des Grundstücks. Auch eine kleine gepflegte Kirche steht gleich nebenan.
Es gibt ein paar Nachbarn, einen Schweinestall mit zwei Schweinen und Ferkeln, und natürlich ein Kochhaus.
Foto: Polina mit Pileru Taro ist das Grundnahrungsmitel hier. Polina kocht aber exquisit: Gemüse mit den Sachen aus dem Supermarkt in Mt. Hagen. Mit exquisit meine ich, Ingwer zu Bohnen und Brokkoli und Honig auf die Hähnchen. Lecker!

Am Abend gibt es Nachrichten im Fernsehen (jaha!) und eine Episode aus einer schottischen Serie auf Video. Wegen der schönen Landschaft. Tonno hat sie bestimmt schon zehnmal geguckt, aber er sitzt konzentriert und begeistert neben mir auf dem Sofa, während die kranke kleine Schwester eine Mandarine zerfleddert und Mama leertrinken will. Es ist also ein quirrliger Abend und Polina tut mir ein bisschen leid. Sie ist unendlich geduldig und freundlich.

Wegen Stromausfall muss auch noch der Generator angeschmissen werden. Ich bin im Vorteil und kann früh ins Bett gehen.
Für morgen steht eine kleine Tour auf dem Programm.

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09.08.2016
Dienstag: Reconciliation, Versöhnung

Foto: Nach dem Gottesdienst Heute wird es inhaltlich.

Lange erwartet und dann doch etwas spontan ist heute ein Gottesdienst zur Versöhnung zweier Familien im LCCB= Lutheran Church College Banz anberaumt.

Ich erfahre es, als ich wie gewohnt zum Morgengottesdienst gehe. Nichts ist heute wie gewohnt. Die SchülerInnen sind schon fleißig am Kirche Dekorieren, Saubermachen und Hühner Heranschleppen zum Kochen. Ich möge mich entspannen, der Gottesdienst beginne um 10:00 Uhr.

Fünf nach Zehn frage ich erstmal meine Nachbarin Jane, sie und eine ganze Jugendgruppe sind unentwegt am Kochen ...
"Du kannst ruhig warten, bis du die Glocke hörst."

Die Glocke höre ich um 11:00 Uhr. Auf dem Weg treffe ich Eva und Gerry. Sie sind verwundert, aber nur leicht, dass die Glocke ging. Es gab auch eine Ansage für heute Abend um fünf. Gerry klärt das schnell per Handy und ich geh schon einmal in die Kirche. Schmuck wie nie, aber ziemlich unbevölkert. Sachte fangen wir an zu singen und sachte kommen die Akteure und Teilnehmer herbei.

Pastor Malangton teilt das Programm aus. Er ist heute der Master of Ceremonie: MC. Schon theoretisch (auf dem Papier) soll es bis 15:00 Uhr dauern. Sehr zu meinem Schrecken, denn ich erinnere mich noch an den Spezial-Gottesdienst vom Sonntag, da tat mir alles weh.
Foto: Gottesdienst Nein, heute ist es anders, spezieller und wichtiger:
Ein lange währender Streit, der alle auf dem Campus in irgendeiner Weise betroffen hat, wird heute öffentlich und feierlich beigelegt und Gottes Gnade anbefohlen. Dazu haben die zuständigen Pastoren aus Lae, aber auch der Vorsitzende der Kirche aus Banz vorbereitende Gespräche geführt. Nun sollen die beiden hauptsächlich beteiligten Familien sich öffentlich im Gottesdienst erklären und die Hände schütteln. Nicht ganz einfach für meinen Geschmack. Sie tun dies aber wirklich gekonnt und wortreich, die Hoffnung ist, dass es hält.
Foto: Gottesdienst Die Predigt, die Pastor Hans anschließend zum Thema hält ist hervorragend. Abgesehen davon, dass er Satan mit keinem Wort erwähnt, ermutigt er zu einer grundlegend versöhnlichen Lebenshaltung als echte christliche Lebensweise. Er hat auch zwei anschauliche Geschichten dazu. Eine versuche ich ´mal nach zu erzählen:

"Ein Pastor aus Hagen hatte einen Hühnerstall. Irgendwann bemerkte er, dass die Zahl der Hühner stetig sank. Was tun? Er beauftragte einen Arbeiter, nachts zu wachen, und weiter nichts zu tun als genau zu berichten, wer die Hühner nachts weg holte.
Am nächsten morgen wusste der Arbeiter, wer es war und berichtete treu.
Der Pastor bat nun seine Frau, ein richtiges leckeres Essen zu kochen, zwei Hühner, viel Gemüse, Kaukau, alles in Fülle. Und den Arbeiter bat er, diesen Menschen, der die Hühner nahm, zum Essen einzuladen.
Er kam und setzte sich an den gedeckten Tisch, aß sich satt und sollte dann noch ein gebratenes Huhn mit nach hause nehmen.
Ohne Weiteres konnte er aber nicht nach Hause gehen, er hatte von sich aus das Bedürfnis um Verzeihung zu bitten und seine Diebstähle zu bekennen.
Der Besitzer der Hühner hatte ihm längst verziehen und unterstützte ihn auch weiterhin. Der 'Hühnerdieb' wurde einer der treuesten Christen und selbst Pastor im Hagen Bezirk."


Mit dieser und einer weiteren Geschichte lies Pastor Hans uns im Gottesdienst die Kraft der Versöhnung spüren.
Passend dazu wurde nun auch die Übergabe des Amtes des Principals feierlich begangen. In diesem, versöhnten, Geist kann die Arbeit am College gut weitergehen.
Die Kirchenleitenden Pastoren aus Lae betonten in den Ansprachen und Grußworten, dass es auch in PNG nahezu einmalig ist, dass eine solche Versöhnung in einem Gottesdienst stattfindet und nicht irgendwo außerhalb.
Foto: Gottesdienst Mich hat diese Ritual tief beeindruckt, darum berichte ich so ausführlich. Es betont die lebensfreundliche Seite und hilft, dass Konflikte nicht Leben und Arbeit überschatten können. Es zeigt das ernsthafte und gemeinsame Bemühen, Beziehungen zu heilen, damit die Beziehung zu Gott wieder stimmt. Nach meiner Empfindung ist das eine Kunst, die wir pflegen sollten.
Beim "Gespräch" mit meiner Freundin gab sie mir noch dieses: "Hohonoponopono", Hawaiianisches Friedensgebet:

"...(Man sagt zuerst den Namen)...
Es tut mir leid.
Bitte vergib mir.
Ich danke dir.
Und ich liebe dich!"


Es ist einen bis zwanzig Selbstversuche wert, damit die Gewalt nie das letzte Wort bekommt, denke ich.


07.08.2016
Sonntag: Gottesdienst

Foto: Ein Kind mit Milchflasche Foto: Gottesdienst
Foto: Gottesdienst Heute ist ein besonderer Gottesdienst, gestaltet von den Studenten einer benachbarten Pastoren- Ausbildungsstätte. Die eindrückliche Predigt dauert gefühlt über eine Stunde. Ich kann nicht mehr sitzen und Anna tut auch der Rücken weh.

Zu Hause muss ich erstmal mit drei Tassen Kaffee meine Kopfschmerzen bekämpfen.

Foto: Stickvorlage Heute soll es aber losgehen, mit dem Stickenlernen. Anna schneidet das Bettlaken zurecht und kopiert das Muster auf den Stoff. Der Stich ist einfach und nun kann sie selbst ausprobieren, wie das Muster entsteht. Ich glaube, sie ist ein bisschen ungeduldig. Deborah zeige ich es auch, kann ja nicht schaden, wenn sie auch ein bisschen hilft. Im Haus hat sie wunderbar geholfen mit Fegen, Abwasch und neuem Blumenschmuck als wir im Gottesdienst waren. Danke!
Foto: Stickuebungen Beide wollen langsam aufbrechen. Sie sind schwer beladen mit den Büchern, ein paar Blumen-Ablegern von Jane und dem ganzen Stoff. Zum Glück fahren hier am Sonntag auch die kleinen Busse, PMVs.

Alles Gute und Gottes Segen für den Wochenkurs im Sugu bei Pastor Salap und wer immer dort nun auch noch Pastor ist. Danke für die Hilfe und die gute Gesellschaft.


06.08.2016
Sonnabend

Obwohl Anna nicht so gut geschlafen hat (s. Foto zum Eintrag vom 5.8.) möchte sie in die Stadt und Stoff zum Besticken kaufen. Es sollen ein oder zwei Altartücher für Sugu werden.

Anna war 2014 mit im Wabi-Kirchenkreis und hat sich dafür eingesetzt, dass mit Hasimo eine Zusammenarbeit gestartet wird. Nun haben die Frauen aus dem Sugugebiet sie angefragt für einen Wochenkurs. Sie hat zugesagt und wird mit zwei weiteren Frauen Mitte August dorthin aufbrechen.

Wir planen ein wenig gemeinsam, denn sie wird ja hoffentlich zu wissen bekommen, wer dort im Wabi nun die aktuelle Frauenleiterin ist. Unter anderem möchte sie dort 20 Arbeitsbücher zum halben Preis anbieten. Die kommen aus der Bewegung zur Überwindung von Gewalt (MOV, früher DOV) und haben leider nichts an Aktualität eingebüßt.
Ihr Programm enthält auch Bibelstudien und Tamburin Unterricht. Dafür kommt Miriam mit, die im gesamten Hasimo seket Tamburin unterrichtet.
Foto: Tapiok-Fruehlingsrollen Anna selbst ist immer offen für Neues und Lernen. Hier lernt sie nun von Jane, wie man Tapiok-Frühlingsrollen macht. Es ist eine ziemlich aufwändige Prozedur, besonders wenn man es mit Holzfeuer macht. Die Fotos werde ich nachliefern [sind bereits hier eingefügt]. Jedenfalls kann ich bestätigen, dass sie absolut lecker sind. Die Frauen gehen manchmal mit einen Tablett voll auf den Markt und verkaufen sie für 1,- K das Stück. Wieder eine Idee, zu ein paar Toea zu kommen, damit die Seife oder Salz und Zucker bezahlt werden kann.
Foto: Sonnenuntergang Heute abend gibt es „Unsere Erde“ auf dem Computer-Fernseher und Anna und Deborah staunen nicht schlecht über die beeindruckenden Bilder.
Vor ein paar Tagen war übrigens Erdbeben!!! Das erste in meinem Leben. Es ist hier normal und wenig spektakulär, aber mir war´s total unheimlich und ich war froh, dass Anna, Deborah und Jane da waren.

[ ]= Anm. v. Webseitentechnik


05.08.2016
Freitag: Anna und Deborah sind bis Sonntag da

Foto: Anna Als ich aufstehe, sind die beiden schon in den Beeten und reißen die Tapiok Pflanzen ´raus. Dort sollen nun Erdnüsse wachsen, die bis Ende November fertig sind.
Sie machen aus einem großen Beet drei kleine und es sieht wirklich hübsch aus. Die Erdnüsse haben wir gemeinsam ausgepuhlt und sie stecken jetzt in allen neuen Beeten.
Foto: Lecker Zusammen kochen wir auch das ganze Gemüse mit dem letzten Schweinespeck.
Kaukau und echte Kartoffeln. Mit Gästen schmeckt es einfach besser.

Anna hat die Filme von den Gerbers im Regal entdeckt und will einen auf meinem Computer gucken. Passion von Mel Gibson... es entpuppt sich als eine scheußliche Folterei, Deborah flieht und ich guck auch mehr auf mein Stickzeug, aber Anna hält durch.


04.08.2016
Donnerstag:

Gestern war großes Gewitter und nun ist es kalt.

Nach der Morgenandacht nehme ich am Teaching-Skills Unterricht teil, ich würde sagen, es soll Didaktik/ Methodik sein. Der Lehrer ist ein älterer, erfahrener Pastor. Heute will er darauf hinaus, dass Lehrer nicht nur Stoff beibringen, sondern auch Rollen- Modell/Vorbild sind. Das hat er gut `rübergebracht. Er bedankt sich, dass ich teilgenommen hab, stellt euch das mal vor!

Nacheinander kommen heute noch Domape, Anna Nikson mit Tochter Deborah und Jane zu Besuch, während meine Wäsche ungeklaut auf der Veranda trocknet.

Domape macht eine Stunde Hausarbeit. Sie würde gerne mehr, aber ich fürchte ich kann sie gar nicht so lange bezahlen, wie sie arbeiten möchte. Wir trinken dann zusammen noch mindestens eine Stunde Kaffee und schnacken.
Foto: Bei der Gartenarbeit Anna und Deborah wollen in "meinem" Garten Erdnüsse pflanzen. Heute laufen sie darum erstmal zum Markt und kaufen für mich Saat. Sie bringen außerdem noch ziemlich viel Gemüse und Bananen mit. Ich hab´den Verdacht, dass ich selbst auf dem Markt einen Hautfarben-Aufschlag bezahlen muss. Oder Anna kann gut diese "pasin bagen"/handeln.

Jane berichtet von ihren Fortbildungsplänen und hat mich scheinbar als Sponsorin ins Auge gefasst, obwohl sie das nicht so direkt ausspricht.

Abends regnet es wie aus Eimern und ich freu mich, dass noch Strom ist.
Anna wird hier übernachten und morgen will sie mit Jane Frühlingsrollen aus Tapiok machen. Das wächst noch auf dem Erdnussbeet und muss weg.
Tschüß und bye-bye erstmal.


03.08.2016
Mittwoch: Gottesdienst im Frauenzentrum

Das Frauenzentrum/ wokmeri-trening-senta hat sich wieder etwas Besonderes ausgedacht.
Wir haben eine Einladung der Sipi-Gemeinde einen Gottesdienst zu gestalten und Beratungsgespräche zu führen. Wir, das sind Jane und ich. Nach der Morgenandacht laufen wir los. Eineinhalb Berge und drei Kurven und wir sind da.

Es ist wirklich eine kleine Gemeinde mit kleiner Kirche, 2014 gebaut. Die Initiative kommt von Bomoke, der ehem. Frauenarbeiterin. Sie hat mich gleich am Anfang besucht und sofort gedacht, dass sie mich gebrauchen könnte. Naja, Jane hat auch Reklame gemacht.

Der Gottesdienst ist klein und fein. Ich darf den Bibeltext auslegen und Jane macht die Leitung. Es sind wirklich wenige Frauen aber der Gesang ist umwerfend. Hier reden und singen sie überwiegend noch in tok ples/ Stammessprache/ Plattdeutsch. Und vieles wird übersetzt.
Foto: Beim Picknick Nachher gibt es ein Picknick auf der Wiese vor der Kirche. Das Wetter ist schön und ich erlebe das erste Baby, das nicht sofort Angst vor mir hat.

Bei der Beratung zeigt sich ein bisschen der Übereifer der Frauenarbeiterin: Als ich die Klientin danach frage, wer die Idee für das Beratungsgespräch hatte, antwortet sie, dass sie keine Ahnung hatte bis die Frauenleiterin es im Gottesdienst ansprach. Sie habe schlimm gezittert ... nach dem Gespräch hoffentlich nicht mehr.
Foto: Gute Gaben aus dem Garten.
Bevor wir nachhause laufen bekommen wir wieder viele gute Gaben aus den Gärten: Kaukau, Zuckerrohr, Gurken und Mandarinen.
Das wird alles geschwisterlich geteilt.


02.08.2016
Dienstag

Der nächste Tag, 02.08.2016 Dienstag ist mit dem Großeinkauf in Hagen, Hin- und Rücktour völlig ausgefüllt. Zumal ich anschließend üble Kopfschmerzen habe und zu nichts mehr zu gebrauchen bin.

Mama Frieda, Mutter von Malangton klopft noch leise an meine Tür und schenkt mir Gurken. Zusammen mit den Rest Pommes aus dem Stammimbiss in Hagen ist das mein Abendessen und ich falle ins Bett.


01.08.2016
Montag: Mein erster Unterricht

Bei der Morgenandacht erzählt mir Eva, dass sie heute Besuch von einem ZMÖ- Freiwilligen erwartet. Er ist mit seiner ganzen Familie unterwegs und will wieder an seine Einsatzstelle bei Pastor Tande fahren. Auf dem Weg kommen sie hier zum Mittagessen. Kurzerhand werde ich dazu auch eingeladen. Mitte August ist seine Zeit hier schon zuende. Er berichtet ganz engagiert und positiv von dieser Zeit.

Für mich heißt das heute also: erster Unterricht, Mittagessen bei Eva und zweite Klasse gleich nach dem Essen. Ich bin ziemlich aufgeregt und gar nicht sicher, ob Pastor Michael, wie versprochen mitmacht. Er tut dann auch ziemlich überrascht, als ich ihn in seinem Büro abholen will.

Zusammen geben wie den ersten Unterricht im ersten Semester. Unter anderem mache ich eine Umfrage, was für sie "Gutpela Sindaun/gutes Leben" denn bedeutet. Sie geben
ziemlich einseitige Antworten in Richtung Verhalten: "viel beten, immer Gottesdienst, Gehorsam, gute Leiter aber auch: gutes Essen und gesund werden...."
Keine überzogenen Vorstellungen von Reichtum und Wohlstand. Interessant.
Foto: Beim Süsskartoffeln pflanzen.jpg Die zweite Klasse, sie hatten schon ein Semester Beratungs-Unterricht, ist da schon vielseitiger. Z. B.gehört für sie die Abwesenheit von Ärger und Gewalt mit dazu.
Dieses gute Leben bezieht sich aber für Alle immer auf die Familie. Von der geht alles gute Leben aus, und wenn hier etwas nicht stimmt, kann es kein wirklich gutes Leben geben.

Wie anders sind die Bedingungen für die jungen Leute hier. Sie haben es ins College geschafft, sind aber immer gefährdet, dass sie es abbrechen müssen. Wenn kein Geld für das nächste Semester aufgetrieben werden kann ist sofort Schluss mit der Schule. Das zweite Semester ist auch dem entsprechend kleiner.

Nach diesen beiden Stunden mit der leckeren Mittagspause bei Eva bin ich wieder völlig fertig und freue mich auf die Pause.

Abends kann ich mit Jane in ihren Garten gehen und lerne Kaukau/Süßkartoffeln zu Pflanzen. Es kommt mir ziemlich idiotensicher vor: drei Ranken einer älteren Pflanze in ein Loch in die Erde stecken, zumachen, fertig. Wir machen ein Beet und Jane freut sich über mein Interesse.


31.07.2016
Sonntag

Heute sollte ein Gottesdienst zur Schlichtung eines alten Streits hier am College stattfinden. Nur ist der Schlichter leider noch nicht gekommen. So haben wir nun einen feierlichen Gottesdienst mit Abendmahl, ohne Schlichtung.
Auch die Übergabe der Amtsgeschäfte an den neuen Principal kann heute noch nicht gefeiert werden.

Außer der Arbeit am Bericht erzählt mein Tagebuch heute nichts.


30.07.2016
Sonnabend: Über Wäsche waschen, Gemeindearbeit auf dem College und eine Abkürzung

Nach der ganzen Aufregung in Karamui lass ich es ein bisschen langsam angehen. Trotzdem wasche ich die ganze Wäsche und da die Schleuder nicht geht, benutze ich nun die 2. Waschmaschine, die noch nicht angeschlossen ist als Schleuer.
Foto: Das war sie: Meine Meriblaus Die Studenten arbeiten schon den ganzen Morgen auf dem Gelände. Jeder muss hier einige Stunden Gemeindearbeit leisten an bestimmten Wochentagen, damit die Wege sauber sind und die Abflüsse für Regenwasser nicht zuwachsen. Meinen Garten haben sie während meiner Abwesenheit auch vom Unkraut befreit. Jane hat hier das Szepter in der Hand.

In meiner Mittagspause muss jemand meine einzige selbst gekaufte Meriblaus schön gefunden haben, denn sie ist von der Wäscheleine verschwunden. Unglaublich. Aber die Nachbarn erzählen, dass hier öfter mal etwas wegkommt. Einem Studenten fehlt das Handy, wie ich beim toksave/Ansage nach dem Gottesdienst erfahre....... .
Ziemlich unchristlich!
Eigentlich gibt es zwei Gruppen Verdächtiger: Studenten oder Angehörige der Lehrer, oder die Leute aus dem Block, Siedler, die direkt hinter dem College ein Stück Land gekauft haben und nun immer hier durch laufen. Die tatsächlichen Einheimischen benutzen die Abkürzung über´s Gelände nicht. Nachdem wir allen Leitungskräften Bescheid gesagt haben, wird es nun wohl wieder Bemühungen geben, diesen Weg für Auswärtige zu sperren.

Mein Blog-Bericht kostet mich heute einige Stunden und Nerven. Wenn nicht gerade der Strom weg ist, ist mein Datenvolumen aufgebraucht. Den Unterricht muss ich auch noch vorbereiten ...
Zum Trost bekomme ich abends von Nachbarin Jane eine Banane vom Feuer mit lecker Bohnen und Blattgemüse. Zusammen gucken wir die Bilder von der Karamui- Frauenkonferenz an.


30.07.2016
Frauenkonferenz im Chimbu Distrikt

Foto: Kurz vor dem Abflug Eine ganze Woche war ich mit der Frauenarbeiterin des Chimbu Distrikts auf einer Hochebene zu hause. Der Ort heißt Karamui und es gibt auch einen gleichnamigen Berg.

Am 21.07. in aller Frühe ging es los: (Pastor) Malangton bringt mich mit dem PMV nach Kundiawa.
Hier fängt das Abenteuer schon an, denn auf der Straße ist Sperre: Road Block. Zwei Gruppen haben sich über irgendetwas zerstritten und wir sitzen leider in einem Bus, der zu einer Konfliktpartei gehört. Also: eine andere Strecke nehmen und zweimal den Bus wechseln. Als wir an der Stelle vorbeikommen, diesmal in einem Chimbu Bus, ist nur eine Demonstration zu sehen, aber alle sind froh und erleichtert.

In Kundijawa übergibt Malangton mich an Agnes Gabee. Mit dem Privatwagen geht es in einem Wahnsinns-Tempo den Berg runter nach Goroka (mir ist übel !)
Die Übernachtung im Guest-House, und Hähnchen mit Kartoffelbrei im Papindo Supermarkt machen mich wieder zurechnungsfähig.

Am Freitag-Morgen, 22.07.2016, geht es weiter mit dem Charterflug der Missionsflieger, MAF, auf die Hochebene.
Drei Flüge mit insgesamt 80 Frauen. Ich habe die schönste Anreise, denn ca. 200 Frauen und Mitarbeiter machen sich von allen Enden des Kirchenkreises zu Fuß auf den Weg. Mit bis zu zwei Übernachtungen auf der Strecke, bevor sie in Karamui ankommen.
Das ist doch mal echtes Pilgern!
Foto: Frauen im kleinen Flugzeug. Mit mir fliegen 20 Frauen und drei Babys. Für die Meisten ist es der erste Flug im Leben und sie sind total aufgeregt.

Alles geht gut und auf dem Weg zu unserem Haus schütteln wir tausend Hände und Agnes begrüße ihre Frauen. Sie ist normalerweise in diesem ganzen Gebiet zu Fuß unterwegs und macht Besuche. Nun ist sie stolz, dass die Frauen ihrem Ruf zur Konferenz gefolgt sind und dass zum ersten mal in der hiesigen Kirchengeschichte Frauen Flüge chartern, um zu einer Konferenz zu kommen.

Das Thema ist Nehemia 2,17: "Wir errichten die Mauern von Jerusalem neu".
Aber auch das nationale Frauenprogramm, dass die Frauen ganzheitlich unterstützen will und auch die Aspekte von körperlicher Gesundheit, finanzieller Unabhängigkeit und sozialer Gerechtigkeit berücksichtigt. Die Lutheraner hier sind es gewohnt, dass die Kirche sich um Gottesdienst und Verkündigung kümmert, sich ansonsten aber eher zurückhält. Von daher ist dieses Programm etwas ganz Neues.

Foto: Konferenzplakat Der Ort Karamui besitzt guten Boden und es gibt reichlich Nahrung. Hier wachsen die Pflanzen der Küste genauso gut wie die des Hochlands. Hauptsächlich gibt es im Moment Erdnüsse und Bananen in allen Variationen. Dazu noch Papaya, Mandarinen, Grapefruit, Kaukau, Kürbis und grünes Gemüse (Detox ;-) ). Manchmal etwas Schwein. Die Frauen hier bereiten uns dreimal am Tag eine Mahlzeit vor und zwar alles auf offenem Holzfeuer gekocht. Was für eine Arbeit! Dazu Teewasser und auch das Brauchwasser muss herangeschafft werden, wenn es nicht regnet.

Foto: Eine Hütte Unsere Unterkunft ist ein ehemaliges Misionarshaus, das für meinen Geschmack stark renovierungsbedürtig ist. Mit mir und Agnes ziehen sechs junge Frauen ein, die sie Programm- Officers nennt und die genau so gut ausgebildet sind, wie Pastoren hierzulande. Sie sind alle hoch motiviert und übernehmen wichtige Teile des Programms, aber auch Hausarbeit und Verwaltungsaufgaben.
Ein Zimmer bekommt ein Ehrengast: Lady Dalli, Frau eines verstorbenen Parlaments-Mitglieds mit ihrer guten Freundin. Sie kam nach Jahren zum ersten Mal zurück in ihr Heimatgebiet und ist spürbar bewegt von den Ereignissen und den Menschen, denen sie wieder begegnet.

Foto: Konferenzplakat Der 23.07. ist dann der Tag der Konferenz-Eröffnung. Erstmal wandern wir Frauen zu einer prima Stelle am Fluss, wo wir unter einem Bambusrohr duschen können.

Als alle fertig sind beginnt die Begrüßungs-Zeremonie: Tor, Gebet, Einzug und sing- sing bis zum Versammlungsplatz und der Bühne, "grand stand" genannt. Sie ist besonders hübsch geschmückt und mein Rückzugsort vor der Sonne während der ganzen Konferenz.

Foto: Mit Gesdang zur Bühne Foto: Gesangsgruppe vor der Bühne Hier geht es weiter mit Grußworten und großem Dank an alle Beteiligten. Natürlich stelle ich mich auch vor und danke ihnen, dass sie mich so freundlich empfangen haben und unserem Gott, dass die Reise so behütet war.

 Der anschließende Gottesdienst zeigt schon etwas von der Art der Pastoren hier. Für mich ist das total gewöhnungsbedürftig. Die Predigt ist laut, beharrt auf einigen wenigen Punkten und der Pastor fragt gefühlt zehn mal dasselbe ins Publikum, bis er mit der Lautstärke der Antwort zufrieden ist. Immerhin gibt der Inhalt mir zu denken und prägt sich mir ein.

Alles ist hier so aufregend für mich, dass ich Mittagsschlaf brauche, wie ein Baby.
Die Frauen erledigen ein paar Formalitäten und dann gibt es Abendgottesdienst. Insgesamt vier Pastoren teilen sich die Verkündigung bei dieser Konferenz. Jeder Teil des Kirchenkreises ist vor dem Gottesdienst einmal dran, so lange zu singen und zu tanzen, bis alle da sind (sing along). Tamburine und Gitarren kommen zum Einsatz. Bei besonderen Gottesdiensten, wie der Eröffnung heute gibt es auch eine Bläsergruppe. Sie verstehen ihr Handwerk ziemlich gut.
Die Gemeinde hier hat eine Partnerschaft mit Heidenheim in Süddeutschland. Darum gibt es hier auch viele Leute mit deutschen Namen. Daher auch die Unterstützung der Posaunenmission. Danke Heidenheim!

Der Morgengottesdienst am 24.07. ist ein besonderer. Zwei Evangelisten werden eingeführt, 27 Kirchenmitglieder getauft, Kinder und Jugendliche, und 38 KonfirmandInnen werden eingesegnet.
In der Predigt geht es um die Grundpfeiler des Luthertums: Allein aus Glauben, allein die Bibel, durch Gottes Segen allein und allein durch den Heiligen Geist.
Wieder brauche ich Mittagspause, bevor ich mich wieder aufmache und am Thanksgiving teilnehme: Ein Ritual zur Unterstützung der Konferenz. Jeder Distrikt/Dekanat im Kirchenkreis bringt einen Beitrag zur Konferenz, Geld und Naturalien. Mit Gesang und Tanz wird es der Konferenz-Leitung übergeben.
Ich schließe mich den "Grünen" an. Es sind die örtlichen Frauen und ich wurde wie sie von Agnes mit einer grünen Meriblaus ausgestattet. Darum fühle ich mich nun zugehörig und Agnes findet das recht passend.
Die Feier dauert den ganzen Nachmittag und ist auch ein bisschen Culture-show. Der Kirchenkreis Chimbu ist wahrscheinlich der größte in PNG und umfasst das Gebirge bis zur Küste von Madang. Dementsprechend viele verschiedene Gesänge und Tänze sind hier auch vertreten.
Natürlich gibt es, nach einem gemütlichen Essen, einen Abendgottesdienst. Diesmal ist Pastor Raffael dran.
Foto: Vor dem Tor stehen die Frauen.
Am 25.07. beginnt dann der Geschäftsteil der Konferenz. Nochmal Vorstellung des nationalen Frauenprogramms.
Ziel: "Gesunde starke Frauen sorgen für gesunde starke Familien". Dann folgt der Bericht der Distrikts-Frauenarbeiterin, Agnes Gabee.
Morgen früh habe ich einen Teil der Konferenz bekommen und ich nutze die Zeit, mich endgültig vorzubereiten.
Ich will über die Art und Eigenschaften dieser Mauer von Jerusalem reden. Sie ist fest und sicher, aber sie hat auch Tore. Und die sind notwendig. Die Pastoren haben schon darauf hingewiesen, dass die Mauern von Jerusalem auch als persönliche Grenzen gesehen werden können. Und ich will darauf hinaus, dass jeder Mensch die Verantwortung dafür hat, was er in sein Leben hinein lässt und was er ausgrenzt. Auf körperlicher, intellektueller und spiritueller Ebene.
Überhaupt habe ich den Eindruck, dass die Frauen, die sich mit dem Programm ernsthaft auf den Weg machen gut vorbereitet sind auf die vielen Veränderungen, die immer mehr auf sie und ihre Kirche zukommen.
Abends: Gottesdienst mit P. Raffael und anschließend Aufklärung über Kindesmissbrauch und sexuelle Gewalt

 Meine Gedanken werden am nächsten Morgen, dem 26.07. freundlich und wohlwollend aufgenommen und ganz gut verstanden. Puh. Geschafft.
Als am Nachmittag Workshops eingeteilt werden bin ich als Beraterin gefragt. Zusammen mit einer Trainerin der Dekade zur Überwindung von Gewalt, DOV, gebe ich Einzel-Beratung für Frauen, die sich bei uns melden.
Viel Zeit ist nicht, aber alle Frauen die kamen wollten, dass wir für sie beten, weil es Probleme mit den Männern gab. 3 von 4 Frauen wurden m. E. regelmäßig geschlagen und fanden das eher normal. Ich bin entsetzt! Die Frauen selbst sahen die Bekehrung der Männer eher als Aufgabe, die ihnen von Gott gegeben wurde...

Nach dem Abendgottesdienst gibt Guringkepe, die DOV Trainerin noch eine Aufklärung über Drogen und harten Alkohol. Mit einem beeindruckenden Anspiel der Programm-Officerladies.

Der vierte Konferenz-Tag, der 27.07. verläuft ähnlich.
Agnes Gebee wird bis zu den nächste offiziellen Wahlen in ihrem Amt bestätigt. Das ist eine Freude, denn so kann sie das Programm weiterführen bis es in den Gemeinden angekommen ist.
Auf dem Gelände wimmelt es von Leuten und die Jugend spielt abends eine Art Rugby, die Männer, und Volleyball, die Frauen. An kleinen Ständen am Weg kann man ungefähr alles kaufen, was die Gärten so bieten, aber auch Cola, Seife, Feuerzeuge. Mit mir schlendert Käthe, die verantwortliche Frauenleiterin vor Ort. Sie erzählt mit auch, dass das neu geborene Baby im nahe gelegenen Krankenhaus nun Ute heißen soll. Wie schön!

Am 28.07. ist der letzte Konferenz-Tag. Noch einmal volles Programm. Allerdings etwas anders als auf dem Papier.
Der Gottesdienst ist feierlich, die Trompeten kommen nochmal zum Einsatz.
Agnes hat gerade erzählt, dass es heute nichts zum Mittagessen gibt, aber sie hat eine Spezialität gefunden, Es soll so etwas wie Nüsse sein, die von einem Baum kommen. Sie werden mühevoll herausgebrochen und eine Woche(?) gewässert. Sie sehen aus wie Pilze, schmecken mit Salz aber wie Nüsse.
Und außerdem kommt noch eine Kuh gespendet! Ja. Ein hiesiger Geschäftsmann und Christ wollte seinen Teil beitragen und bringt eine Kuh. Mit großer Zeremonie und zum Dank an die Gastgeber. Sie soll im Mumu gegart werden.... Das schaffen die!
Das ist also der zweite Festakt des Tages. Der dritte kommt am Nachmittag: Staffelübergabe an die nächsten Gastgeber auch in vollem Schmuck und mit Singsing.

Foto: Ein zerlegtes und gesottenes Schwein. Den Abendgottesdienst haben wir dann ausgelassen, denn für uns gab es Schwein. Ein ganzes. Im Erdofen gegart und ausgebreitet in unserem Wohnzimmer auf Bananenblättern. Agnes befand es für noch nicht richtig gar und beorderte einige Leute zum Feuermachen und Nochmalkochen. Diese Arbeit musste den ganzen Abend bewacht werden und anschließend bekam jeder etwas für sich und die Familie zu Hause ab. Für mich gab's Rippchen. Gut verpackt flogen sie am nächsten Tag mit mir nach Hause.

Abreisetag, 29.07.:
Die PilgerInnnen brechen um 6:00 Uhr auf. Christa, eine der Programm-Officers verabschiedet sich von mir.
Mit unserem Charterflug gibt es Probleme und die Ansagen ändern sich stündlich. Schließlich ist es doch wahr: MAF hat den dritten Flug für Kaffeetransport umgewidmet (darf doch nicht wahr sein!!!).

Agnes setzt mich in den ersten Flug, zusammen mit drei Pastoren, die aufpassen sollen. Der Flug ist wieder wunderbar. Ich mag die Berge von oben angucken und die Flüsse und überall entdeckt man Wege entlang den Bergkämmen und kleine Häuser und Dörfer.
Foto: Blick aus dem Flugzeugfenster auf den Wagi-Fluss. In Goroka angekommen darf ich erstmal im luth. Guesthouse einen Kaffee trinken. Dann holt mich der angeheuerte Bus wieder ab, wir wollen noch die Leute vom zweiten Flug mitnehmen.
Aber los geht es noch lange nicht. Der zweite Flug hat wieder Kaffee geladen!!! Noch einen Zug durch Goroka, Zeitung lesen, Buai (Bethelnuss) kauen (die anderen), Ei und Bonbons essen (ich)... warten...
Nach der dritten Runde sind die Leute da. Der Bus wird proppevoll mit Leuten und Gepäck,
Foto: Erdbeeren am Stengel.  ... aber los geht es noch lange nicht... die Reifen müssen nun noch gewechselt werden.
Naja: Gegen drei Uhr rasen wir den Berg hoch und meine Leute warten in Kundijawa schon leicht nervös. Mein Telefon ist zu allem Überfuß nicht geladen und sie rufen dreimal beim Bischof an.
Am Daulo-Pass bekomme ich von ihm Erdbeeren geschenkt und ich muss sie einfach essen. (Das rächt sich am Samstag und Sonntag, aber zu hause hab'ich Spülklo ;-) ).
In Kundijawa warten wirklich drei Pastoren und fahren mich schnell bis kurz vorm Dunkelwerden nach Banz. Jane macht für uns das Schwein warm und wir haben ein gemütliches Abendessen in "meinem" Haus. Es IST schön hier!

Foto: Ein Aufkleber mit dem Text: Schleswig-Holstein ist viel schöner ... und hat keine Krokodile Kleiner Witz am Rande: Reklame in unserem Badezimmer...

Schönes Wochenende (gehabt zu haben) euch Allen. Nächste Woche ist bei mir hier wieder Alltag.


16.07.2016
Sonnabend

Foto: Schild: Übersetzung: Luth. Kirche Banz  Agnes will heute gegen 6:00 Uhr aufbrechen, sonst schafft sie es nicht rechtzeitig nach Hause. Also koch ich schon mal Tee und frühstücke mit ihr.

Dann hab´ ich mich gerade noch ein bisschen hingelegt, als jemand mit fremder Stimme hartnäckig an die Tür klopft. Es ist Tom, die Hochzeit ist heute (ich dachte morgen) und er holt uns um 10:00Uhr ab, sagt er. Nun aber schnell fein gemacht. 10:00 Uhr..... kommt keiner. Lesen, abwaschen, rumtüddeln. Um 12:00 Uhr sagt er bescheid, dass er um 13:00 Uhr kommt und um 14:00 Uhr fährt uns alle dann der 2. Fahrer vom College zum Haus der Braut.

Da ist das Mumu schon ausgeräumt und die Tänzerinnen der Braut singen und tanzen sich schon warm im vollen Schmuck.
  Ich darf hinter den Zaun in den Innenhof und mache schöne Fotos. Ich soll auch die sechs fetten Schweine fotografieren, die es überlebt haben.

 Irgendwo hinten im Gelände singen auch die Männer schon und ziehen Richtung Haus der Braut. Hier ist auf dem Hof eine Art Bambuswand aufgebaut gespickt mit Ananas, Kokosnüssen, Zuckerrohr, Bananen und Geld.
Davor hat die Familie der Braut alles aufgestellt, was so ein neuer Haushalt so brauchen kann, von Kochtöpfen bis Gummistiefeln und von Cocacola Dosen bis Matratzen. Gegahrte Shweinehälften werden aufgetürmt. Der hohe Zaun ist mit Bilums und Meriblauses für die Braut behängt.
 Der Vater erzählt mir, dass es nun seine letzte Tocher ist, die heiratet. Ist er erleichtert?

Gesang schallt hin und her und ab und zu kommen die Frauen hinter dem Zaun vor, umrunden die Mitte und ziehen sich dann wieder in den Innenhof zurück. Die Männer kommen an mit großem Geschrei und viele Reden werden geschwungen. Alles in einem örtlichen "Plattdeutsch", das ich nicht verstehe.

Ich hab´ aber verstanden, dass das Paar schon ein Kind hat, das nun gleich mit "gekauft" wird. 40 TSD Kina. Alles, oder nur fürs Kind, das weiß ich nicht. Das Baby verschläft jedenfalls die ganze Zeremonie auf dem Arm einer sorgenden Verwandten.
Nach ungefähr dreimal Umrunden und wieder zurückziehen wird die Braut zum Bräutigam hingetragen und es folgt das ganze Hab und Gut.
 Zum Schluss wird die Bambuswand mit allen schönen Sachen gekippt und die Leute versuchen zu ergattern, was es so gibt.

Wir ergattern eine Portion PNG Grünkohl will ich es mal nennen: Blätter (Ingwer?) und fettes Schweinefleisch "gemumut". Tom hat es für uns organisiert. Sehr lecker!
 Gegen 16:30 sind wir lustig wieder zu hause und ich hab gefühlte 500 Bilder zum verkleinern und sortieren.....Das war ein Erlebnis. Auch für Jane, sowas hat sie bisher auch nur gehört.

Morgen 9:00 Uhr Gottesdienst. Ich melde mich wieder.

Ute


15.07.2016
Freitag

Foto: Meine Waschmaschine Meine Tochter hat Geburtstag, aber gratulieren kann ich noch nicht, in Deutschland ist es mitten in der Nacht. Also nehm ich mich erstmal der Wäsche an. In meiner Waschmaschine wird das Wasser gar nicht wieder hell. Die Wäsche riecht aber gut und nach dreimal Spülen beschließe ich, dass Schwarz eben das neue Weiß ist. Raus an die Sonne und gut ist.

Malangton kommt zum Kaffee und Philosophieren und um 13:00 Uhr kommt Domape, mit der ich eine Stunde Hilfe im Haus vereinbart hab. Sie sieht sonntäglich gekleidet aus und mir fällt ein, dass das ganze Gemüse aus dem Hasimo noch nicht gekocht ist. Sie kocht also was Leckeres für uns beide und schnackt dann noch eine ganze Weile.

Für Abends hat sich Agnes Gabee angesagt. Sie organisert die Frauenkonferenz an der ich teilnehmen darf. Sie hat im Programm sogar eine Stunde Redezeit für mich vorgesehen. Oh, bitte da hab ich ein bisschen Angst, den es kommen mehrere hundert Leute.

Am Montag machen sich die Ersten zu Fuß auf den Weg und übernachten zweimal irgendwo im Busch bevor sie am Ort des Geschehens ankommen. Für 80 Frauen hat Agnes von den Missionsfliegern MAF Twin Otters gechartert. Da hab ich einen Platz bekommen.

Foto: Meine Waschmaschine Sie ist diejenige, die wirklich Alles organisiert. Verpflegung und Unterkunft, Generatoren und den Treibstoff dafür, Flüge und was weiß ich noch alles. Trotzdem kommt sie hier vorbei, damit ich einigermaßen vorbereitet bin. Sie erzählt vom Nationalen Frauenprogramm und von der Überschrift der aktuellen Konferenz (Nehemia, wer´s nachlesen will). Auch eine Packliste für den Rucksack hat sie für mich. Tasse und Teller nicht vergessen, und Klopapier, es geht in abgelegene Gegenden.

Wir gehen früh schlafen, aber nicht bevor wir nicht das leckere Essen von Jane und Diana verspeist haben. Fisch, Barramundi heißt er glaube ich. Richtig lecker.


14.07.2016
Donnerstag

Noch eine Enkaufstour. Aus Spass fahre ich mit Eva, Gerry und der ganzen Familie ins Einkaufszentrum am Anfang von Mt. Hagen. Das ist ein kleiner Ausflug und ziemlich aufwändig mit zwei kleinen Kindern. Die sind aber super- brav und schlafen sogar bei den größten Schlaglöchern.

In diesem Supermarkt gibt es Alles. So kann ich meine Sandalen ersetzen, meine brauchte Anna. Und Honig, Kartoffeln, Gouda und Schokolade finde ich hier auch. Das Letzte allerdings zu einem horrenden Preis. Ich wundere mich über die Verhältnismäßigkeit. Für die Schokolade bezahl ich 24,90 K (naja, es sind 500 g) .......und mit der Haushaltshilfe, Domape, hab´ ich 2,50 K für eine Stunde vereinbart. Es ist hier eben narakain tru, total anders.

Gerry steuert noch eine Frittenbude an und gibt Pommes mit Hähnchen aus. Sehr lecker, danke. Nach dem Rückweg über die beschwerliche Straße, die eigentlich nicht mehr so genannt werden kann, ist Gerry froh seine Familie und uns Alle heil wieder nach Hause gebracht zu haben.


13.07.2016
Mittwoch

 Heute ist Geld- holen und ein bisschen Einkaufen in Banz ´dran. Das Geld brauch ich, damit ich mein Ticket für die Frauenkonferenz am 22.07. kaufen kann. Es geht mit dem MAF Flugzeug in den Chimbu.

Zum Glück funktioniert alles ohne Probleme: Meine erste Fahrt mit dem PMV (Public Motor Vehicle). Der "Schaffner" (bas kru), Tom, ist der Vorstandsvorsitzende vom College. Er spendiert uns die Fahrt und gibt noch eine Ladung Erdnüsse aus. Dann lädt er uns fürs Wochenende zu einer traditionellen Brautpreis Zeremonie ein. Ich soll tüchtig Fotos machen, aber davon später.
Foto: Im PMV...  Erstmal stürzen wir uns ins Gewimmel und kaufen. Auch ein neues Outfit für mich, man will ja hübsch sein auf so einer Hochzeit. Soviel dazu, dass ich dem Konsum entkommen wollte.
Für den Nachmittag hab´ich mir meine neue Stickarbeit vorgenommen. Hier vor Ort werden Talare genäht und Stolas gestickt. Das, und die Meriblauses sind eine kleine Einkommensquelle.  Zur Zeit sind alle fleißig, denn die Schule hat noch nicht angefangen.
Abends berichtet Malangton mir von seiner Arbeit mit Gefangenen im Gefängnis Hagen. Gar nicht so ein großer Unterschied zu dem, was ich sonst arbeite. Jedenfalls von der Haltung her, dass die Veränderung nur die Klienten selbst bewirken können. Die Helfer können den Entschluss nur unterstützen. Wir verabreden dass ich ihn beim nächsten Einsatz begleiten kann.


11.07.2016
Gottesdienst in HapaWeia

 Heute berichte ich von Sonntag, 10.07.2016: Gottesdienst in HapaWeia.
Das ist meine „Heimatgemeinde“ im HaSiMo Block Kirchenkreis.

Es ist das 130ste Jubiläum der Evangelischen Kirche in PNG (ELCPNG) und gleichzeitig die Feier der 40jährigen Unabhängigkeit PNG´s als Staat. Im Block wollen sie es auch zu meiner Begrüßung feiern und gleichzeitig ein Thanksgiving veranstalten. Das bedeutet, dass alle beteiligten Gemeinden einen Beitrag/Opfer/Kollekte geben, die dann wieder gleichmäßig verteilt wird an die Pastoren. Es gibt ja sonst keine Bezahlung für die Arbeit.

Ok: Paul hat mir das ganze Programm erklärt als er mich vor einigen Tagen besuchte. Er gab allerdings keine genaue Antwort auf die Frage, wann es denn anfangen würde. Ich frag herum und die Meinung ist, dass wir frühmorgens aufbrechen sollten. Der Fahrer, Peter vom Seminar hat Zeit, Benzin und Engagement und holt mich um 7:00 Uhr ab. Jane, meine Nachbarin will mit. Ihre Nichte auch, die wäscht sich aber noch. Der Fahrer kann das Auto nicht ausmachen, sonst müssen wir wieder schieben: der Anlasser! Bevor wir am Tor vom Gelände angekommen sind steigen noch einige weitere Leute zu. Die Familie vom Fahrer will nach Kindeng und eine ehemalige Lehrerin, Taunas, will mit zum Gottesdienst.

Foto: Kaputte Strasse Die Straße ist bagarap nogut tru... total kaputt. Ich hab immer Angst, dass wir aufsetzten. Aber es geht alles gut und gefühlt um 8:30 Uhr sind wir schon in HapaWeia.
Es ist kalt und es geht lange noch nicht los. Alle freuen sich, uns zu sehen. So finden wir nach einigem Händeschütteln Zuflucht im Kochhaus des Pastors Samson Kepa. Vollgeräuchert, aber warm. Jane hat in der Hektik vergessen ihr Schmerzmittel zu nehmen. Ihre Hüfte tut (jetzt schon) weh bis zum Bein. Sori tru!

Langsam trudeln die Leute ein und leisten uns Gesellschaft im Kochhaus. Wir stauben noch eine Kaukau (Süßkartoffel) ab und dann fängt es an los zugehen:
Foto: Anna und die Gemeindeältesten Raus, Shakehands-Begrüßung überall. Ich glaube, Viele erkennen mich wieder von 2004. Ich hab sie mir leider nicht alle merken können. Hier gibt es viele honorige Kirchenvorsteher, die Hab, Gut und Land der Kirche geben. (Auf den Fotos sind sie an den langen Bärten zu erkennen).
Der offizielle Teil beginnt mit dem Einzug durch das Tor. Großes Gebet und Dank geht dem voraus und drinnen singt die Jugend mit den Frauen. Sie teilen Blumenkränze aus, das kennt ihr ja schon von Erzählungen.
Foto: Tanzende Jugendliche Ich darf vorne auf einer Bank mit sitzen, meine Begleiterinnen haben nicht das Glück und sie setzen sich in den Schatten des großen Bambus. Inzwischen hat die Sonne mächtig Kraft.
Die Tamburin-Jugend zeigt ihr Können. Das ist eine landesweite Methode in der Kirche hier. Die jungen Mädchen haben Spaß daran, aber heute auch viele Frauen.

Zunächst gibt es eine kleine Vorstellung der besonderen Gäste. Es ist z. B. auch ein Vertreter der örtlichen Regierung dabei.
Es ist rührend: die Jugendgruppe hat ein Begrüßungslied gedichtet für mich....
Der eigentliche Gottesdienst ist dann echte Bildung: Johannes Flierl wird hier ungefähr wie Luther verehrt und mindestens die in der Kirche Aktiven kennen viele Geschichten und genaue Daten.

Foto: Zuerst heiraten Diesen Teil müsst ihr bitte nachlesen, allerdings die Energie, mit der dieser Mann 1886 seine Arbeit startete und mit der er trotz aller Hindernisse weitermachte ist unglaublich.
Wie diese Geschichte an diesem Tag wieder lebendig wird ist genauso erstaunlich: Zwei Anspiele der Jugendgruppe berichten von der harten Arbeit der Nachfolger von Joh. Flierl. Der schulte nämlich einheimische Leute und die wiederum gingen (zu Fuß !) mit der guten Botschaft ins Hochland. Ein ausgebildeter Missionar musste zuerst eine Frau heiraten, dann gingen beide zusammen. Nun gab es ein Paar, die so eifrig waren, dass sie ihr kleines Kind auf der Straße hinterließen, als sie sich nicht anders zu helfen wussten. Das nachfolgende Paar Missionare fand das Kind nach einer Woche und nahm es mit. Sie trafen die wahren Eltern und das Baby kam wieder zur leiblichen Mutter. Die Geschichte soll wahr sein und das Baby wurde der erste Pastor, der hier im Hochland gearbeitet hat, Zourenouc.
Dies war nach meiner Meinung das Highlight des Gottesdienstes, der immerhin bis ca .15:00 Uhr ging.

Natürlich habe ich bei dieser Gelegenheit die besten Grüße von der Gemeinde Windbergen-Gudendorf und allen Freunden der Partnerschafts-Arbeit überbracht.
Wir waren dann zum Festessen eingeladen und wir beeilten uns,denn der Fahrer kam, um uns vor der Dunkelheit und dem Regen heil wieder nach Hause zu bringen.
Heil ist ein wenig geschmeichelt, denn ich brauchte die Nacht und den ganzen nächsten Tag zur Erholung.

 Mit eigenen Augen hab ich nun die große Fläche gesehen, die brach liegt, weil der Fluss sie überschwemmt hat. Keiner traut sich bisher, dort wieder anzubauen, denn der Fluss Tuman hat wirklich sein Flussbett geändert. In anderen Landesteilen würden sie einfach ein anderes Stückchen Lande nehmen, aber die Leute hier haben nur das bestimmte Landstück gekauft und können nun nicht ausweichen. Zum Glück blieb das Pastorenhaus und die Kirche stehen, sie liegen ein klein wenig höher.
Bei Anna Nikson z. b. war der Garten auch zerstört. Als sie echt gehungert hat, hat sie angerufen und ein wenig private Hilfe bekommen. Außerdem hat sie eine Käuferin für ihr Schwein gefunden, so dass sie sich Reis kaufen konnte. Sie muss immerhin für (mind.) vier Kinder sorgen. Nun ist es ein bisschen besser und sie verkauft wieder Mandarinen auf dem Markt. Für die Einnahmen hat sie schon eine Verwendung:
Die Wabi- Partner haben sie angefragt, einen Kurs zu geben. Allein die Busfahrt und Wegzehrung kostet sie ca. 30,-- €. Aber sie ist nun als Distrikt Frauenarbeiterin für das ganze Gebiet einschließlich Wabi zuständig.
Sie wird diese Reise und den Kurs machen und es ist eine gute Idee, dass diejenigen, die in Übersee Partner haben, auch hier partnerschaftlich zusammenarbeiten.

Diese Erfahrungen, wie bedroht das leben hier täglich ist, geben den Christen hier eine riesengroße Duldsamkeit und einen großen Glauben an Gott. Anna ist ein gutes Beispiel dafür.
Sie hat mir nun einige Tage Gesellschaft geleistet und gute Beziehungen zum nationalen Frauenzentrum geknüpft, in dem ich ja auch bis Dezember arbeite. Frauen können hier vielseitige Unterstützung erfahren und Anna selbst denkt über eine Fortbildung in Administration nach. Wir versuchen gerade einen Weg zu finden, dass die Hasimo Frauen zusammen mit den Wabi Frauen für eine Woche hier Fortbildung bekommen können und zwar im Bereich der Betreuung/Beratung und in grundlegenden Sachbearbeitungs- Fertigkeiten (Administration). Ein Hindernis ist noch die hohe Gebühr, die die Frauen nach der ganzen Dürre- Zeit kaum aufbringen können, aber darüber wird noch verhandelt. Hier vor Ort ist viel Fachwissen und Kenntnis vorhanden auch weil es das Lutheran Church College (LCCB) in der Nachbarschaft gibt (mein 2. Standbein ;-) ).

Heute, am 12.07.2016 geht es mir wieder gut und ich werde weiter jeden Tag ein bisschen schlauer.
In den nächsten Tagen muss ich mich auf einen „ Außeneinsatz“ = Frauenkonferenz im Chimbu Gebiet vorbereiten. Es wird eine kleine große Reise mit dem MAF Flugzeug. Ich werde gut berichten.

Lukim yupela olgeta. Bikpela ken lukautim yu.
Ute


08.07.2016
Es ist immer etwas los hier ...

Heute ist schon der 8.Juli und Eva soll heute Nachmittag aus Deutschland zurück kommen.
Eva Sonni-Lagies ist Pastorin am Seminar mit Gerry, dem Principal und ihren beiden kleinen Kindern.
Das heißt, heute morgen schmückt Jane das Haus mit Blumen und hängt einen Willkommensgruß dazu.
Pasin bilong PNG/neuguineische Lebensart: Freude, dass alle ankommen und gesund sind.

Foto: Zwei Frauen vor einem Haus Ich möchte noch erzählen, dass ich am Mittwoch Abend einen prima "Privat- Gottesdienst" im Frauenzentrum genossen hab: zuerst Essen satt. Jane und Malangton haben gekocht. Dann singen und eine prima Auslegung von Gen.1,1-? von Malangton: Meine Kenntnisse sind jetzt noch wie die Finsternis der Schöpfungsgeschichte; der Geist Gottes ist schon da. Nun kommen die Worte/Geschichten/Erlebnisse und es kann Licht werden, wie Gott es damals auch gemacht hat. Noch ein, zwei Lieder zur Gitarre und Vaterunser und es war ein schönes Erlebnis.
Gestern dann leisteten mir Jane, Diana und Angela Gesellschaft, wir haben Lieder geübt.
Danke, hier haben sie irgendwie ein Gespür für die seelischen Bedürfnisse.

Foto: Ute
Ich habe hier also nun einen kleinen Haushalt mit einer familiären Nachbarschaft, einen(?) Hund(!) der auf die Gegend aufpasst und Aufgaben, die ich demnächst anpacken werde. Gutpela!

Heute machte ich einen Großeinkauf auf dem Markt. Dann kam die wirkliche Wirtschafterin des Hauses, Domape Ben. Herzliche Grüße an Waltraud Behrmann ;-)
Sie konnte nicht ins Haus kommen um vorzubereiten, die Schlüsselgeschichte....
Sie will mir helfen, wir vereinbaren erstmal jeden Freitag. Es ist hier üblich, dass so Haushaltslegastenikern wie mir, aber auch LehrerInnen und Pastoren geholfen wird. (Paul wollte schon jemanden schicken, weil ich so alleine war). Wie genau das vonstatten geht? Ich werde berichten.
Domape ist jedenfalls eine sympathische, fitte Frau. Sie wohnt einen kleinen Fußweg weit weg und hat 3 Jungs und ein Adoptiv-Mädchen. Wir trinken Kaffee und ich frage sie aus, z.B. nach den Ritus des Brautpreises. Warum gerade das Thema? Gestern gab es ein ca. halbstündiges Geschrei herüber schallen hören. Ich hatte Angst, ein Kampf würde ausbrechen, aber hinterher fragte ich Jane, und sie erklärte: es sind Verhandlungen über den Brautpreis. (Ich lach mich kaputt.)

Wieviel Energie die Leute haben, eine halbe Stunde in voller Lautstärke zu "diskutieren..."(wss).

Natürlich erzähle ich auch ein bisschen von mir, meiner Familie und meine beiden Reisen in PNG.

Zusammen mit den neuesten Fotos schick ich das jetzt alles ersteinmal ab. Gleich ist nämlich Eva da......

Lukim yupela!
Ute


07.07.2016
Pastor Michael und "gutpela sindaun"

Foto: Pastor Michael vor der kleinen Kirche
Meine Tage bestehen aus Haushalt, Wäsche, Lesen und Besucher empfangen. Ich lerne viel. Gestern habe ich z. B. mit Pastor Michael über einige Themen gesprochen, die vielleicht auch für die Studenten interessant sein könnten. In PNG gibt es den Ausdruck: gutpela sindaun... Das ist gar nicht leicht zu übersetzen, ich würde sagen: zufriedenes Leben. Nun haben wir ein wenig spekuliert, was das in PNG heutzutage wohl sein könnte. Es wurde jedenfalls deutlich, in was für einem Umbruch sich die Gesellschaft hier befindet und sie haben meinen vollsten Respekt mit wie viel Gottvertrauen und Tatkraft sie in die Zukunft schauen.

Unser nächstes PNG Seminar in Breklum soll ja etwa heißen: "Kind sein heute in PNG". Darüber kann hier jeder etwas erzählen. Kinder gibt es viele, sie sind einerseits behütet aber manche auch über lange Zeiten sich selbst überlassen. Die meisten sind flink und klug, plietsch würden wir sagen. Ihre Zukunftschancen im Land sind aber begrenzt, was Jobs und bezahlte Arbeit angeht. Vielen bleibt nicht die Wahl und sie müssen ins Dorf zurück, trotz bester Bildung und bester Absichten. Dabei gehen die ca. 800 alten Kulturen langsam zu ende oder verlieren mindestens an Tiefe. Besonders schade finde ich, wenn die Menschen, die hier seit mehreren 10tausend Jahren gärtnern das Wissen über diese Kunst verlieren.

Der christliche Glaube spielt in diesem Land eine ganz wesentliche Rolle zum Abfedern dieser großen Umbrüche. Der ganze Alltag hier ist auf den Glauben ausgerichtet. Das heißt, die Menschen singen, beten, feiern Gottesdienste und reden mit und über ihren Gott. Das ist Hoffnung und Trost zugleich.
Und der Glaube ist bei Ehe- Partnern aus zwei unterschiedlichen Kulturen das tragende Bindeglied der Familie.
Das alles erfahre ich von Pastor Michael auf "meiner" Terrasse beim Kaffee und ich kann nur wieder staunen.


06.07.2016
Besuch von Paul Kundiye

Foto: Ein Regenbogen in Papua-Neuguinea
Paul Kundiye aus der Hasimo Partnerschaft besuchte mich vorgestern für einige Stunden. Für ihn bedeutet das mindestens eine Stunde mit zwei Buslinien bevor er hier ankommt. Er lässt alle Bekannten herzlich grüßen, fragt nach der Gesundheit und dem Wohlbefinden von Jedem, den er bei seinem Partnerschafsbesuch in Windbergen und Gudendorf getroffen hat. Leider kann ich nur teilweise Auskunft geben, denn sooo dicht bin ich in meinem Alltag nicht an den Familien dran gewesen. Seiner Familie geht es jedenfalls gut. Zwei große Neffen, um die er sich kümmert, studieren. Abwechselnd, damit die Studiengebühren reichen. Die drei leiblichen Kinder, die er mit seiner Frau Kene nun hat sind gesund und munter. Lothar hat gerade Ferien, Margaret, fast 3 Jahre alt ist mit ihren Tanten im Heimatdorf von Paul unterwegs und das Baby vom April, der kleine Rauke, ist wohlbehütet bei den Eltern. Dann hat Paul auch noch zwei adoptierte Kinder, die schon erwachsen sind. Er berichtet, wie er die Großen abwechselnd zur Uni schickt, damit es bezahlbar ist.
Ich erzähle das so ausführlich, weil es mir typisch vorkommt für die vielfältigen Verantwortungen und Familienverbindungen, die in Neuguinea so existieren.

Paul plant den Gottesdienst für Sonntag, es wird ein Besonderer sein: Es ist 40 jähriges Kirchenjubiläum der ELCPNG, der Lutherischen Kirche in Papua Neuguinea. Außerdem ist es 130 Jahre her, seit der bayrische Missionar Johannes Flierl aus Neuendettelsau an der Küste von Papua Neuguinea seine Missionsarbeit begann. Das klingt altmodisch und merkwürdig in unseren Ohren, aber er tat dies, aus der festen Überzeugung, dass die Einheimischen von den europäischen oder australischen Handels- -gesellschaften hier nicht ausgebeutet werden dürften, dass sie Schutz und Bildung bekommen sollten und das das Evangelium Gottes auch ihnen gut tun würde. Die Kirche hier feiert an verschiedenen Orten große Feste, denn immerhin hat die Verständigung und Befriedung untereinander mit Joh. Flierl ihren Anfang genommen. Ein Blick in seine Lebens-Geschichte lohnt sich.


06.07.2016
Schon der dritte Tag, und noch keinen Bericht zustande gebracht….

Hallo zusammen,

schon der dritte Tag, und noch keinen Bericht zustande gebracht. ….

Foto: Mit Blumen geschrieben: WELCOME Also: es ist hier alles ziemlich überwältigend. Dabei sind hier im Moment noch Ferien und der Schulalltag ruht.

Das ist auch gut so, denn so kann ich mich gemütlich einleben. Alle sorgen auf das Beste für mich. Sie haben mir ein tolles Haus gegeben, mit Strom und Warmwasser!!! Jetzt hab´ich hier einen Single-Haushalt mit allem Schnick und Schnack und ich muss lernen, einzukaufen, zu kochen und Wäsche zu machen.
Jaha, es g i b t eine Waschmaschine, aber wie geht jetzt der Schleudergang???

Foto: Der alte Laster und Menschen. Mein erstes Gericht, gestern: Süßkartoffel- Chips und Avocado.....Mmm.
Heute nasch´ ich mich mit Obst und Gemüse durch, denn ich bin eingeladen. Malangton und Jane wollen kochen. Dafür war Jane heute morgen einkaufen und ich durfte mit. Das geht hier so: Fahrer Pita gefragt und ab in den Ort (Banz) mit dem alten Laster. Der eine und die andere wollen gerne auf der Ladefläche mitfahren: ok.
Der Beutezug auf dem Gemüsemarkt war wirklich günstig. Alles ist frisch und lecker. Im Supermarkt kann man schon mehr Geld loswerden, besonders wenn es Importsachen sind. Das meine ich mit „Einkaufen lernen“. Ich hab´ überhaupt noch kein Gefühl dafür, wie die Lebenshaltungskosten hier so sind. Die Gasflasche z.B., die ich zum Kochen bald brauche ist anscheinend doppelt so teuer wie in Deutschland....


Wie war die Reise?

„Unwirklich“ kann ich das nennen. Drei Mal über sechs Stunden im Flugzeug und dann noch eine Stunde fliegen bis ins Hochland. Also ich vergesse dabei Zeit und Raum und bin froh über jede Stunde ohne Kopfschmerzen. Einen Luxus habe ich mir gegönnt: in Singapur auf dem Flughafen gibt es einen Pool Diesmal bin ich eingetaucht. Wunderbar nach der langen Flugstrecke!!

Die zweite Methode, die Kopfschmerzen in Schach zu halten war: ein Weinchen zum Dinner im Flugzeug. Auch ´ne Art, sich zu entspannen.
Dann war ich in Port Moresby und es begrüßte mich Reinhard Lorenz, ein Österreicher, der hier lebt und für Pässe und Visa sorgt. Ein wantok/Freund. Danke für die Begrüßung, denn es war brutal früher Morgen.

Im Hochland, Mount Hagen Flugplatz, warteten sie schon auf mich. Auch die Freunde waren zu grauer Morgenzeit aufgestanden. Das Flugzeug hatte aber einige Mühe, durch die Wolken zu kommen. Es war also später Vormittag, als wir uns endlich umarmen konnten... wieder ein unwirkliches Gefühl, nun endlich angekommen zu sein.

Mit dem Fahrer Pita und Pastor Michael, dem 2. Direktor des Colleges ging es nun nach Banz. Paul (Kundiye) mit Frau und Baby mussten wir schon an der nächsten Kreuzung „rausschmeißen“. Sie haben mich schon für nächsten Sonntag eingeladen.


...und nun den Haustürschlüssel finden...

Das war ein größeres Unterfangen, so gab mir erstmal Janet, meine Nachbarin hier und Lehrerin, Asyl und bot mir sofort ihr Bett an, zum ausruhen in der Waagerechten.
Sie hat auch noch zweimal gekocht und wir haben erzählt...Es war ein schönes Ankommen.
Zur Nacht war der Schlüssel dann doch gefunden. Ich bezog das „Haus am See“. Es ist berühmt, weil Mama Waltraud (Behrmann) hier gewohnt und gearbeitet hat... unvergessen!
Und einmal im Jahr kommt hier das Ehepaar Gerber (Geba) und betreut das Haus und das ganze Seminar. Auch diese beiden sind echt berühmt hier. Herr Gerber tischlert und renoviert und Frau Gerber näht und kocht offensichtlich Marmelade. So habe ich hier wahrscheinlich das schönste Haus am Platz zur Verfügung.

Und was für ein schöner Platz: eine grün- bunte Hochebene mit fernen Bergen ringsherum. Warm, fruchtbar und voller Menschen.

Das Seminar ist eine Einrichtung der Lutherischen Kirche und wie eine Insel in der Gemeinde von Banz. Hierher dürfen die Männer und Frauen aus ganz PNG kommen, die die Aufnahmeprüfung bestehen und Interesse am ganzheitlichen christlichen Lernen haben. Sie lernen Theologie verknüpft mit praktischer Ausbildung wie z. B. Tropische Landwirtschaft. Die Studenten kommen aus allen Teilen des Landes und wohnen hier auf dem Campus. So müssen sie neben der Schule auch ihre Hausarbeit, Gartenarbeit und das Kochen erledigen.

Für verheiratete Studenten gibt es einige extra Familien- Häuser, für alle anderen Gemeinschafts- Unterkünfte nach Jungen und Mädchen getrennt.
Die eigene Rinderhaltung sorgt für Einkünfte. Diese Art College ist wohl ziemlich
einzigartig auch in PNG.
Pastor Michael erzählt mir dies alles am ersten Tag, damit ich ein Gefühl dafür bekomme, was mein Beitrag zu dem Ganzen hier sein kann.

Mein 2. Standbein der Arbeit hier soll die Unterstützung der Frauenarbeit sein. Mit Jane werde ich zu den Fauenarbeiterinnen der Umgebung gehen und z. B. Kurse anbieten. Es gibt auch Seminarräume und Übernachtungsmöglichkeiten im Wokmeri trening senta (Fauen Ausbildungs Zentrum) hier vor Ort, aber die Besuche in den Gemeinden und Kirchenkreisen haben sich bewährt.

Ich bin wirklich dankbar, dass ich mich nun erst einmal einleben kann, bevor es mit der Arbeit richtig losgeht.

Die Tage sind ausgefüllt und Interessant. Es gibt unendlich viel zu lernen.

Tschüß für heute und bis bald mal,
Ute


27.06.2016
Jetzt geht's los

Lutherrose - Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:LutherRose.jpg Alle Feierlichkeiten sind nun gefeiert und es sind nur noch ein paar Tage bis zum Abflug.
Das Jahresfest war besonders schön und ich freue mich, dass nun auch eine "Schwester" nach Tanzania geht.
Hoffentlich hab' ich Nichts vergessen und Keinen übersehen bei den vielen Verabschiedungen. Einiges kam für mich (auch jetzt schon) völlig unerwartet und darüber freue ich mich extra doll!
DANKE jedenfalls an alle Beteiligten und Unterstützer für die vielen Gebete und Gedanken. Die nehme ich natürlich alle mit!


12.06.2016
Aussendung im PNG Partnerschafts-Gottesdienst im Meldorfer Dom.

Foto: Bei der Verabschiedungsfeier Danke, und ich freue mich riesig!
Das ist die Kurzfassung zu meiner Aussendung in die Lutherische Kirche nach Papua Neuguinea.

Über ein Jahr Vorbereitungszeit und viele Gedanken, Gebete und Gespräche liegen hinter mir. Die Aussendung markiert den ersten Meilenstein meiner Arbeit in PNG und ich bin wirklich dankbar für die vielen guten Wünsche und Gebete, die mich nun begleiten werden.

Mein dortiger Mentor hat auch schon Kontakt aufgenommen, so dass ich mich gut aufgehoben weiß. Es passte einfach zusammen, mein Interesse an Papua Neuguinea, seinen Leuten, die Neugier auf deren Alltag, und der Ruf der dortigen Christen nach ein wenig Unterstützung z. B. an der kirchlichen Ausbildungsstätte, dem ELTC in Banz im Hochland.

Nun bin ich gespannt auf alles, was mir dort begegnen wird. Ich werde reichlich berichten.
Ich habe mir vorgenommen bewusst als "Graswurzel-Christin" dort hin zu gehen, mit möglichst leeren Händen und offenen Augen und Ohren. Hoffentlich fähig, mein Herz, meine Hände und meinen Verstand dort hilfreich einzusetzten.

Es ist ein Mix an Aufgaben, Unterstützung in der Seelsorge/Sozialberatung der Studierenden, ggf. Unterstützung in der Frauenarbeit, Gemeindebesuche sind auch schon angefragt. Die Hoffnung ist, dass es auch die kirchliche Partnerschaft auf allen Ebenen stärken kann, wenn gegenseitige Besuche stattfinden.

Also danke ich hier ausdrücklich Jedem und Jeder, die bis hierher in irgendeiner Weise Anteil daran nimmt, und zwar aus vollem Herzen!
(Es muss ja noch wieder Platz werden für die neuen Eindrücke ;-) ) DANKE

P.S.: Gerne nehme ich die ganze Zeit eure Grußbotschaften entgegen und will sie auch nach Möglichkeit persönlich übermitteln.